Gutz steigt ein

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Beim Kawasaki Cup stehen 2 Racinggenerationen am Start. Reinhold Gutzelnig will es mit 50 wieder wissen. Grammer schwitzt!
Kawasaki Cup 2008

Reinhold Gutzelnig steigt ein und schockt die Gegner beim ersten Training.

 

2008 wird kein Kawasaki Cup Jahr wie gewohnt. Erstmal sorgt der Hauptpreis, eine ZX-10R, für das beste Team für viel Spannung. Denn einzelne Fahrer alleine können unmöglich triumphieren, sondern benötigen zumindest 3 konstant fahrende Teamkollegen. Dies wusste auch auch der bettelarme Student und Vorjahressieger Klaus Grammer nur zu gut und reaktivierte mit gezieltem Einsatz von Sticheleien eine alte österreichische Cupracinglegende. Reinhold Gutzelnig, eigentlich schon seit Jahren in Racingpension will es 2008 wieder wissen und fährt gemeinsam mit Grammer im Team Lietz.

NastyNils: Wie kam es zu Deinem Wiedereinstieg in die Racingszene?

Gutz: Ich bin jetzt ein paar Jahre einfach nur auf der Strasse gefahren und hatte dort meinen Spaß. Allerdings wurde mir das viel zu teuer. Die Entscheidung wieder Rennen zu fahren, hat also einen sparsamen Hintergrund. Außerdem hat mich der Grammer angestachelt. Also ist eigentlich er und die Polizei schuld.

NastyNils: Gute Strategie die Chefin daheim gefügig zu machen oder?

Gutz: Die hat geschaut als ich mit 50 Jahren wieder ein Rennmoped gekauft habe. Wird hart werden für sie in den nächsten Wochen.

NastyNils: Ich hab viele schlimme Geschichten aus Deinen Honda-Cup Zeiten gehört. Stimmt es, dass Du den jungen Rennfahrern erst ihre Hasen ausgespannt hast, dann bis 4 in der Früh mit den Mechanikern gefeiert wurde und anschließend eine große Verbrennung der Gegner folgte?

Papa Lukaseder aus dem Hintergrund: Je schlimmer die Geschichten über Gutzelnig, desto größer der Wahrheitsgehalt....

Grammer kann es nicht fassen. Erster Rollout und schon war Gutzelnig da. Händeringend sucht er nach einer Erklärung... Gutzelnig gibt in der Zwischenzeit geduldig Tipps an seinem Teamkollegen Peter Lietz. Echte Profis erkennt man übrigens am Topmaterial. Wie zum Beispiel am jungfräulichen Leder und an High-Tech Knieschleifern.
 

Beim Kawasaki Cup Warmup im Rahmen der Artbauer Ringtage am Pannoniaring kam es zum ersten Treffen vom alten Hasen mit dem jungen Racingnachwuchs. Alles orientierte sich beim ersten Rollout natürlich an Vorjahressieger Klaus Grammer. Ich selbst war ebenfalls draußen auf der Strecke als Grammer auf die Piste ging. Hinter ihm ein Schwarm von Rundenzeitenparasiten. Alle wollten sie seine Geheimnisse sehen, alle wollten ihm Sekunden abschnorren. Mit dabei natürlich auch der Meister aus den 90ern. Gutzelnig war schnell wieder in Schuß und klebte an Grammers Hinterrad. In der Boxengasse machten schon die ersten Gerüchte die Runde. "Gutzelnig fuhr gerade 2:01!", raunte es durch die Boxengasse. Natürlich hatte niemand eine Stoppuhr bei der Hand, doch gute Gerüchte sorgen nun einmal für gute Gespräche.

Grammer über Gutzelnig: Der Gutz fährt noch immer wie damals. Erinnert mich ein wenig an Mick Doohan. Ziemlich aufrecht am Motorrad sitzend, wenig Hangoff aber komplett seitlich mit der inneren Schulter nach vorne. Die aufrechte Sitzposition gibt ihm viel Gefühl fürs Motorrad und lässt ihn schnell die Linie korrigieren, allerdings muss er dadurch bei gleichem Kurvenspeed mehr Schräglage fahren als Piloten mit starkem Hangoff.

NastyNils: Angst?

Grammer: Nein! Er hat mich in meinem Leben schon so oft hergebrannt, da ist mir heuer auch schon alles egal.

Gutzelnigs Auftritt hat jedoch auch andere erfahrene Racinghaudegen von früher hervorgelockt. Bei der Messe in Wien wurde ein amtsbekannter Honda-Cup Gegner von Gutzelnig vorstellig. Alois Turic von Kawasaki Österreich berichtet von einem klingenden Namen der österreichischen Racingszene. Beim Termin in Most soll es angeblich zum Showdown der alten Kontrahenten kommen.

Bei einer solchen Ansammlung von Routiniers werden natürlich auch die jüngeren Piloten in den Reihen dahinter sofort hungrig. Gutzelnig gibt schon nach den ersten Runden Tipps an seine Team-Lietz Kollegen.

Großes Fragezeichen sind bei vielen Boxengassengesprächen natürlich die vielen neuen Piloten im Cup. Die Bikecity geht mit einer Partie junger und komplett neuer Rennfahrer in die Saison. Doch untalentiert dürften sie nicht sein. Holzer Michael zum Beispiel war bisher 2x am Pannoniaring und fährt schon 2:09er Zeiten.

Ganz neu ist auch das Team Singer aus Salzburg. Die grüne Truppe rund um Gerd Singer fährt viel Motorrad hat viel Routine und hat in erster Linie mal viel Spaß auf der Strecke. Wenn nebenbei ein paar Pokale übrig bleiben hat aber niemand was dagegen.

Nicht überschätzen sollte man das Journalistenteam. Es wird zwar in Most von der oben genannten Racinglegende unterstützt, ansonsten dürften NastyNils, Jeff Assna und Gaststarter Didi Berger aber nur im Mittelfeld zu finden sein. Doch wir fahren natürlich aus rein journalistischen Gründen und ganz ohne Ehrgeiz mit...

 
Mit dabei war inmitten der Kawasaki Cup Truppe auch die Startnummer 1 in der Superstock Klasse. Sendlhofer hat bereits Ende März eine topaufgebaute Kawasaki ZX-10R und muss nun nur noch an der Feinabstimmung arbeiten. Sendlhofer: "Die Kawasaki geht gewaltig. Bin sehr zufrieden und zuversichtlich!" Foto: Martin Fulöp Damit es auch in der Boxengasse an nichts fehlt, wartet in der Box eine Ledergarnitur, der rote Teppich und feine Wohnzimmermöbel. Hier wird jemand vermutlich etwas länger zum Training bleiben....
   

Bericht vom 29.03.2008 | 2.651 Aufrufe

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