Husqvarna Svartpilen 901 Erlkönig gesichtet!

Der schwarze Pfeil aus Schweden mit größerem Motor

Natürlich wünschen wir uns alle eine mächtige Zweizylinder-Husqvarna auf Basis der KTM 1290 Super Duke R, am besten also eine Vitpilen 1301 mit riesigem V2-Motor. Es ist aber durchaus verständlich, dass die Austro-Schweden zuerst den bekannten LC8c-Reihenzweizylinder aus 790 Duke, 790 Adventure und 890 Duke R nutzen, um in die Sphäre der Zweizylinder vorzudringen. Beweis dafür sind erste Erlkönig-Fotos einer nackten Husky mit Reihen-Zweier – vielleicht eine Svartpilen 901?

Husqvarna musste in seiner langen Historie schon viele Umwälzungen mitmachen – 1987 an Cagiva nach Varese in Italien verkauft, 2007 Übernahme durch BMW und seit 2013 ist das ehemals schwedische Unternehmen bei KTM eingegliedert. Daher ist es ziemlich sinnlos, darüber zu diskutieren, was wäre gewesen, wenn das alles anders gelaufen wäre, immerhin steht Husqvarna unter der KTM-Regie derzeit als sehr eigenständige und avantgardistische Marke sehr gut da. Wurden zunächst nur leicht aktualisierte, sprich anders beklebte Husaberg-Modelle verkauft, so werden mit den 401- und 701-Baureihen seit 2018 endlich auch eigens entwickelte Husqvarna-Modelle angeboten. Handelt es sich bei diesen bisher ausschließlich um Einzylindermodelle, so soll Ende 2020 der nächste Schritt im Ausbau von Husqvarnas Modellangebot folgen: Mehrere zweizylindrige Modelle!

Natürlich wünschten wir uns alle eine mächtige Husqvarna Vitpilen 1301…

Eigentlich sollte der erste Schritt hin zu zweizylindrigen Straßenmotorrädern ursprünglich mit einem V2-Power Cruiser auf Basis der KTM 1290 Super Duke R erfolgen – im Vorfeld natürlich schon gerne als 1301er bezeichnet. Allerdings hat bereits ein, im Frühherbst 2019 von uns erwischter Prototyp und die später auf der EICMA präsentierte Norden 901 darauf hingedeutet, dass sich Husqvarnas Fokus nun doch zunächst auf die Nutzung von KTMs LC8c-Motor verschoben hat, wie dieser eben in der 790 Duke, 790 Adventure und in der nächsten Ausbaustufe in der 890 Duke R zum Einsatz kommt.

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Als Basis der neuen Husqvarna Svartpilen 901 dient die KTM 790 Adventure

Die hier erwischten Prototypen der Svartpilen 901 (so eine mögliche und zu Husqvarna passende Namensgebung), befinden sich noch in einem frühen Stadium. Und doch lassen sich bereits wichtige Details erkennen: So baut das Modell in erster Linie auf der 790 Adventure auf und leiht sich von dieser den Hauptrahmen, Vorderradgabel, Hinterradschwinge sowie die Brembo-Bremsen. Die Prototypen auf unseren Fotos zeigen jedoch auch einige eigene technische Details, um die 901 Svartpilen von ihrer KTM-Schwester abzuheben: So verzichtet das Modell auf die eigenwillige Tanklösung der 790 Adventure mit ihrem sehr tief angebrachten, zweigeteilten Kraftstofftank. Stattdessen ist dieser klassisch vor dem Fahrer verbaut, dürfte jedoch auch hier ein Füllvermögen aufweisen, um eine ausreichende Reichweite möglich zu machen. Auch das Rahmenheck ist neu entwickelt, um im Zusammenspiel mit einer neuen und besser gepolsterten Sitzbank eine entspanntere Sitzposition zu ermöglichen. Ein deutlich flacherer Lenkkopfwinkel soll zudem für stabileren Geradeauslauf sorgen, was ebenso auf den, auf Langstreckentauglichkeit gelegten Fokus hindeutet wie die entsprechenden Reifen.

Der aufgebohrte KTM 890 Duke R-Motor steht auch der Husqvarna Svartpilen 901 ausgezeichnet!

Der Motor basiert, wie bereits erwähnt, auf dem bekannten LC8c-Reihenzweizylinder, wie er in der 790 Adventure zum Einsatz kommt, wird jedoch modifiziert. So werden sowohl Bohrung als auch Hub erweitert, zudem kommt eine Kurbelwelle mit 20 Prozent mehr Schwungmasse zum Einsatz – für aufmerksame Leser und Zuseher von 1000PS alles Neuerungen, die bereits die KTM 890 Duke R erhielt und die zum Jahreswechsel 2020/21 auch den normalen Duke und Adventure zugutekommen werden, die dann unter 890 Duke und 890 Adventure firmieren werden.

Neben Norden 901 wird es zwei Versionen der Husqvarna Svartpilen 901 geben

Das Design der Prototypen ist bei weitem noch nicht final, dennoch lässt ein erster Blick bereits Interpretationen zu: So wird sich das fertige Bike grundsätzlich an der, von KTM-Hausdesigner Kiska gestalteten „New Classic“-Linie orientieren, die Vitpilen und Svartpilen 401 sowie 701 schon vorgegeben haben und die auch das Conceptbike Norden 901 aufgegriffen hat. Auf unseren Fotos erkennbar ist, dass sich zwei Versionen in der Erprobung befinden: Eine mit einer kurzen und eine mit etwas größerer Scheibe, die hier in beiden Formen noch in mattschwarz gehalten sind, was auf eine tourentauglichere Version und eine mit spärlicherem Windschutz ausstaffierte Basisversion hindeutet.

Husqvarna gibt Gas – Vitpilen 501 und Norden 501 sollen folgen!

Wann mit der Markteinführung gerechnet werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Das frühe Stadium der beiden Prototypen auf unseren Fotos lässt darauf schließen, dass dieses Jahr eher noch nicht mit der Präsentation gerechnet werden kann, zumal die Auswirkungen der Corona-Krise auch die Produktplaner in Mattighofen vor ernste Herausforderungen stellen. Wenn es so weit ist, sollen die beiden Bikes jedoch zusammen mit der Serienversion der Norden 901 den Startschuss für eine Ausweitung des Modellprogramms von Husqvarna bilden: So sollen mittelfristig weitere Zweizylinder mit rund 500 Kubik Hubraum folgen, dann in Form eines weiteren Café Racers nach Rezeptur der Vitpilen 701, sowie einer kleinen Norden 501. Husqvarna gibt also eindeutig Gas, um sein Modellangebot weiter auszubauen - die beiden hier gezeigten 901-Modelle werden nur der Anfang sein!

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Bericht vom 15.05.2020 | 15.822 Aufrufe

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