Suzuki GSX-R750 K4/5 (2004/05) Test und Gebrauchtberatung

Die goldene Mitte zwischen Supersport und Superbike!

Es gab eine Zeit, in der die GSX-R750 das beliebteste Sportmotorrad der Firma Suzuki war, ganz einfach, weil alle Klischees über die nutzbare Leistung eines 1000er-Motorrads in Kombination mit dem Fahrwerk eines Supersportlers absolut wahr waren. Heutzutage bedeutet das Aufkommen elektronischer Helfer enorme Unterstützung des Fahrers, in den 2000er Jahren musste man aber immer etwas vorsichtig sein, wenn es darum ging, einem 1000er-Eisen eine mächtige Ladung an PS zu geben. Infolgedessen rechtfertigte die GSX-R750 ihre Existenz als eine beliebte Alternative, wobei schon bei ihr ordentlich viel Leistung vorhanden ist.

Ab und zu ist es eben ein Vergnügen, eine Maschine zu fahren, die tatsächlich ein gewisses Maß an Geschicklichkeit des Fahrers mit dem Gasgriff erfordert - und genau da machte die GSX-R750 K4/5 einen Schritt nach vorn. Die K4/5 wird von vielen als Inbegriff der GSX-R750-Generation angesehen. Sie ist eine wunderschöne Maschine, die man fahren kann, wenn man ein Motorrad haben möchte, das mitreißend, aber nicht zu hektisch oder drehfreudig ist. Dank des 150 Kubik-Vorteils der GSX-R750 gegenüber der GSX-R600 hat der Reihenvierzylinder der GSX-R750 eine wirklich schöne Drehmomentspreizung, die es ihm ermöglicht, aus Kurven herauszufahren, ohne dass Sie zu viel durch die Gänge schalten müssen. Und dann, wenn sie aufrecht steht, einen wogenden Spitzenrausch liefert, der sowohl im Gefühl als auch im Klang eine echte GSX-R ist. Es gibt nur wenige Maschinen, die so einfach schnell zu fahren sind oder so natürlich ausbalanciert sind wie die GSX-R750 K4/5, und wenn man anfängt, sich auf ihr zu bewegen, wird es einfach immer besser und besser.

Es gibt sie noch, die Suzuki GSX-R750 K4/5 zum Schnäppchenpreis!

Die K4/5 hat ein fast identisches Fahrgestell wie die GSX-R600 (die 750 hat lediglich eine verbesserte Gabel) und ist eine Freude auf schnellen Straßen oder besser noch auf der Rennstrecke. Die GSX-R750 ist wunderbar ausbalanciert und es ist ein Leichtes, einen Scheitelpunkt punktgenau zu treffen. Sie ist eine Freude, wenn man weiterfährt, und sie ist eines jener Motorräder, die mit dem Fahrer zu arbeiten scheinen, anstatt gegen ihn zu kämpfen. Wenn Sie eine schnelle und ruhige Fahrt auf der Straße wollen, brauchen Sie nicht weiter zu suchen, und um Ihr Streckenhandwerk zu erlernen, gibt es nur wenige bessere Alternativen. Das Beste an dieser speziellen Generation der GSX-R750 ist jedoch ihr Preisschild. Die GSX-R750 K4/5 ist mittlerweile richtig günstig erhältlich und ein absolutes Sportmotorrad-Schnäppchen. Schnell genug, um zu begeistern, aber raffiniert genug, um sich nicht einzuschüchtern lassen zu müssen, ist es einfach ein brillantes Eisen für jeden, der die analogen Freuden eines Sportbikes aus der Mitte der 2000er Jahre genießen möchte.

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Worauf man bei einer Suzuki GSX-R750 K4/5 achten muss:

Obwohl im Allgemeinen mechanisch zuverlässig, haben Suzukis eine ziemlich schlechte Erfolgsbilanz, wenn es um den allgemeinen Verschleiß geht, und die GSX-R750 K4/5 bildet da keine Ausnahme. Das erste Startprozedere ist auch gleich das erste Indiz, das einen wirklich guten Anhaltspunkt dafür gibt, ob das Motorrad gut gewartet oder geprügelt und unter allen Bedingungen grob gefahren wurde. Die Qualität der Befestigungselemente ist sehr schlecht und das bedeutet, dass sie beim ersten Anzeichen von Wintersalz oder mangelnder Pflege korrodieren und stumpf werden, daher sollten Sie alle glänzenden Bereiche inspizieren, und das sollte Ihnen eigentlich schon alles sagen, was Sie wissen müssen. Wenn das Motorrad gut gepflegt aussieht, haben Sie einen Gewinner, also beginnen Sie, sich in die Mechanik zu vertiefen...

Die Bremsen der Suzuki GSX-R750 K4/5 verdienen Beachtung

Während der Aktualisierung von K2/3 auf K4/5 erhielt die GSX-R750 zweifache Drosselklappengehäuse, die für ihre Drosselklappenpositionssensoren (TPS) berüchtigt sind. Wenn das Motorrad sich weigert, reibungslos Fahrt aufzunehmen, oder eine Warnleuchte am Armaturenbrett aufleuchtet, kann man annehmen, dass diese kaputt sind und man etwa 200 Euro für die Reparatur ausgeben muss. Wenn die 300 mm-Bremsscheiben auf der Rennstrecke gefahren wurden (und das tun viele), haben sie die dumme Angewohnheit, sich zu verziehen, besonders wenn die Beläge gegen reibungsintensivere Nachrüstteile ausgetauscht wurden, und die Kolben der Tokico-Bremssättel kleben auch ganz gerne. Entlasten Sie die Front und lauschen auf jedes Geräusch eines schleifenden Belags, wenn Sie bei einer Testfahrt auch ein Pulsieren spüren, deutet das auf eine verzogene Scheibe hin. Ein umgebauter Bremssattel kostet nicht die Welt und normalerweise brauchen sie nur eine gute Reinigung, aber Ersatzscheiben sind da schon teurer. Einige Besitzer behaupten, dass die Räder etwas weich und anfällig für Dellen sind, also prüfen Sie, ob sie gerade und korrekt sind, und stellen Sie sicher, dass der hintere Bremssattel nicht festgefressen ist, da er sich in der direkten Schusslinie des Straßenschmutzes befindet.

Ein Suzuki-Motor macht nun mal keine Probleme. Meistens nicht.

Größere Motorprobleme sind bei der GSX-R750 sehr selten. Der Motor ist serienmäßig sehr laut, besonders beim Starten, nur wenn der Lärm anhält, sollten Sie etwas vorsichtig sein. Einige wenige Besitzer berichten von Problemen mit der Nockenwelle, aber im Allgemeinen ist Ihre größte Sorge das Getriebe, das nicht sehr robust ist. Achten Sie darauf, dass es glatt durch die Gänge geht (es ist ein schönes Getriebe und sehr präzise, nun ja, das sollte es auch sein!) und dass die Kupplung schön sauber schließt. Dann wäre die erste, kostengünstige Maßnahme, den Punkt, an dem der Schneckenantrieb in das Motorgehäuse geht, einer gründlichen Reinigung zu unterziehen.

Gab es Updates an der Suzuki GSX-R750 K4/5?

Die K4/K5 ist eine Weiterentwicklung der GSX-R750 K2/3 und erhielt neben einer Reihe von technischen Aktualisierungen, die sowohl Leistung als auch Drehmoment erhöhten, Titanventile im Motor, veränderte Öffnungen und Entlüftungsbohrungen in den oberen Kurbelgehäusen. An der Chassis-Front brachte der K4/5 neben Bremsscheiben mit kleinerem Durchmesser, einem überarbeiteten Chassis und einem neuen Look auch Radialbremsen mit. Es war also eine ziemlich kräftige Aktualisierung und weit mehr als nur ein Facelift. Im Jahr 2006 wurde die GSX-R750 zum komplett überarbeiteten K6 Modell mit seinem niedrigen, geschwungenen Auspuffrohr und einem weitaus aggressiveren Aussehen umgebaut. Es handelt sich dabei um ein völlig neues Modell, das nur sehr wenige Komponenten mit der K4/5 teilt und daher noch ernsthafter und viel spurtreuer ist als die etwas entspanntere Vorgängergeneration.

Wieso eine Suzuki GSX-R750 K4/5 (2004-2005)?

Obwohl es sich um ein ausgezeichnetes Rennstrecken-Motorrad handelt, ist diese Generation der GSX-R750 aufgrund ihres eher altmodischen Aussehens weniger beliebt als das aktualisierte Nachfolgemodell und als solches immer noch bemerkenswert preiswert – wenn man noch eine bekommt! Daher ist es auch durchaus möglich, dass so mancher Verkäufer ein paar Hunderter für die Jubiläums-K5 aufschlagen möchte, was grundsätzlich im Jahre 2005 nicht geschah, weil eine Menge davon gebaut wurde. Heutzutage werden sie aber immer seltener und auch diese Sondermodelle werden immer seltener.

Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

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Bericht vom 04.05.2020 | 10.827 Aufrufe

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