IDM Auftakt

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Doppelsieg für Cudlin. Reifenkrieg Dunlop vs. Pirelli. BMW dominiert das Auftaktevent.

Im ersten Lauf hatten die BMW-Fahrer die Podiumsplätze fest im Griff. Im zweiten Rennen funkte Matej Smrz mit seiner Yamaha dazwischen.

Rennen 1: Polesetter Markus Reiterberger kehrte als Spitzenreiter aus der ersten Runde zurück. Im Schlepptau folgten Matej Smrz (Yamaha), Titelverteidiger Erwan Nigon (BMW), Damian Cudlin (BMW), Michael Ranseder (Honda), Gareth Jones (Yamaha) und Roland Resch (Suzuki). Auf der neunten Position tauchte völlig überraschend die einzige Dame im Feld auf: Lucy Glöckner hatte sich binnen einer Runde von Startplatz 16 nach vorn gearbeitet.  Ein Unfall in der dritten Runde löste im HRP-Honda-Team einen kurzfristigen Schockzustand aus. Michael Ranseder war in den Kies gestürzt, die Fireblade hatte Feuer gefangen. Viel war nicht mehr vom Motorrad zu retten, Ranseder blieb zum Glück unverletzt. Während dessen hatte sich Matej Smrz an die Spitze des Feldes gesetzt, doch in der fünften Runde fuhr er mit der Yamaha mit Kupplungsschaden an die Box. Nun war Damian Cudlin bis zum Schluss der führende Mann vor Erwan Nigon und Markus Reiterberger, der mit seinem Podiumsplatz einen prächtigen Einstand in Deutschlands höchster Straßenrennsport-Klasse gab. Stefan Nebel fuhr bei seinem SUPERBIKE*IDM-Comeback auf der BMW HP4 auf den sechsten Platz. Er kämpfte das ganze Wochenende mit einem Elektroniksensor, der sich auf den Speed des Motorrads auswirkte. Bester Suzuki-Fahrer wurde der Österreicher Roland Resch. Der Privatier kam auf dem achten Platz ins Ziel.

Rennen 2: Diesmal war Matej Smrz auf der Yamaha nicht zu bremsen. Der Tscheche gab das Tempo vor, bis er sich in der 13. Runde dem Angriff von Damian Cudlin geschlagen geben musste. Smrz verzichtete auf ein riskantes Manöver zum Kontern, sondern brachte als Zweitplatzierter lieber 20 Punkte gefahrlos ins Ziel. Nigon wurde diesmal Dritter. Reiterberger sah die schwarz-weiß-karierte Flagge als Vierter. Das HRP-Team musste das Wochenende nach dem zweiten Lauf endgültig abhaken. Ranseder war erneut gestürzt. Somit blieb der zu den Titelfavoriten zählende Honda-Fahrer auf dem Lausitzring gänzlich ohne Punkte. Eine Überraschung war der Auftritt des Niederländers Kevin Valk (BMW). Der Neuling wurde zweimal Fünfter.

Damian Cudlin (1./1.): Das war ein perfektes Wochenende. Im ersten Lauf habe ich bis zur achten Runde meine Dunlop Reifen geschont, danach bin ich ans Limit gegangen. Es ist für mich aber doch eine große Überraschung gewesen, dass die Rennreifen von Dunlop besser als die Qualifyer funktionierten. Als ich Matej Smrz im zweiten Rennen überholt hatte, dachte ich, dass er irgendwann kontern würde. Ich habe schon tief Luft geholt, aber dann noch einmal richtig gepusht.

Erwan Nigon (2./3.): Das war doch nicht übel, oder? Es waren meine ersten Rennen mit Pirelli-Reifen auf dem Motorrad und ich habe beide Male auf dem Podium gestanden. So einen guten Auftakt hatte ich im vergangenen Jahr nicht.


Für Pirelli war das ein SUPERBIKE*IDM-Auftakt nach Maß
, zieht Björn Lohmann, Leiter Racing- und Produktmanagement Zweiradreifen bei Pirelli Deutschland ein positives Fazit. Schließlich zeigt der Saisonstart auch, wie sich unser Know-how aus der Superbike-Weltmeisterschaft mit den neuen 17-Zoll-Reifengrößen in unseren frei erhältlichen Racing-Reifen widerspiegelt.   Ausgestattet mit Pirelli Diablo Superbike-Slicks sicherte sich Superbike-Vorjahresmeister Erwan Nigon auf seiner BMW S1000RR in den beiden Auftaktrennen die Plätze zwei und drei. Zwei und Drei klingt auf den ersten Blick nach zweimal hinter Dunlop. ABER! Nigon fuhr die letzten Jahre immer auf Michelin und hatte dort seinen perfekten Fahrstil. Dass er sich so rasch auf die vom Charakter her grundverschiedenen Pirelli umgestellt hat, überraschte die Insider. Noch erfolgreicher verlief der Saisonstart für die Pirelli-Cracks im Stocksport 1000-Championat: Auf seiner ebenfalls mit Diablo Superbike-Slicks ausgerüsteten Kawasaki ZX-10R überquerte der Schweizer Daniel Suter in beiden Rennen den Zielstrich als Erster und führt in der Gesamtwertung souverän vor Pirelli-Fahrer Bastien Mackels auf BMWs S1000RR. Getoppt wurden die Ergebnisse der Pirelli-Piloten in den hubraumstarken Klassen noch durch die Supersport-Piloten, die Supercorsa SC-bereift auf Zeitenjagd gingen: Kevin Wahr und Roman Stamm machten dabei die Siege unter sich aus. Jeder der beiden konnte am Ende einen Triumph und einen zweiten Rang für sich verbuchen. Dabei setzen nicht nur die beiden Siegfahrer auf die Top-Performance der Supercorsa SC-Rennreifen in der Supersport-Kategorie: Insgesamt vertrauen mehr als zwei Drittel aller Piloten in dieser Klasse auf den SC von Pirelli. Das zeigt sich auch im Gesamtklassement, das in den Top-Ten von acht Pirelli-Fahrern bestimmt wird.

Die IDM Saison wird also in jeder Hinsicht spannend. BMW ist bei den Marken erstmal vorne, doch man darf davon ausgehen dass Ranseder auf der Fireblade mit großem Ehrgeiz in dei nächsten Rennen geht. Cudlin legte die Latte in der Fahrerwertung hoch, doch Nigon wird mit zunehmender Testerfahrung mit seinen Pneus noch weiter zulegen können. Bei den Reifen hat in der 600er Klasse im Moment Pirelli die Nase deutlich vorne. Bei den Superbikes wird es aber auch hier ein spannender Zweikampf Dunlop gegen Pirelli. Leider nicht mehr mit im IDM-Zirkus ist Michelin. Nach einem gewaltigen Einstand in der letzten Saison zog die Konzernspitze leider den Stecker und verfolgte das überaus erfolgreiche Projekt nicht weiter.

Bericht vom 25.04.2013 | 2.390 Aufrufe

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