Günstiger Schweiß

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MotoCross ist schon was ganz was feines. 2 Stunden auf der Piste bringen mehr Schweiß als jedes handelsübliche Getränkegefäß wieder nachliefern kann. Und das beste daran: Selbst noch so hohe Benzinpreise reißen das Konto nicht ins Minus. 8 Liter reichen.
Es war ein herrlicher Samstag Vormittag. Ich konnte das drohende Unheil eines SCS-Ausfluges inklusive IKEA Expedition gerade noch verhindern. Geschickte Diplomatie beim Umgang mit der Holden war angesagt. Stattdessen wurde meine nagelneue 400er EXC Kanten welche ich mir diese Woche beim Eckl in Ybbs gekauft habe, mit unglaublich geilen 0 Kilometern auf den Anhänger geschnallt. Die Anreise zur MX-Strecke bei Wöllersdorf dauert zum Glück ja gerade mal ein paar Minuten und einem grandiosen Vormittag stand nix mehr im Wege.
   
Zu Beginn sind wie immer ein paar demütigende Runden notwendig. Wie immer sind die ersten Runden auf dem Kurs eine extrem überraschende Angelegenheit. Ich wundere mich immer aufs neue, wie man das Fahren nur innerhalb von 2 Wochen so verlernen kann. Doch die anfängliche Nudelei ist bald vorüber. Nach 5-6 Einführungsrunden, bei denen ich erst gar nicht versuche schnell zu fahren, kippt das Bike wieder wunderbar in den Anlieger und der Table wird auch schon wieder geschnupft. Die MX Strecke in Wöllersdorf bietet mir alles was ich zum Üben so brauche.
Die ersten Runden mit der neuen Kanten
   
Mein erstes Gefühl auf der 400er EXC bei der KTM Vorstellung in Italien hat mich nicht getäuscht. Auch auf meiner "Hausstrecke" ist die 400er die perfekte Wahl. Der 400er Motor ist extrem sauber zu dosieren und ich kann mit dem Eisen sehr flüssig und entspannt durch die Anlieger kurven. Mit dem Bock hab ich genau die Leistung die ich brauche, nicht zu viel, und nicht zu wenig. Das für mich ideale Endurofahrwerk hat auf der MX-Piste nur einen Nachteil. Gelingt der Table mal nicht perfekt, wird der Bock umbarmherzig komprimiert. Tüchtige Schrauber können dem zwar mit einem härteren Setup entgegenwirken, ich rühre aber beim Crossen die Werkzeugkiste nicht an. Erstens bin ich dafür zu faul und zweitens fehlt mir dafür die Geduld.
Zum Glück hat die Kanten festere Ärmel als ich selbst. Ein harter Einschlag wird problemlos geschluckt. Ich brauch dann erstmal Pause.
   
Was mir an einem so kurzen Vormittagsausflug besonders taugt ist der geringe Aufwand von Zeit und Geld. Bike aufladen, bei der Tankstelle vorbeifahren und um ein paar Euro den Hobel volltanken, auf der Strecke 4 Turns fahren, wieder aufladen, ab nach hause und den Rest des Tages je nach Wetter entweder auf der Couch oder auf der Liegewiese im Freibad verbringen. Klarerweise rücken die Pros immer mit gigantischen Mobilheimen und überkompletter fahrender Werkstatt an, der Rookie brauch jedoch nicht mal einen Reservekanister mit. Wer einen Volltank leer fährt hat meistens genug. Was die Auswahl der Strecken im Norden und Osten von Österreich anbelangt gibt es überhaupt keine Ausreden. In absolut überschaubarer Reichweite befindet sich ein Dutzend geiler MX-Strecken. Großhöflein, Nursch, Pulkau, Maisbirbaum, Deutsch Wagram, Parndorf, Möggers, Mattighofen um nur einige zu nennen. Etwas schlechter gestellt sind hier die Offroad Freaks im Westen. Hier hilft nur der Sprung über die Grenze ins südliche Bayern. MX-Fans aus dem Süden können ihren Durst auf den gigantischen italienischen Tracks stillen. So schnell wie die Leute im Norden und Osten des Landes sind sie halt nicht auf der Strecke.

Auch gigantische Eisen mit Edelteilen ohne Ende sind nicht nötig. Mit jeder Enduro oder mit einem ausgelutschten alten Cross-Schlapfen kann man ein paar herrliche Runden auf der Piste drehen. Schottergruben-Heizer welche steht's die Anrainer und Gendarmerie im Genick haben sollten ihr Einsatzgebiet evtl. einmal überdenken. Auf der MX-Strecke ist man nicht illegal unterwegs und findet immer Gleichgesinnte in jeder Leistungsklasse von denen man sich noch was abschaun kann. Unter MX-Hobbyfahrern erlebe ich auf jeder Strecke sehr nette Kollegialität und bei jedem Ausflug auf einer neuen Strecke lerne ich neue Leute kennen, von denen ich noch was lernen kann oder mit denen man einfach Benzin reden kann.


Bereits im Sinkflug
   
Wer gerne mal ein wenig Racing- Adrenalin spüren möchte, der fährt zu Beginn einer angehenden Rennfahrer Karriere am besten ein Hobby Rennen mit. Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten den Gasgriff zu melken und die Unterarme ein wenig zu erhärten. Sehr engagiert in diesem Bereich ist die Fa. RS-Schalko. Auf der Homepage (http://www.rsschalko.at) findet man unter Racing Events alle Termine vom Waldviertel Cup, vom NÖ Cup und vom Weinviertel Cup. In den verschiedenen Cups findet jeder einen Gegner für harte Zweikämpfe. Empfehlenswerte Sache.

Also ein Plädoye an alle 1000PSler welche ein Offroad Eisen in der Garage stehen haben. Raus auf die MX-Piste. Nach ein paar vorsichten Runden hat das noch jedermann/frau Spaß gemacht. Na! Was meint ihr?

Bericht vom 09.08.2004 | 1.670 Aufrufe

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