SBK WM Qatar

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Die Superbike-WM-2007 könnte zum absoluten Knüller werden Max Biaggi sorgt für einen Medien-Hype

Max Biaggi gelang beim Superbike-WM-Auftakt auf der Piste von Losail in Katar für einen sensationellen Einstand. Bereits im für den Römer völlig neuen Superpole-Qualifikations-Modus glänzte Biaggi mit Rang 2. "Es war etwas seltsam. Ich wusste nicht, was auf mich zu kommt und war dem entsprechend nervös", gestand Biaggi am Freitag nach der Superpole. "Ich habe versucht, so rund und sanft wie möglich zu fahren und wollte auf keinen Fall einen Sturz riskieren. Die Superpole-Runde ist mir sehr gut geglückt."

   

Der Römer Max Biaggi kam, sah und siegte!

 

Kein Zufall

Biaggi demonstrierte auch in den Rennen am Samstag seine fahrerische Klasse. Der 35-Jährige fuhr in beiden Durchgängen die schnellste Rennrunde und schraubte den Rundenrekord für Superbikes auf 1:59,194. Biaggi konnte auch auf den enormen Topspeed-Überschuss der Suzuki GSX-R 1000 auf den Geraden bauen. Der Beweis: Im zweiten Durchgang überholte Biaggi auf der langen Start-Ziel-Geraden beide Yamaha-Werkspiloten mit einem Manöver und reihte sich als Zweiter hinter Toseland wieder im Rennen ein. "Es war ein fantastischer Start in mein neues Superbike-Abenteuer", erklärte Biaggi.

Biaggi: Viel versäumt

Während Biaggis Teamkollege Yukio Kagayama in beiden Rennen von nachlassenden Reifen geplagt wurde, teilte sich der alte Fuchs Biaggi die Renndistanz über 18 Runden zu je 5,4 Kilometer beide Male perfekt ein und konnte jeweils am Schluss sogar noch zulegen. "Die Rennen sind sehr unterhaltsam. Ich wünsche, ich hätte die Superbike-WM bereits früher für mich entdeckt. Im zweiten Rennen habe ich zu James aufgeholt und ich denke, ich hätten ihn einholen können, wenn das Rennen noch drei oder vier Runden länger gedauert hätte." Im ersten Rennen hatte sich Biaggi rundenlang mit dem CBR 1000 RR Fahrer Toseland an der Spitze ein sehenswertes Duell geliefert, welches er am Schluss mit etwas mehr als einer Sekunde Vorsprung für sich entscheiden konnte.

Biaggi schreibt Geschichte Batta nicht vor Ort

Max Biaggi war mit dem Sieg in Durchgang 1 der erste Pilot in der Geschichte der Superbike-WM, der sein erstes Rennen gleich für sich entscheiden konnte. Der Italiener gewann vor neun Jahren sein erstes MotoGP-Rennen in Suzuka. Biaggis Alstare-Corona-Suzuki-Teamchef Francis Batta war wegen einer Krankheit nicht nach Katar gereist. Die Ärzte hatten dem gewichtigen Belgier von einer Reise abgeraten. Alstare-Suzuki verwendete bei den letzten Tests neuartige Mitsubishi-Elektronik auf der Logos des italienischen Hersteller Magneti-Marelli prangten. Insider wissen: Es gibt eine Art Entwicklungsabsprache zwischen den beiden Marken. Dennoch fuhren Biaggi und Kagayama in Katar die herkömmlichen Mitsubishi-Komponenten.   

 

Toseland demonstriert Stärke

James Toseland preschte wie Biaggi auf die Ränge 1 und 2 und reist somit mit einem satten Paket von 45 WM-Punkten zum Meeting auf Phillip Island, wo die Superbike-WM-Asse zum zweiten Mal in dieser Saison aufeinander treffen. "In Durchgang 2 waren die beiden letzten Runden ziemlich haarig, aber wir haben es geschafft und den ersten Sieg für HANNspree eingefahren", fasst Toseland zusammen. "Nach dem ersten Rennen war ich etwas enttäuscht, aber der zweite Durchgang hat mich entschädigt." Die HANNspree-Ten-Kate Truppe verwendete auf das Ersuchen von Honda in Katar spezielle HRC-Kupplungs- und Elektornik-Bauteile. Zuletzt hatten die meisten Honda-Teams ihre Kit-Teile selbst abseits der Autorität des Werkes entwickelt. Einer der Anbieter für diese Teile ist die britische Tuningschmiede PI. Die HRC-Komponenten hatten damit klar an Wertigkeit verloren.

   

Die TenKate Racing Truppe für die Saison 2007. Bei den Superbikes holte Toseland einen Sieg, bei den Supersportlern siegte Sofuoglu mit der neuen CBR 600 RR.

 

Bayliss für die sichere Variante

Troy Bayliss war über den Saisonauftakt verständlicherweise mehr als enttäuscht. Der Australier hatte auf der Xerox-Ducati sämtliche Rundenrekorde während der Wintertests ausgelöscht, reiste aber mit jämmerlichen 19 WM-Punkten aus Katar nach Australien. Bayliss erkämpfte damit lediglich um einen Punkt mehr als der Deutsche Max Neukirchner bei seinem Debüt im eigenen Suzuki-Team unterstützt von Suzuki Europa. "Wir haben geahnt, dass es hier schwierig werden würde", meinte Bayliss. "Ich hätte besser abschneiden können, aber dafür hätte ich mein Leben riskieren müssen und deshalb habe ich mich für die sichere Variante mit den Punkterängen entschieden. Für den zweiten Lauf haben wir eine neue Variante bei den Reifen ausprobiert und auch etwas an der Hinterraddämpfung probiert. Unser größtes Problem war der Hinterreifen, der mir für das Motorrad überhaupt kein Gefühl geboten hat."

Keine Freude bei den deutschsprachigen Piloten

Chris Zaiser preschte mit der MV Agusta bei seinem ersten WM-Antritt auf den 16. Rang im ersten Lauf und musste später mit einem Defekt ausrollen. "Wir müssen die positiven Eindrücke von Katar nach Australien mitnehmen", erklärte Teamchef Helmut Lasselsberger. Auch der Burgenländer Yves Polzer konnte mit Zaisers Ducati 749 des Jahrgangs 2006 keine Bäume ausreisen, auch er rollte knapp vor Rennhalbzeit aus. Nicht viel besser lief es für den Deutschen Jesco Günther bei seinem ersten Auftritt als Supersport-WM-Stammfahrer. Günther fuhr das Rennen auf der Honda CBR 600 zwar zu Ende, kam aber über Platz 22 nicht hinaus. Auf einen Punkterang fehlten Günther auf der Piste von Losail mehr als 40 Sekunden.  

 

Chris Zaiser fährt in der Saison 2007 auf MV Agusta in der Superbike WM

 
 

Freude bei Flammini

Superbike-WM-Promoter Paolo Flammini freut sich über den Neuzugang Max Biaggi. Der WM-Auftakt brachte ein gewaltiges Medieninteresse an der Superbike-WM. "Wir sind erstaunt über die mediale Aufmerksamkeit, die Max Biaggi in unsere Serie gebracht hat", erklärte Flammini. "in Italien haben sich alle landesweiten Medien und Zeitungen dem Thema Max Biaggi und die Superbike-WM gewidmet. Die Popularität von Max ist mit jener von Rossi durchaus vergleichbar. Max war Rossis großer Rivale und zieht sehr viel Interesse auf sich. "Obwohl in Jerez zeitgleich IRTA-MotoGP-Test an der Tagesordnung statt fanden, haben viele eingefleischte MotoGP-Journalisten den Weg nach Katar zur Superbike-WM gefunden."

   

Bericht: Johannes Orasche

 

Bericht vom 26.02.2007 | 4.829 Aufrufe

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