Top 5 Motorrad-Prototypen

Heiße Eisen, die in dieser Form (fast) nie in Serie gingen!

Die besten Motorrad-Prototypen aller Zeiten! Aus manchen wurde tatsächlich ein Serienbike, manche blieben nur ein Prototyp und bei manchen wurde die Serie leider deutlich zahmer als ursprünglich versprochen.

BMW machte im Laufe seines Bestehens eine ganze Menge Wandlungen durch, vom zuletzt konservativen Reise-Motorradspezialisten mauserten sich die Bayern bis heute zum Komplettanbieter mit interessanter Designlinie. Wer hätte aber gedacht, dass einer der besten Entwürfe schon fast 100 Jahre alt ist?! Es handelt sich um die BMW R 7 von 1934, eines der schönsten Motorräder, das jemals gebaut wurde - leider niemals in Serie. Der Entwurf mit Pressstahlrahmen stammt von Alfred Böning, war aber wohl seiner Zeit zu sehr voraus, 1936 entschieden sich die Bayern nämlich für die sportlichere R 5 von Rudolf Schleicher mit geschweißtem Rahmen. Auch der Boxer-Motor der R 7 mit 800 Kubik Hubraum war offenbar zu innovativ: Zylinder und Zylinderkopf saßen in einem Gehäuse, wodurch keine Zylinderkopfdichtung notwendig war. Und die Nockenwelle wurde für eine niedrige Bauhöhe unter der Kurbelwelle platziert - diese Bauform fand erst wieder bei der /5er-Serie 1969 Einzug in die Serie!

Die BMW R 7 besitzt auch heute noch ein unfassbar modernes Design

Wie interessant die R 7 heute noch ist, merkt man daran, dass es einen Umbaukit Nostalgia von Nmoto Design gibt, der eine BMW R nineT Scrambler um läppische 40.000 Dollar optisch in eine R7 verwandelt - der Preis versteht sich ohne R nineT. Interessant in der Historie BMWs ist dennoch, dass viele Prototypen die Designsprache der tatsächlichen Modelle bereits sehr detailgetreu vorweg nehmen. Da wäre etwa der BMW Concept Roadster von 2014 vor der tatsächlichen R 1250 R oder BMWs 9Cento von 2018 vor der F 900 XR. Ob das Serieneisen der BMW Vision DC von 2019 dann tatsächlich so futuristisch aussehen wird, steht allerdings in den Sternen. Und beim optischen Frankenstein BMW E-Power Roadster Ende 2019 wünschen wir uns ohnehin, dass dieses Design in der Schublade bleibt.

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Hondas V4 Concept hätte ruhig die neue Fireblade werden können…

Auch bei Honda wagt man immer wieder mit aufsehenerregenden Prototypen einen Ausblick auf die Zukunft. 2008 war es das Honda V4 Concept, das uns damals schon auf eine neue Fireblade mit V4 hoffen ließ. Stattdessen wurde es die VFR1200F als Sporttourer, die in weiterer Folge den Grundstein für den Erfolg des innovativen Doppelkupplungsgetriebes DCT gelegt hat. Bis heute leider nicht gebaut wurde das Africa Twin Enduro Sports Concept von 2016 man dachte an ein Revival der großen Hardenduros wie BMW HP2 Enduro von 2005 mit 105PS oder KTM 950 Super Enduro R mit 95PS von 2006. Stattdessen halten nur noch Ducatis Hypermotard 950 und Aprilias Dorsoduro 900 wenigstens die Fahne der spaßigen Power-Supermotos hoch.

KTM verließ der Mut für die Unit als erstes reines Straßenmotorrad

Apropos KTM, Mitte der 1990er-Jahre wollten die Mattighofener erstmals seit langem wieder mit ein reines Straßenmotorrad auf den Markt bringen, allerdings verließ die Oberösterreicher offenbar der Mut, die KTM Unit wäre bestimmt gut beim Publikum angekommen. Stattdessen blieb es bei der 620 und 400 Duke mit offensichtlichen Offroad-Genen, deren zweite Generation 640 Duke II aber bereits das Stapellicht, also zwei übereinander angeordnete Rundscheinwerfer bekam. Und die dritte Generation Duke III ab 2008 sah der Unit zumindest beim Scheinwerfer verblüffend ähnlich. Aber wer weiß, wofür es gut war, immerhin resultierten alle KTM-Entscheidungen darin, dass uns heute ein unfassbarer Dampfhammer namens 1290 Super Duke R Spaß bereitet!

Die Suzuki B-King hätte eigentlich einen Turbo haben sollen!

Wie ein Motorrad auf den Markt kommt, wenn den Hersteller der Mut verlässt, sieht man auch an Suzukis B-King, die 2001 mit Kompressor, 240 PS, 240er-Hinterreifen und 150er-Vorderreifen angekündigt war. OK, mit 185 PS war auch die käufliche B-King von 2008 keineswegs schwachbrüstig, aber die Optik mit den polarisierenden Endtöpfen traf nicht jedermanns Geschmack. Vermutlich ist die B-King auch deshalb heute eine begehrte Gebrauchte, die immer noch als eines der stärksten Naked Bikes gilt. Interessant und aus heutiger Sicht leider ziemlich unbemerkt ist die Suzuki Recursion R2 Turbo von 2013, die mit 588 Kubik samt Turbolader ca. 100 PS und stolze 101 Newtonmeter bei nur 4500 Touren generiert hätte. Stattdessen wird die Turbo, bzw. Kompressor-Spielwiese Kawasaki mit der H2 seit 2014 überlassen. Aber wie heißt es doch so schön: Was nicht ist, kann ja noch werden…

Käufliche MotoGP-Prototypenableger von Ducati und Honda

Eine etwas andere Spielart in Sachen Prototypen stellt die MotoGP-Rennserie dar, immerhin fahren dort die weltbesten Motorrad-Akrobaten mit unkäuflichen Einzelstücken ihre Runden. Zumindest die meisten. Denn Ducati wagte es bereits 2007 mit der Desmosedici RR eine käufliche Replika der MotoGP-Desmosedici GP von 2006 mit echter MotoGP-Technik auf den Markt zu bringen! Über 200 PS, 171 Kilo trocken und erstmals mit V4-Motor waren ein Garant für großes Interesse vor allem bei Sammlern. Daher waren die 1500 Stück um damals knapp 60.000 Euro auch recht schnell vergriffen, billiger werden die bestehenden Desmo RR bestimmt nicht mehr. 2014 wollte Honda das Kunststück wiederholen, allerdings mit einem Preis, der weit näher an jenem der echten MotoGP-Bikes lag: rund 200.000 Euro riefen die Japaner für die RC213V-S auf in der aber auch richtig viel MotoGP-Technologie steckt. Die größten Unterschiede sind das Seamless-Getriebe, und die pneumatische Ventilsteuerung bei den Rennboliden.

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Bericht vom 14.12.2020 | 14.913 Aufrufe

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