Aprilia Dorsoduro 1200 Testride Racetrack Pannoniaring

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Dauer: 00:02:20
Online seit: 25.05.2012

Testbericht

Aprilia Dorsoduro 1200

Aprilia Dorsoduro 1200

Kurzer Tracktest am Pannoniaring mit dem Supermoto-Reiseenduro-Mischling aus dem Hause Aprilia.

Kurzer Tracktest am Pannoniaring mit dem Supermoto-Reiseenduro-Mischling aus dem Hause Aprilia.














































Tracktest Aprilia Dorsoduro 1200


Mischlinge sind normalerweise robuste und treue Begleiter. Sie haben
zwar nicht die Anmutung eines Rassehundes, aber vereinen oft die
positiven Eigenschaften mehrerer Rassen in einer Kreatur. Die Dorsoduro
1200 ist auch so ein Mischling. Und anders als die meisten
Promenadenmischungen sieht sie auch noch gut aus.
Bei
unserer 1000PS Bridgestone Gripparty am Pannoniaring brachte die Aprilia
Österreich Crew auch ein paar Testfahrzeuge mit. Die Dorsoduro 1200
bildete eine Wissenslücke in meinem Motorrad-Know-How und ich griff mir
das Teil sofort für eine Testfahrt. Aprilia Mann ”Hengsti” Hengstberger
erklärte mir vorher noch kurz die tolle ”ZZ” Vollkaskoversicherung. ZZ
steht für ”zsamhaun zahlen” was den Ehrgeiz im Sattel aber nicht
schmälern konnte.
Schon nach den ersten Metern wurde klar, dass man die großer 1200er nicht in eine Schublade pressen kann. Der Motor erinnert beim Durchzug zwar an eine Reiseenduro, hängt aber etwas aggressiver am Gas als die Aggregate der Tourenmaschinen. Die Sitzposition ist zwar gemütlich, doch ebenfalls agiler als im Sattel einer Bigenduro. Irgendwie ist da viel weniger Motorrad vorne im Cockpit, bei der Verkleidung und auch bei den Bedienelementen als bei einer GS oder einer Caponord. Andererseits bietet die Dorsoduro 1200 aber eine recht vollwertige Ausstattung:……….
Auf
der Strecke legte ich dem Motorrad die Latte hoch. Sie mit
Reisemotorrädern zu vergleichen wäre zu einfach, als Messlatte sollten
eher Nakedbikes dienen. Zu Beginn tat ich mir noch schwer den
Kurveneingang zu erwischen. Das lag weniger Reifen oder an der Geometrie
sondern eher an der Dosierung des voluminösen Motors. Beim Beschleunigen
hängt das Motorrad zwar sauber am Gas, doch im Schiebebetrieb oder bei
leichtem Gasanlegen macht der Motor den einen oder anderen Stotterer
welcher die Linie ein wenig versaut. Doch mit der Zeit lernte ich den V2
besser zu verstehen und schaffte es die Vorteile am Kurvenausgang
auszukosten. Das Teil beschleunigt aus den Ecken quasi auf
Supersport-Niveau und einige Gebückte hatten hier ihre liebe Not mit der
Dorsoduro. Eigentlich logisch – die 1200 ccm sind ja nicht nur dazu da
um den Finanzamt üppige Steuerabgaben zu bescheren.




Für eine Reiseenduro gut genug, für eine Supermoto oder ein sportliches
Bike aber etwas zu mild war mir persönlich die Vorderbremse. Das
Federbein hinten war mir zu Beginn ebenfalls zu soft, doch mit ein paar
Clicks konnte ich da ein nettes Setup hinlegen. Auf der Straße gibt
dieses Motorrad bestimmt einen richtig guten Kurvenwetzer ab. Doch mein
Gefühl sagt mir, dass die meisten Motorradfahrer hier im
deutschsprachigem Raum doch eher auf biederere Ware stehen als auf diese
hippe Reisesupermoto. Klar hat sie auch praktische Nachteile in Sachen
Windschutz, Stauraum und Fahrkomfort doch auf der anderen Seite macht
sie dann auch hier auf der Rennstrecke mehr Spaß als ein Reisedampfer.

Nervig und bei dem guten Gesamteindruck auch etwas unpassend war die
Schaltung. Auf der Strecke konnte ich damit noch gut leben, doch den
Leerlauf in der Boxengasse zu finden glich manchmal der Suche nach der
Nadel im Heuhaufen. Auf der Landstraße müssen wir nun aber demnächst
einen neuen Test planen. Multistrada vs. SMT vs. Dorsoduro. Wird ein
grimmiges Duell und Hengstis ”ZZ” Versicherung kommt möglicherweise dann
dort ins Spiel.


 

Interessante Links:
Fahrfoto: PanPhoto

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Die Aprilia Dorsoduro 1200 am ungarischen Pannoniaring.