Triumph Tiger Explorer - Test in den Alpen

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Online seit: 02.09.2013

Testbericht

Triumph Tiger Expl. XC

Triumph Tiger Expl. XC

Wie sich die dreizylindrige Großkatze im kurvigen Geläuf anstellt.


Wie sich die dreizylindrige Großkatze im kurvigen Geläuf anstellt.






































































































































Triumph Tiger Explorer XC
 



Triumph Tiger Explorer XC – Schmusekatze oder
wildes Raubtier?




Der große Tiger von Triumph, ganz
korrekt Triumph Tiger Explorer XC genannt, macht bereits beim ersten
Kennenlernen klar, dass die große Reiseenduro mit fast 270 Kilo Gewicht
nichts fürs enge Winkelwerk sein kann - oder doch?

 

Die Physik ist schon eine
interessante und manchmal auch ziemlich groteske Angelegenheit. Da wird
uns großspurig erklärt, dass durch die Zentrifugalkraft schwere
Gegenstände in Kurven stärker zur Außenseite drängen als leichte und
daher eine höhere Seitenführungskraft, also Grip aufbringen müssen. Und
dann gibt es ganz kontrovers immer wieder Motorräder, bei denen das hohe
Gewicht wie weggeblasen zu sein scheint, wenn man mit ihnen ganz easy
durch Kurven zirkelt. Als probate Erklärungen dienen dann meist die
Aussagen: ” In der Praxis sind auch noch andere Parameter
entscheidend”oder ”die Ausnahme bestätigt die Regel”.

Triumph Tiger Explorer XC


Der große Tiger geht ungeahnt agil um die Ecken.


Eine sehr gute dieser
Ausnahmen ist die Triumph Tiger Explorer XC, die mit einem stolzen
Gewicht von fast 270 Kilo alles andere als dynamisch und leichtfüßig
scheint. Und dennoch lässt sie sich erstaunlich handlich bewegen, macht
enorm viel Spaß und geht ungeahnt agil um Ecken. Da sich das hohe
Gewicht bekanntlich (noch) nicht wegbeamen lässt, ist die ausgeprägte
Dynamik wohl eher an anderen Stellen zu suchen. Fündig wird man zum
einen am Hinterrad, der Metzeler Tourance EXP in der Dimension 150/70-17
begünstigt das schnelle Umlegen enorm und macht Richtungswechsel um
einiges leichter als bei Konkurrentinnen mit breiteren Pneus.

Triumph Tiger Explorer XC






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Zum anderen erleichtert
die sportlich aufrechte Sitzposition und der breite Lenker eine sehr
direkte Führung der Tiger Explorer XC. Auf einen besonders tiefen
Schwerpunkt kann der große Tiger hingegen nicht bauen, da hat etwa die
BMW R 1200 GS durch ihren Boxer-Motor die Nase vorn. Allerdings besticht
der Dreizylinder der Tiger Explorer XC wiederum mit anderen Highlights –
vor allem mit seiner Triumph-typischen Kraftentfaltung. Bereits weit
unten im Drehzahlband steht ein ordentliches Drehmoment zur Verfügung,
die Spitze von 121 Newtonmeter liegt im mittleren Bereich bei knapp 6500
Touren an. Und die Maximalkraft von stolzen 137 PS tritt dann
schließlich bei rund 9000 Umdrehungen auf die Bühne – allerdings nicht
plötzlich und unerwartet sondern gut kontrollierbar und sogar
vergleichsweise zahm. Tja, da hängen sich die 267 Kilo Gewicht dann doch
ein wenig an.



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Triumph Tiger Explorer XC

Triumph Tiger Explorer XC

Triumph Tiger Explorer XC

Das
Cockpit unterscheidet sich nicht wesentlich von jenen der Triumph-Naked
Bikes, lediglich auf einen programmierbaren Schaltblitz wird verzichtet.

Als
elektronische Schmankerln hat die Tiger Explorer XC nicht nur eine
serienmäßige Stabilitätskontrolle sondern auch einen Tempomaten.

Triumph Tiger Explorer XC

Der Motor lebt die Tradition - ein überaus potenter 1200er-Dreizylinder
mit gewaltigen 137 PS und 121 Newtonmeter Drehmoment.


Ein echtes britisches Männermotorrad!


In Sachen Bremsanlage
muss Triumph hingegen keinerlei Kritik einstecken. Selbst bei den
klassischen Modellen der Briten funktionieren die Bremsen ohne Tadel,
bei den sportlichen Modellen auf höchstem Niveau und bei den Großenduros
sowohl kräftig als auch gut dosierbar. So stellt auch die
Doppelscheibenanlage mit 305 Millimeter Durchmesser samt
Nissin-Vierkolbenzangen der Tiger Explorer XC niemanden vor Rätsel
sondern funktioniert einfach gut. Die aufzubringende Handkraft geht,
bedenkt man das hohe Eigengewicht, in Ordnung und das (abschaltbare) ABS
regelt zwar spürbar aber nicht unangenehm auffällig.

Triumph Tiger Explorer XC

Triumph Tiger Explorer XC


Fazit

Die Triumph Tiger Explorer XC ist ein stattliches Motorrad, das bereits
im Stand signalisiert, dass es nicht unbedingt als Einsteigergerät
missbraucht werden möchte. Die wuchtige Verkleidung passt daher sehr gut
zum gesamten Charakter des britischen Männermotorrads. Dazu gesellt sich
der kräftige Dreizylinder-Motor mit 1215 Kubik Hubraum und stolzen 137
PS – die zwar aufgrund der noch stärkeren Konkurrenz mit mittlerweile
150 PS niemanden hinter dem Ofen hervor locken, die Tiger Explorer XC
aber äußerst souverän und anständig voran treiben.

Triumph Tiger Explorer XC

Dass sie sich
trotz ihres hohen Gewichts sehr agil um die Ecken werfen lässt, ist ein
angenehmer Bonus zur ausgeprägten Reisetauglichkeit. Die Triumph Tiger
Explorer XC bleibt dennoch ein Motorrad, das von kundigen Händen bewegt
werden sollte und nicht von unerfahrenen Einsteigern.
 

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Triumph Tiger Explorer XC



kot
Kots Meinung:
Ich möchte nicht wie ein chauvinistischer Machismo klingen und bin auch
weit davon entfernt, einer zu sein, aber der Tiger Explorer ist ein
Männermotorrad der harten Sorte. Während andere Marken auf konsequenten
Leichtbau setzen und so das Leistungsgewicht ihrer
Groß-aber-schmal-Enduros runterschrauben wollen, schert sich der Tiger
nicht um seine Masse und trägt sie sogar stolz zur Schau. 259 Kilo in
der Normalversion und nochmals 8 Kilo mehr als XC-Variante sind feste
Werte. Na und? 137 PS sind auch ein fester Wert und der 1215 Kubik
Dreizylinder weiß sehr genau, wie er sie einsetzt. Man darf zwar in den
Spitzkehren die Drehzahl nicht zu stark abfallen lassen, weil der Motor
”untenrum” einer GS deutlich unterlegen ist, dafür dreht der Triple so
herrlich räudig und furchteinflößend nach oben, dass man damit auf jedem
Schlachtfeld die bedingungslose Kapitulation des Feindes erzwingen
könnte. Beim Aufstieg zum Stilfser Joch kam der BMW Boxer nicht davon,
Traktionskontrolle und ABS hielten auch der sportlichen Herausforderung
stand. Um mich wie ein mächtiger Mann zu fühlen, brauche ich allerdings
unbedingt die XC mit all den Rallye-Goodies, die so aussehen, als würde
ich mich jemals auf ein Abenteuer einlassen.





NastyNilsNasty Nils´ Meinung:
An den 3 Tagen hier in Ischgl fuhr ich insgesamt 14 Motorräder.
Besonders verliebt hatte ich mich diesmal in die Explorer von Triumph.
Warum? Sie fuhr einfach richtig gut. Wenn ein Motorrad das Urteil
”Neutrales Handling” verdient, dann diese Reiseenduro. Spielend leicht
kann die gewünschte Schräglage am Lenker eingestellt werden. Korrekturen
sind präzise und einfach möglich, immer fährt sie easy aber
pfeilschnell. Dieses Motorrad wurde von echten Motorradfahrern
entwickelt und zur Perfektion getrieben. Egal wie eng die Kurven auch
sind, die Tiger sticht mühelos rein. In den schnellen Passagen lässt man
den heiseren Dreizylinder von der Leine und gibt richtig Feuer - dank
des hochwertigen Fahrwerks kein Problem. Triumph ist echt nah dran an
der schier unschlagbaren GS. Die Bedienelemente könnten einen Hauch mehr
”Luxus” versprühen und das angebotene Zubehör ist gut, kann aber den
bayrischen Angeboten nicht das Wasser reichen. Die aufgezogenen Metzeler
Tourance EXP Reifen sind kongeniale Partner des Motorrades, ein Teil des
Lobes gebührt jedenfalls ihnen. Wir fuhren hoch oben in den Bergen bei
niedrigen Temperatuen und unten bei rund 30 Grad. Der Reifen hat
wirklich immer super funktioniert. Dieses Gesamtpaket von Motorrad und
Reifen verdeutlicht eindrucksvoll auf welch hohem Niveau heute das Thema
Motorrad genossen werden kann. Schnell, sicher, komfortabel und voller
Euphorie. Es war eine großartige Ausfahrt!




VauliVaulis Meinung:
Ein potenter Dreizylinder-Motor ist schon eine feine Sache, die Rolle
der Exotin lasse ich für die Triumph Tiger Explorer XC aber nicht mehr
gelten. In Zeiten, wo es andere mit V2-, V4-, R2- oder R4-Motoren bei
ihren Enduros versuchen, ist ein Reihen-Dreizylinder nichts auffällig
Exotisches mehr. Dass der Dreizylinder aber für viele das Beste aus
verschiedenen Welten darstellt, kann ich gut verstehen. Der Dreizylinder
hat nun mal im Gegensatz zum Vierzylinder bereits von weiter unten
ordentlich Power, dreht dafür höher aus als ein Zweizylinder und legt
auch mehr Laufruhe an den Tag. Das passt ausgezeichnet zu einer
Reiseenduro, mit der hunderte Kilometer am Tag gefressen werden wollen.
Dazu gesellt sich schließlich noch die wuchtige Verkleidung, die den
Vorteil hat, dass der Windschutz auf der Explorer XC ebenfalls
ausgezeichnet ist. Und was ist nun mit engem Winkelwerk? Fast 270 Kilo
lassen sich natürlich nicht restlos wegzaubern, der große Tiger bemüht
sich aber redlich, auch in verwinkelten Passagen Spaß zu machen. Der
Fahrer muss es nur zulassen und die Triumph fliegen lassen, dann staunen
nicht nur die Überholten sondern auch der Pilot selbst.


Triumph Tiger Explorer XC


Interessante Links:


Text: Vauli


Fotos:
Kukla

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