Ducati Diavel Chromo - Test in den Alpen

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Online seit: 23.07.2013

Testbericht

Ducati Diavel Cromo

Ducati Diavel Cromo

In der Cromo-Ausführung wirkt die Ducati Diavel 1200 besonders edel.


In der Cromo-Ausführung wirkt die Ducati Diavel 1200 besonders edel.
































































































































Ducati Diavel Cromo

 



Ducati
Diavel 1200 Cromo – nur optisch ein Schwergewicht.



Die
Ducati Diavel 1200 ist ein gewaltiges Motorrad, das trotz der breiten
240er-Walze im Heck dynamisch gefahren werden kann. Wer sich mit der
eigenwilligen Optik bisher nicht anfreunden konnte, wird vielleicht mit
der klassisch geschneiderten Diavel 1200 Cromo glücklich.
 

Als Ducati vor wenigen
Jahren die Diavel erstmals gezeigt hat, waren sich Anhänger und Gegner
des Designs nur darüber einig, dass sie sich niemals einig sein würden.
Bekanntlich sollte man aber niemals nie sagen, wer die Optik der
wuchtigen Diavel schon beim ersten Modell gemocht hat, wird auch an der
klassisch gestylten Diavel 1200 Cromo nichts auszusetzen haben. Wer aber
das erste Modell schlichtweg hässlich fand, wird mit der edel glänzenden
Cromo ein wenig versöhnt. Denn die geschickt platzierten Chromblenden an
den seitlichen Verkleidungen passen sehr gut zum Charakter der
eigenwilligen Ducati: Dezent aber doch bestimmt zeigen, dass es sich bei
der Diavel um ein brachiales Muscle-Bike handelt.


Denn bei der Technik
gibt es wirklich nichts zu meckern, der V2-Testastretta-Motor aus dem
Superbike leistet gewaltige 162 PS bei 9500 Touren und das Drehmoment
von 127,5 Newtonmeter bei 8000 Umdrehungen wirft die Diavel so vehement
nach vorne, dass man den Designern für die ausgeprägte Sitzmulde danken
muss. Die restliche Ergonomie passt ebenfalls zu diesem
Dragster-ähnlichen Geschoss, der Lenker ist so positioniert, dass man
auf der Diavel zwar sportlich nach vorne orientiert aber immer noch
ausreichend aufrecht sitzt.


Ducati Diavel Cromo


Mit 162 PS steht die Diavel sehr gut im Futter.






Ducati Diavel 1200 Cromo Bildergalerie (29 Bilder) - hier klicken!



Besonders erstaunlich
ist das Fahrverhalten der Diavel 1200 Cromo, von einem
240er-Hinterreifen würde man wohl keine allzu dynamische Fahrbarkeit
erwarten. Verglichen mit anderen Motorrädern mit so fetten
Hinterrad-Walzen – die in der Regel nur im Cruiser-Segment zu finden
sind – fährt sich die Diavel wie ein Moped. Aber auch im Vergleich mit
Naked Bikes muss sich die Diavel nicht verschämt verstecken und vor
jeglichen Kurven Angst haben sondern zieht erstaunlich agil um jegliche
Radien. Selbst Wechselkurven sind dank des niedrigen Schwerpunkts und
des akzeptablen Trockengewichts von 210 Kilo kein großartiges Problem –
mit etwas Nachdruck legt der extra für die Diavel entwickelte
Pirelli-Reifen stabil und gut kontrollierbar um.

Ducati Diavel Cromo

Ducati Diavel Cromo

Ducati Diavel Cromo

Das Heck
wird durch die fette 240er-Walze von Pirelli geprägt - da kommt die
fesche Felge gar nicht so recht zur Geltung.

Eine
Bremse kann nie zu gut sein, die supersportlichen
Monobloc-Brembo-Vierkolbenzangen sind für einen Cruiser aber
ungewöhnlich.

Ducati Diavel Cromo

Im Fahrbetrieb überrascht die Diavel 1200 Cromo mit einem erstaunlich
agilen Handling, mit etwas Nachdruck gibt der dicke Hinterreifen brav
nach.




Verglichen mit anderen Cruisern fährt die Diavel wie ein Moped.





Schließlich passt auch die Bremsanlage zu
dieser vergleichsweise handlichen Auslegung, die sportliche Ausbrüche
nicht gleich im Keim erstickt. Wobei die Monobloc-Bremszangen vielleicht
sogar ein wenig über das Ziel hinaus schießen, bedenkt man dass die
Diavel ein Muscle-Bike ist, das trotz aller Freude über die unerwartete
Agilität ein Cruiser bleibt, der auf Rennstrecken niemanden glücklich
machen würde. Egal, was man hat, das hat man, die radial montierten
Brembo-Vierkolbenzangen samt 320er-Bremsscheiben an der Front haben mit
der Diavel leichtes Spiel und wurden glücklicherweise gegenüber den
Superbikes ein wenig entschärft. Dadurch ist die Bremsanlage nicht nur
gut und mit wenig Handkraft dosierbar sondern auch angemessen sanft und
nicht zu bissig.


Ducati Diavel Cromo

Ducati Diavel Cromo




FAZIT

Die Ducati Diavel 1200 ist ein gelungenes Prestigeobjekt, das wirklich
niemanden kalt lässt. Die einen finden sie so richtig geil, vor allem
wegen ihres fetten 240er-Hintereifens, die anderen finden sie vielleicht
hässlich, egal ist sie aber niemandem. Abgesehen von den
Design-Vorlieben kann die Diavel aber auch mit ihren inneren Werten
punkten, der Testastretta-V2-Motor ist kultiviert und mit 162 PS
bestimmt nicht zu schwach, das Fahrverhalten ist erstaunlich agil und
die Sitzposition angenehm gemütlich mit einem sportlichen Touch. In der
Cromo-Version kommt dieses gediegene, elitäre Flair, das eine Diavel
ausmacht besonders gut zur Geltung, ohne dabei aufdringlich oder gar
peinlich zu werden.

Ducati Diavel Cromo
 

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Ducati Diavel Cromo
 

kot
Kots Meinung:
Die groteske Ausgeburt übermotivierter Designer und Techniker,
gewalttätiges Ungetüm und Angriff auf die bürgerlichen Werte christlich
geprägter Nationen. Ein Motorrad, das kein Mensch braucht und genau
deshalb brauchen wir sie. Sie verfolgt prinzipiell keinen sinnvollen
Zweck, ist von allen Pflichten befreit und will einfach nur Spaß machen.
Das organische Design im Spannungsfeld zwischen Liebe und Hass ruft
Staunen und Entsetzen hervor und auch nach einer Probefahrt gibt es die,
die nie wieder aufsteigen und jene, die nie wieder runter wollen. Die
schönste ist eindeutig die Carbon-Version, die glänzende Cromo-Variante
dagegen ist schon zu viel des Guten und entfernt sich etwas vom Stile
Italiano. Beim Touren durch die Alpen überraschen die entspannte
Sitzposition und die komfortable Sitzschale. Beim Manövrieren fällt das
geringe Gewicht der bauchigen Bologneserin auf, was sie auf den
engmaschigen Bergstraßen angenehm leichtfüßig und agil macht. Gepäck und
BeifahrerIn haben auf so einem Motorrad keinen Platz, die Teuflin
beansprucht aber ohnehin all deine Sinne.




Nasty Nils´ Meinung:
Ein herrlich verrücktes Motorrad welches immer wieder verblüfft. Es
lässt sich erstaunlich schnell und auch erstaunlich einfach bewegen. Im
Vergleich zu ”normalen” Nakedbikes muss man nur auf das starke
Aufstellmoment beim Anbremsen der Kurven aufpassen. Ansonsten ist die
Diavel eine tolle Fahrmaschine. Beim Redaktionsduell gegen das Duo
Panigale / Kot hatte ich mit der Diavel ausreichende Schräglagenfreiheit
zur Verfügung. Die Bremserei ist brachial, nur war es eben anstrengend
in den Radius zu bremsen. Der Motor braucht Drehzahl, damit
unterscheidet sich die höllische Fuhre auch von ”normalen” Choppern und
Cruisern. Dafür bietet das Aggregat aber oben raus infernalen Speed.
Beim Ampelstart ist man mit der Diavel quasi immer Sieger. Außer man hat
das seltene Vergnügen und trifft auf eine Yamaha V-Max. Aber die Diavel
bietet eine hohe Spitzenleistung, kombiniert mit langem Radstand und
satter Traktion – da können Sportbikes in der Hand von
Normalverbrauchern an der Ampel niemals mithalten. In den Bergen ist die
Diavel einer der ganze wenigen ”Cruiser” der auch in Spitzkehren viel
Spaß macht. Denn die Diavel ist wesentlich leichter als vergleichbare
Bikes und bietet, wie erwähnt, auch mehr Schräglagenfreiheit. Wer der
Diavel etwas praktischen Nutzen einhauchen möchte, der greift besser zur
”Strada” mit Seitenkoffer und Windschild. Damit wird die Diavel zu einer
der wohl coolsten Reisemaschinen überhaupt.


Ducati Diavel Cromo



Vaulis Meinung:
Grundsätzlich bin ich von der Ducati Diavel 1200 Cromo durchaus positiv
überrascht. Denn auch ich bin einer von diesen Kritikern, die erst
verstummen, wenn sie etwas selbst ausprobiert haben. Dementsprechend
schnell sind mir nach der kurvigen Fahrerei die Argumente gegen die
Diavel ausgegangen. Sie lässt sich wirklich ziemlich agil um Kurven
bewegen und der Motor ist ausgesprochen kultiviert aber dennoch
kraftvoll – näher an der Multistrada als am Superbike. Natürlich darf
man beim Fahrwerk keine Äpfel mit Birnen vergleichen: Gegen eine Triumph
Street Triple oder die Konkurrenz aus dem eigenen Haus, die Monster 1100
hat die Diavel keine Chance im engen Winkelwerk. Gegen alle anderen
Cruiser ist sie aber ein wahres Sportgerät. Einzig die Optik verstehe
ich nicht wirklich: Da hat man einen so herrlich schlanken V2-Motor und
verkleidet ihn mit einer Hülle, die vermutlich einen V6-Motor
unterbringen würde. Der fette 240er-Reifen hätte meiner Meinung nach auf
einer schlankeren Maschine noch mehr Wirkung gezeigt. Mit der dezenten,
klassischen Cromo-Lackierung wirkt die Diavel 1200 aber auch für mich
durchaus adrett.


Ducati Diavel Cromo


Interessante Links:


Text: Vauli


Fotos:
Kukla

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Die Ducati Diavel ist ein besonderes Motorrad und die Cromo-Edition ist eine besondere Ausgabe dieses besonderen Motorrades. So wie das Motorrad selbst ist auch funkelndes und spiegelndes Chrom nicht jedermanns Sache, aber das interessierte die Schöper der Diavel sowieso nie. Ob in Rot, in Carbon, oder in Chrom, die Diavel fährt jedenfalls auch in den Alpen überraschend leichtfüßig, trotz dem 240er Hinterreifen, und bezwingt mit dem 162 PS-Testastretta jeden Berg mit italienischem Elan.