KTM LC4 Cafe Racer

KTM LC4 Cafe Racer im Eigenbau. Ein Leser sendete uns Fotos und Text zu seiner "britischen" KTM.
KTM LC4 Cafe Racer
 

KTM LC4 Café Racer

Wer hätte gedacht, dass sich die feine englische Art und die rohe, österreichische Kraft vom Land so harmonisch verbinden lassen.
 

Der folgende Satz darf und sollte auch als Aufforderung verstanden werden: Leider kriegen wir viel zu selten E-Mails wie jene von Mario L. ins Postfach, die eine Bitte um Veröffentlichung eines selbst verwirklichten Umbaus enthalten. Dazu geliefert wurden Fotos und Infos für eine erste Bewertung von Redaktionsseite. Mit Urteil "Prädikat: Sehenswert" dankt der Empfänger dem Sender 6 Wochen nach Kontaktaufnahme für seine Nachricht und bittet um weitere Zusendung von Bildern und Texten. Der Sender bedankt sich für die rasche(!) Antwort und versichert, sich noch heute "nach der Arbeit z`haus hinzuhocken und ein paar Zeilen über`s Moped zu verfassen." Diese will ich hiermit unverfälscht wiedergeben.

"Ursprünglich handelte es sich bei der Maschine um eine äußerst grindige 91er LC4, die sichtlich nicht gerade in den Brunnen der ewigen Schönheit gefallen ist. (siehe Foto) Da sie aufgrund ihrer graziösen Optik und der brachialen Leistungsentfaltung des gefühlten 20 PS Triebwerks (ohne Ausgleichswelle wohlgemerkt) vermutlich nicht einmal die Ungarn bei der "Sperrmüllabholung" mitnehmen würden... habe ich kurzer Hand beschlossen, i bastl afoch wos Lustiges draus! Nachdem ich das Moped gestrippt und alle KTM Plastics blitzartig entsorgt hatte, montierte ich vorerst provisorisch anstelle des originalen Kunststofftanks den Blechtank einer alten Yamaha XS400 und anstatt der KTM Lichtmaske einen verchromten Scheinwerfer (ebenfalls einer XS400). ...sah schon ganz witzig aus, aber noch lange nicht wie ein "altes klassisches Motorradl. Um optisch einen "luftgekühlten Look" zu erzielen, habe ich den rechten Wasserkühler (ab Werk vorne am Rahmenbrustrohr verbaut) im Heckrahmen unter dem Sitz verbaut. Natürlich werden jetzt gleich alle aufschreien: "Ein Wasserkühler im Heck bringt weniger Kühlleistung als zwei Kühler an der Front" Richtig, die Kühlleistung eines Wasserkühlers im Heckrahmen ist natürlich nicht so effektiv wie die zweier Kühler an der Front, jedoch kann ich bestätigen, dass der Wasserkühler im Heck aufgrund der langen Kühlwasserleitungen unter "normalen Bedingungen" völlig ausreicht und sich ausschließlich im Stadtverkehr bei längeren Stehzeiten ohne Fahrtwind hie und da mal a bissl anspeibt!


Heck modifiziert, Wasserkühler unter dem Sitz.

Außerdem habe ich aus optischen Gründen den Heckrahmen mittels Flex & Schutzgas stark modifiziert und anschließend (wie auch den Hauptrahmen) in nostalgischem Dakota Beige pulverbeschichten lassen.

Der Heckrahmen ist mittlerweile 120mm kürzer und 110mm niedriger als er serienmäßig ist (selbstverständlich bietet er somit keinen Platz mehr für einen Sozius), die originale WP-Upside-Down Gabel habe ich 140mm kürzen lund in Gold seidenmatt lackieren lassen. Die gesamte Elektrik wie Blinkerrelais, Sicherungen, Batterie, Spannungsregler, Kondensator usw. befinden sich jetzt unter`m GFK Heckbürzel. Den seltenen M-Lenker habe ich am Mödlinger Motorradflohmarkt ergattert (lt. Verkäufer stammt dieser angeblich von "Irgendana hundert Joah oidn Laverda oder so an Schaas" ) Den vorderen Alu-Kotflügel habe ich bei LSL bezogen und mittels selbst geschweißtem Niro-Halter an den Gabelfäusten und links am Bremssattelhalter verschraubt. Bei dem Ledersattel hat mir Sattlermeister Groiss unter die Arme gegriffen und mir einen bildhübschen Caferacer Sitz im klassischen Look gezaubert. Tank, Seitenbleche (Eigenbau) und Heckbürzel hat Lackierermeister Wilfried W. hochglänzend in "british racing green" lackiert. bei Tachometer, Endschalldämpfer, Rücklicht, Blinker und Rückspiegel uvm. handelt es sich um Zubehörteile von Kickstartershop.de ....ein Steiniger und nicht ganz problemloser Weg war die Typisierung der Maschine.
KTM LC4 Cafe Racer
KTM LC4 Cafe Racer

Galerie KTM LC4 Cafe Racer

Die freundlichen Beamten der Landesprüfstelle Gerasdorf sind äußerst bemüht um die Nervenkostüme ihrer Kunden… Gott sei Dank unterstützte mich ein absolut hilfsbereiter und kompetenter Zivilgutachter bei der Verwirklichung der Typisierung.

Was die Fahreigenschaften betrifft, fährt sich das Moped eigentlich recht unspektakulär, herbrennen kann man damit nach wie vor lediglich Fiaker und andere unmotorisierte Straßenteilnehmer (aber darum gehts bei so einem Moped ja auch nicht) Aufgrund der Sitzposition, des Lenkers und der blubbernden & blechernen Akustik des Schalldämpfers fühlt sich die Maschine tatsächlich an wie ein Caferacer im britishen 50er Jahre Stil. Unbezahlbar sind die Blicke und Kommentare der Leute, die dich damit durch die Gassen knattern sehen. Da hört man schon witzige Sachen, sogar ein: "So eine hatte ich auch einmal" wie jemand am Parkplatz der Kalten Kuchl mal zu mir gesagt hat."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

KTM LC4 Cafe Racer
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Text: kot, Mario L.
Foto:
Mario L.

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Bericht vom 25.06.2014 | 14.569 Aufrufe

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