RedBull Romaniacs 2018 - Offroad Tag 1

Offroad Tag 1: Der Auftakt

Die Regenfälle der vergangenen Wochen und der aktuelle Wetterbericht ließen keine Zweifel offen, dass der Streckenzustand der Red Bull Romaniacs 2018 “nass” sein wird. Starke nächtliche Schauer und immer wiederkehrende Regenfälle während des Rennens sorgten nicht nur für eine rutschige und schlammige Strecke, sondern verwandelten ganze Abschnitte in sumpfige Landschaften. Aus Abfahrten wurden “Bob- Bahnen” - die bei Winter-Olympioniken den blanken Neid erweckt hä7en. Hügel wurden zu unüberwindlichen Hindernissen, und Auffahrten sowie Felsen waren rutschig wie eine Eisbahn - um beim Wintersport zu bleiben. Die Zustände erinnerten stark an die besonders feuchte 2010er Ausgabe der Red Bull Romaniacs - und auch die war legendär!

von Arlo am 26.07.2018

Viele Fahrer, darunter auch Veteranen wie Emanuel Gyenes, kamen komplett zerstört im Zielbogen
an und waren sich einig, dass dies (mal wieder…) der härteste Red Bull Romaniacs-Tag aller Zeiten
war. In der Tat war der Morgen nicht gerade einladend: Bei Regen und Kälte (während ganz Europa
unter einer Hitzewelle leidet…) wurde das Feld ausgerechnet in einen finsteren alten Wald
geschickt, in dem die Bronze Klasse gleich am ersten Hang komplett verheizt wurde.


Um ca. 06.30 Uhr morgens brachen die Klassen in folgender Reihung auf: Gold und Bronze
zusammen, 30 Minuten später folgte Silber und Iron ungefähr um 08.45 Uhr in der Früh. Die
Reihenfolge der Top-Starter in der Gold Klasse stellte sich aufgrund der Platzierungen beim
gestrigen Prolog wie folgt dar: Taddy Blazusiak, Wade Young, Billy Bolt, Manuel Lettenbichler (Mini
Letti), Jonny Walker. Für viele der Werksfahrer sind die Red Bull Romaniacs nicht nur das wichtigste
(und schwerste…) Rennen des Jahres - sondern gleichzeitig auch der Top-Favorit. Entsprechend
unwesentlich waren die We7erbedingungen, und man ging sehr beherzt auf die Strecke los. Die
ersten Bestzeiten am Morgen wurden aus dem ”Frosch-Tal gemeldet, an dem Wade Young als
schnellster vorbeizog - gefolgt von Jonny Walker und Travis Teasdale. Im weiteren Verlauf des
Morgens erreichte Jonny Walker einige Bestzeiten gefolgt von Travis, Mario Roman und David
Cyprian. Auch Taddy Blazusiak war nicht langsam unterwegs, crashte jedoch in einer Pfütze, die
sicher auch ein russisches U-Boot verborgen hätte - und fand den Anschluss nicht mehr. Bei Jonny
Walker schlichen sich hin- und wieder Fehler ein - und auch er verlor zeitweilig den Anschluss an
die Tempomacher Mini-Letti und Wade Young. Die ”Young Guns übernahmen für den Rest des
Tages die Kontrolle und duellierten sich wie Jarvis und Walker in den Vorjahren. Das wurde mit
dem ersten (Mini) und zweiten Platz (Wade Young) in der Tageswertung belohnt. Als Walker im Ziel
von seinem dritten Platz erfuhr, war die Überraschung groß: er hatte sich sehr über seine
(minimalen) Fahrfehler geärgert und mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet.


Der ”König Graham Jarvis, ging am Morgen als Siebter auf die Strecke und kam entweder nicht so
recht in seinen ”Fluss oder hielt sich weiterhin (wie beim Prolog) vornehm zurück. Auf einer der
beiden heutigen Verbindungs-Etappen wurde er - witterungsbedingt - griesgrämig und kam
schlotternd in der Sektion ”600cc an. Er durchpflügte den Abschnitt in Top-Zeit und legte dann in
der zweiten Tageshälfte noch die eine oder andere Kohle nach - um sich den vierten Platz zu
sichern.


Während die Gold Klasse Fahrer die Strecke recht unbeeindruckt abspulten, ha7e die Silber und
Bronze Klasse etwas mehr Mühe - um es vorsichtig auszudrücken. Es war definitiv ein extremer Tag
und viele Fahrer rutschen in die Überzeit, was jedoch schon im Vorfeld bei der Planung des Tages
berücksichtigt wurde. Die Fahrer lieferten unglaubliche Leistungen ab, um sich irgendwie durch die
morastige rumänische Landschaft zu graben. Dabei wurden sie von den, trotz des Wetters,
zahlreich erschienenen Fans angefeuert und unterstützt.


Auch die Organisatoren selbst sahen sich mit einigen Herausforderungen konfrontiert: Für die
Auswärts-Etappen, die den Renn-Zirkus für zwei Tage in ein Ski-Gebiet in die Valcan-Berge führen,
musste das Gesamte Hauptquartier und Unterstützungsteams in der Nacht nach dem Prolog
umziehen. Die Mehrheit des Teams kam gegen drei Uhr morgens im verschlafenen Bergdorf an -
um die vorbereiteten Arbeitsplätze zu übernehmen- mehr als zwei Stunden Schlaf waren da Luxus.
Martin Freinademetz: ”Wir haben uns über diesen ersten Tag und insbesondere die zu
erwartenden We7erbedingungen viele Gedanken gemacht. Auch über die
Auswärtsübernachtungen und das zusätzliche Chaos, das dadurch entsteht. Aber genau hier fängt
das wirkliche, große Abenteuer an!


Ergebnisse nach Tag 1


  • 1 Wade Young Sherco

  • 2 Manuel Lettenbichler KTM

  • 3 Jonny Walker KTM

  • 4 Graham Jarvis HQV

  • 5 Taddy Blazusiak KTM


Text: Volker Jacob


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