Scorpa T-Ride

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Kein Knäckebrot, ein Motorrad. Kein T-Rex, eine T-Ride. Kein Profi, ein arlo.

Scorpa T-Ride 250F

Der Wald ist nicht genug.

 

Scorpa hat in Österreich abseits der Trialszene bis dato einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in Dschibuti. Das könnte sich dieses Jahr aber schlagartig ändern.

Knapp 10 Jahre ist es nun her, dass ich meine erste Enduro durch heimische Wälder würgte.
Das fahrfertige Gewicht von 150 Kilogramm war am Wirthaustisch nicht nur das Maß der Dinge, sondern aller Dinge, und ließ die Gesichter von Big Enduro Fahrern Richtung Boden sinken. Anders als beim Wirten waren die "federleichten" 150 kg dann zu bewerten, wenn nach einer misslungenen Steilhangauffahrt die Enduro wie ein Felsbrocken auf mir drauf lag. Um nicht bei jeder Endurofahrt drei Sherpas mitschleppen zu müssen, die einen aus solch einer misslichen Lage befreien, wurden noch leichtere Enduros entwickelt - 120 kg schienen lange Zeit der Zenith, der nicht zu unterbieten war. 2008 wird er von einem Noname in der Enduro Szene gekippt.

 

T-Ride - Video

Arlo bei seiner ersten Enduro Ausfahrt im noch jungen Jahr. Frei nach seinem Lebensmotto, "erst lenken, dann denken" vereint er Übermut und Unfähigkeit im folgenden Video.

Wer sich das Video auf seinen Computer downloaden möchte, klickt mit der rechten Maustaste hier und wählt "Ziel speichern unter".

Schnitt: KarolettaLambretta
Videodreh: Andy Bachner, arlo

Fahrbericht

 

Eigentlich lautet die korrekte Bezeichnung TrialEnduro. Zugegeben von der Namensgebung her nur minder originell, beschreibt dieses Wort doch am besten was es ist, und zwar ein Motorrad das versucht die Vorteile aus beiden Welten zu vereinen.  Auf den ersten Blick wirkt die T-Ride wie eine etwas zu klein geratene Enduro. Beim genaueren Hinsehen fallen einem aber auch durchaus Trialkomponenten auf. Laut Importeur Andy Bachner und seiner Viehwaage bringt die T-Ride vollgetankt und fahrfertig 103 kg auf die Waage. Vergleicht man hier mit anderen Enduros der gleichen Hubraumklasse liegt sie 10 kg unter deren Eigenmasse. Der Antrieb kommt wie bei allen aktuellen Scorpa Modellen aus dem Hause Yamaha - was sich in Punkto Zuverlässigkeit, Haltbarkeit und Ersatzteilversorgung. Sicher nicht als Nachteil herausstellen wird. Im Konkreten handelt es sich hier um den bewährten Motor der WR 250F.

 

Wer in heimischen Wäldern motorisiert unterwegs sein will, muss dies leise tun. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit groß dass man als Wildbraten mit Preiselbeeren garniert auf der Wildkarte des Kirchenwirtes endet, oder zumindest mit lästigen und finanzintensiven Anzeigen zu rechnen hat. Diesen Anforderungen hält die T-Ride auf jeden Fall stand, nicht zuletzt da ein KAT ab Werk für die Einhaltung der Euro3 Norm garantiert. Zwar hätte die Französin ohne diese Maßnahmen mehr Leistung zum Abrufen, was aber für mich als übergewichtiger kettenrauchender Nichtsportler den körperlichen Breakdown nach spätestens einer Stunde bedeuten würde.

Ähnlich wie der Motor ist auch das Fahrwerk durch und durch auf den Einsatz beim Enduro mit kniffligen Zwischen-stücken getrimmt. Hier kommen die schmale Linie (des Motorrades) und die niedrige Sitzhöhe dem Fahrer voll entgegen. Die voll einstellbare Gabel wird von Marzocchi gefertigt, sie überzeugt mit äußerster Gutmütigkeit und schafft selbst in brenzligen Situationen noch ein sicheres Gefühl. Wie die Gabel lässt sich auch das Federbein von Sachs auf Zug und Druckstufe einstellen. Das Federbein bereitet keine Kopfzerbrechen beim Überfahren von größeren Steinen und Holzstämmen. Was mit der T-Ride nicht zu empfehlen ist sind Exkurse auf MotoCross strecken. Zwar sind Sprünge über 15 Meter Tables mit dem weichen Fahrwerk sicher lustig anzusehen, jedoch auf keinen Fall zur Nachahmung empfohlen.
 

 

schmale Linie, nicht nur bei Frauen leiwand

 
Nicht restlos überzeugt hat mich die Frontbremse. Zwar reicht die Bremskraft ohne Probleme aus, um in jeder (Schräg)Lage zum Stehen zu kommen, jedoch sollte das auch mit nur einem Finger möglich sein. Speziell bei längeren Ausfahrten lässt der höhere Bremsaufwand die Finger verkrampfen, was auf Kosten der Fingerfeinfühligkeit des Fahrers geht. Im Gegensatz zur Bremse lässt sich die Kupplung federleicht mit nur einem Finger betätigen, dass die Kupplung über Seilzug betätigt wird, sollte der Freude keinen Abbruch bereiten.
 

Kleiner Tank, kleines Dekor.

Nur wo Scorpa draufsteht, ist Yamaha drin.

Der Reifen verrät die Herkunft.

Feinste Ware von Sachs.

Französisches Infocenter.

Hierzu bitte im Handbuch nachlesen.

 

Für alle temperaturfühligen Schönwetterfahrer wie arlo, die schon vor jedem Rennen neue Ausreden für ihr schlechtes Abschneiden suchen, bietet die T-Ride als zusätzliches Gimmick eine Außentemperaturanzeige. Ich höre mich schon reden: "Na heast bei 7 C° do hots ma de Finga eingfreat, wast eh, bin a bisserl temperaturfühlig; oder: Na Oida bei  30 C° wars ma zheiß, bei 28 C° wärs noch gangen, aber nit bei 30C°.  Neben der Temperatur werden natürlich noch Geschwindigkeit, Zeit, Drehzahl und Tripkilometer angezeigt.

Beim Fahren kristallisieren sich sehr schnell die Haupteinsatzgebiete der T-Ride heraus. Zum Einen ein perfektes Gerät zum Endurowandern, das aufgrund des leisen Sounds kaum gehört wird, mit einem Fahrwerk, das bei keinem Steilhang Ausreden übrig lässt. Zum Anderen ein Motorrad, das durch die Handlichkeit und kompakte Bauweise auf extrem schweren Terrain (zb. auf Indoor Enduroparcours)  ihre Vorzüge ausspielen kann.
Auch für Frauen und zu kurz geratene Herren bietet die T-Ride durch ihre niedrige Sitzhöhe eine Möglichkeit, um auch im Offroad Bereich- im wahrsten Sinne des Wortes - "Fuß zu fassen".

Die T-Ride setzt in Punkto Gewicht und Handlichkeit neue Maßstäbe, und wird in nächster Zeit ihren Fahrern die eine oder andere Stockerlplatzierung bescheren.

 

Scorpa T - Ride 250F - technische Daten

Motorbauart Einzylinder, 4-Takt
Hubraum 249 ccm
Bohrung x Hub 77 x 53,6 mm
Starter / Batterie E und Kick-Starter
Getriebe 5 Gänge
Gemischaufbereitung 28 Delorto Einspritzung
Steuerung DOHC 5 V
Motorschmierung 10W40 1,3L
Sekundärtrieb 12:47
Kühlung Flüssigkeitskühlung
Kupplung Mehrscheibenkupplung im Ölbad, per Seilzug betätigt
Zündung CDI
Rahmen Acier 25CD4S
Federung vorne Marzocchi 200mm voll einstellbar
Federung hinten SACHS
Bremse vorne Zweikolben AJP 260 mm schwimmend
Bremse hinten Zweikolben AJP 220 mm
Felgen, vorne / hinten 1,60" x 21" und 2,15" x 18"
Radstand 1404 mm
Bodenfreiheit unbelastet 325 mm
Sitzhöhe 850 mm
Tankinhalt ca. 7 Liter
Gewicht vollgetankt ca. 103 kg
Listenpreis: 7250 inkl. Nova und USt.
 

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Photos & Text: arlo

 

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Fazit: Scorpa T- Ride 250F

Die T-Ride setzt in Punkto Gewicht und Handlichkeit neue Maßstäbe, und wird in nächster Zeit ihren Fahrern die eine oder andere Stockerlplatzierung bescheren. Die Leistung bleibt dennoch bescheiden


  • Sehr geringes Gesamtgewicht
  • leiser, angenehmer Sound
  • schmale Linie des Motorrads
  • geringe Sitzhöhe
  • voll einstellbare Gabel
  • Kupplung.
  • Hoher Bremsaufwand
  • geringe Leistung
  • nicht für Motocross-Strecken geeignet

Bericht vom 20.03.2008 | 72.752 Aufrufe

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