BMW G 650 GS Test von 1000ps in Almeria / Spanien

Views: 200.558
Dauer: 00:03:22
Online seit: 07.02.2011

Testbericht

BMW G 650 GS

BMW G 650 GS

Auferstehung vom BMW GS Einzylinder. Erste Ausfahrt in der Sonne.

Auferstehung vom BMW GS Einzylinder. Erste Ausfahrt in der Sonne.

































































































































 

Unschuldig erwartete die G 650 GS ihr erstes Mal.
Das Ausstellungsstück musste den gebohnerten Granit verlassen und
dorthin gehen wo sie hingehört: Auf den gewundenen Asphalt in Spaniens
Süden.


 

Die G 650 GS ist neu, aber quasi eine herbeigerufene Wiedergeburt einer
ausgestorbenen Rasse. Herbeigerufen wurde sie von den treuen Einzylinder
Fans die es immer noch gibt. Die letzte F 650 GS wurde bekanntermaßen
von einem Zweizylinder abgelöst und stellte bisher den Einstieg in die
GS-Liga dar. Auf dem Papier betrachtet eine tolle Sache. 800 ccm hat der
Motor der F 650 GS zu bieten, super Fahrkomfort, tolle Motorabstimmung
und ein tolles Gesamtpaket. Doch wer Einzylinder liebt, lässt sich eben
auch nicht mit einem noch so tollen Zweizylinder abspeisen. Nun ist es
die G 650 GS, welche die Modellpalette von der BMW GS Reihe nach unten
hin abrundet.

Im Rahmen des

BMW Motorrad Test Camps
wollten wir
eigentlich der S 1000 RR auf Spaniens Straßen und auf der Rennstrecke in
Almeria ordentlich Auslauf gewähren. Doch in der Hotellobby fristete
auch eine noch jungfräuliche G 650 GS ihr Dasein. Klar zog sie
interessierte Blicke auf sich, doch auf erste Probefahrten muss sie sich
noch gedulden.





Pass auf meine jungfräuliche Kleine auf





BMW Marketingmann Florian Baumeister hatte jedoch aus einem uns noch
unbekannten Grund großes Vertrauen in die 1000PS Crew und übergab seine
kleine GS mit den Worten: "Bitte sei zu Beginn etwas vorsichtig. Sie ist
ganz neu und hat noch 0 km auf dem Kilometerzähler!"
. Wir werden auf die
jungfräuliche Kleine gut Acht geben!

Zu den Fakten: Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Motor mit
zwei obenliegenden Nockenwellen und einem Hubraum von 652 cm3 leistet
maximal 35 kW (48 PS) bei 6 500 U/min. und entwickelt ein Drehmoment von
60 Nm bei 5 000 U/min. Auf Wunsch kann eine Leistungsreduzierung auf 25
kW (34 PS) bei 6 500 U/min. sowie 47 Nm Drehmoment bei 4 500 U/min.
durchgeführt werden. Das macht die neue GS zum idealen
Einstiegsmotorrad.






Schaltblitz bei 180





Einzylinder hin, Einsteigermodell her! Bei der
Ausfahrt wirkte die G 650 GS trotzdem wie ein vollwertiges Motorrad. Die
Sitzbank zum Beispiel ist von ausgezeichneter Güte und würde sich auch
auf einem doppelt so touren Tourendampfer gut machen. Die Fahrt
bereitete viel Freude, denn hier auf den kurvigen Bergstraßen zählt
Spitzenleistung ohnehin weniger als flinkes Handling. Es ist für mich
kein Problem, wenn der Spurt von 100 auf 160 etwas länger dauert, wenn
die Reisegeschwindigkeit dann problemlos gehalten werden kann. Zum Einen
bleibt die Geräusch und Vibrationskulisse auf einem absolut erträglichen
Niveau. Man hat kein Mitleid mit dem kleinen Motorrad, wenn man mit 160
über die Bundesstraße fliegt. Erfreulicherweise bleibt sie auch auf den
Vollgasetappen auf der Autobahn stabil und Vertrauen erweckend. Mit viel
Liebe und Geduld ließ sich die Kleine zu Tempo 180 überreden. Die rote
Lampe über dem Drehzahlmesser, nennen wir sie mal Schaltblitz, auch wenn
sie vermutlich so was wie ein Begrenzerindikator ist, machte mich ein
wenig nervös. Ihr Blinken erinnerte mich an die mahnenden Worte von Hrn.
Baumeister. Daher ersparte ich dem tüchtig werkenden Einzylinder dann
auch den Versuch bei dem langen Autobahnbergabstück die 180er Marke
anständig zu knacken.


 



Bitte nicht verwechseln! Hier füllt man Motoröl ein, der Tank befindet
sich unter der Sitzbank.

Das Cockpit ist funktionell und übersichtlich, bietet jedoch nicht die
Informationsfülle wie die großen GS-Modelle.



Richtig gut und gar nicht Einsteigerklasse ist die komfortable Sitzbank.

Irgendwo muss es ja einen Unterschied zu den teureren GS-Modellen geben.
Der Schwinge sieht man die Einstiegsklasse an.

 

Ich widmete mich lieber dem Rest vom Fahrzeug
und fand besonderen Gefallen an den Heizgrifen. Ja, auch bei der
Einzylinder-Einsteigerklasse gibt es schon das tolle Luxusfeature als
Ausstattungsextra zu bestellen. Ich vergas zu erwähnen, dass es im
Rennleder bei frühmorgendlichen 4 Grad auch in Spaniens Süden recht
frisch ist. Doch die Heizgriffe fühlten sich bei dieser Kälte an wie
glühende Kohlen und wärmten über die Handinnenflächen gleich den Rest
vom Körper. Am anderen Enden des Motorrades sucht man den Luxus jedoch
vergeblich. Die Schwinge zum Beispiel bezeichnen wir mal als funktionell
und der Bordcomputer bietet bei weitem nicht jene Informationsfülle wie
die anderen GS Modelle und kann auch nicht vom Lenker aus bedient
werden. Logisch ins Gesamtbild passt jedoch die Kupplung. Sie ist selbst
mit kleinen Händchen und wenig Kraft spielend einfach zu bedienen.

Video - Test BMW G 650 GS



 




3,2 Liter auf 100km,
Leistungsreduzierung auf Wunsch.




Auch bei den Betriebskosten orientiert sich BMW mit dem neuen Modell an
der Klientel der Durchschnittsverdiener. Mit elektronischer
Kraftstoffeinspritzung, einer modernen Doppelzündung und optimaler
Abstimmung konnte in den Testreihen ein Verbrauch von nur 3,2 Liter pro
100 km bei konstanten 90 km/h erreicht werden. Entspricht zwar nicht der
Realität, ist aber ein Anhaltspunkt, der eine Annahme von ca. 4 Liter
auf 100 km im Straßenverkehr zulässt. Bei der 1000PS Vollgasorgie
schafften wir es jedoch 5 Liter auf 100km durch die Einspritzdüsen zu
blasen und stellen damit bestimmt einen All-Time-Rekord auf. Die Strecke
von der Rennstrecke Almeria bis hinunter ins Hotel Marina Playa nach
Mojacar wurde in 23 Minuten erledigt. Der Helikopter von Bike Promotion
war 3 Minuten schneller, der Bus ganze 20 Minuten langsamer. Die paar
Liter Sprit waren ausgesprochen grandios investiert.

Florian
Baumeister kann also beruhigt sein. Sein Kleine ist perfekt in das Leben
als Journalistenpressefahrzeug eingeführt worden. Sie kann nun nichts
mehr erschüttern. Die Sache mit dem vorsichtigen Einfahren auf den
ersten Kilometern sollte nicht überbewertet werden, die GS verkraftet
die harte Instant-Variante scheinbar auch.




Bildergalerie



Bilder vom G
650 GS Test in Spanien




Die wesentlichen Merkmale der neuen BMW G 650 GS im Überblick:

  • Zuverlässiger, durchzugskräftiger und verbrauchsarmer
    Einzylindermotor mit 652 cm3 Hubraum.

    Motorleistung 35 kW (48 PS) bei 6 500 min–1 und maximales Drehmoment
    60 Nm bei 5 000 min–1.

  • Federweg vorne 170 mm, hinten 165 mm

  • Leichtmetall-Gussräder in neuem Design. Durchmesser vorne 19”,

    hinten 17”

  • Standfeste Bremsanlage mit Einscheibenbremse vorne und hinten
    sowie abschaltbarem BMW Motorrad ABS (Sonderausstattung ab Werk).

  • Drei verschiedene Sitzhöhen: Serie 780 mm, Tieferlegung 750 mm
    (als Sonderausstattung ab Werk), Sitzbank hoch (schwarz) 820 mm.

  • Gepäckbrücke mit abschließbarem Staufach.

  • Mögliche Sonderausstattungen ab Werk: BMW Motorrad ABS
    (abschaltbar), Heizgriffe, Diebstahlwarnanlage, Hauptständer,
    Steckdose, Tieferlegung.






Interessante Links:



Text:
NastyNils

Fotos:
kot, BMW, NastyNils


 

 

Weiterlesen...

1000PS durfte die BMW G 650 GS exklusiv in Almeria testen. Die neue Einzylinder Enduro überrascht mit feinen Details wie Heizgriffen und einem per Handrad verstellbaren Federbein. Mit der kleinen GS läßt es sich geschmeidig durch die Kurven zirkeln. Auch am Knie schleifen und Hang-Off sind kein Problem.
Der Test: http://www.1000ps.at/testbericht-2351591-BMW_G_650_GS