5 Regeln für Motorradfahren im Winter!

Wann darf man wirklich nicht mehr aufsteigen?

Viele von Euch werden sich bestimmt schon mal die Frage gestellt haben: Motorradfahren im Winter - geht das wirklich?! Nun, ja, das geht sogar richtig gut, wenn man diese 5 Regeln beachtet!

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Eigentlich ist Motorradfahren im Winter an manchen, verhältnismäßig warmen Tagen gar keine so große Herausforderung - entsprechen die Temperaturen mit teilweise fast 10 Grad doch so manchen Frühlings- oder Herbsttagen in der Früh beim Losfahren. Da gilt es zwar auch, behutsam, vorsichtig und vorausschauend zu starten, den Grip auf der Straße einmal zu erfühlen und insgesamt an diesen Tagen nicht die Grenzen auszuloten, aber es funktioniert insgesamt nicht viel anders, als an kühlen Frühlings- oder Herbsttagen.

Was macht man, wenn es wirklich frostig wird?

Was aber, wenn die Temperaturen tatsächlich unter den Gefrierpunkt sinken, die Straßen feucht sind, vielleicht sogar Schnee fällt und die Sicht wegen Nebels sehr eingeschränkt ist? Dann gilt es, fünf wichtige Regeln zu beachten!

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Regel 1 - nutze gute, angemessene Bekleidung!

Wem schon einmal richtig kalt am Motorrad war (und ich nehme an, dass wirklich nur die absoluten Schönwetter-Fahrer noch nie in dieser Situation waren), der wird gemerkt haben, dass durch dieses Frieren oder Frösteln auch die Konzentration extrem leidet und eine Sitzposition eingenommen wird, in der man dann im Extremfall nicht schnell genug reagieren könnte. Daher gilt es, sich beim Motorradfahren im Winter ordentlich einzukleiden - was aber ist ordentliche Kleidung? Das Zwiebelsystem mit 15 Lagen, durch die man aussieht wie das Michelin-Männchen und sich auch gar nicht mehr bewegen kann? Oder doch lieber ordentliche, aber nicht zu sehr auftragende Funktionswäsche bzw. Funktionsunterwäsche und darüber eine normale Motorradjacke?

Winddicht? Wasserdicht? Reflektierend? Am besten alles!

Die optimale Lösung ist eine Mischung aus den zuvor genannten Optionen. Zwiebellagen sind tatsächlich eine schlaue Herangehensweise, mit guter Funktionsunterwäsche und den, bei vielen Textilanzügen integrierten Thermo-Innenjacken und -hosen ist man schon mal gut vor Kälte geschützt. Darüber sollte es dann schon Jacke und Hose mit wasserdichter Membran sein - denn wenn es mal regnet, wird es aufgrund der niedrigen Temperaturen im Winter auch gleich richtig ungemütlich, wenn die Nässe durchgeht. Darüber bietet sich schließlich auch noch ein Regenüberzieher an, nicht nur, um Nässe fernzuhalten, sondern auch, um die Kleidung vor Verschmutzung zu schützen und vor allem als weitere, effektive Isolationsschicht. Um den Hals sollte ein Tuchgetragen werden, besser sogar ein etwas dickerer Fleece-Halswärmer - einerseits natürlich, um den Hals und Nacken zu wärmen, andererseits, um den Kragen dicht zu halten, damit keine kalte Luft eindringt und den wärmenden Luftpolster im Inneren der Jacke zunichte macht. Die Stiefel sollten natürlich ausreichend hoch und wasserdicht sein, die Handschuhe detto. Schlau sind beim Motorradfahren im Winter tatsächlich Gadgets, die während der eigentlichen Motorrad-Saison von vielen belächelt werden: Beheizbare Handschuhe, Gilets und Socken können bei Temperaturen um die null Grad tatsächlich den entscheidenden Unterschied zwischen Frieren und Wohlbefinden machen.

Regel 2 - achte auf optimale Sicht und Sichtbarkeit!

Die Sicht und ebenso die Sichtbarkeit sind natürlich in der kalten, dunkleren Jahreszeit ein heikles Thema. Es bleibt länger dunkel, es wird früher dunkel und dazwischen bleibt es auch noch öfters dunkel, weil die Sonne nun mal nicht so hoch am Hommel steht, wie im Sommer. Sicht hat man klarerweise durch das Helmvisier, das im Normalfall schon alleine durch den Atem sehr schnell anläuft - da gilt es also ziemlich analog zum Fahren bei Regen (hier geht´s zum Racelab-Video Fahren im Regen mit Martin Bauer), möglichst den Atem vom Visier fernzuhalten. Im Idealfall mit dichten Spoilern vor Nase und Mund sowie durch die Verwendung von sogenannten Pinlocks, also speziellen Folien, die an der Innenseite des Visiers montiert werden und das Anlaufen möglichst zu verhindern versuchen. Nicht zu unterschätzen ist die Wichtigkeit der Sichbarkeit, Autofahrer haben durch verdreckte Scheiben oft selbst keine gute Sicht, da ist es angebracht, alles dafür zu tun, um gut gesehen zu werden. Einerseits sollte man daher alle möglichen Lichtquellen, also auch Zusatzscheinwerfer an der Maschine einschalten, andererseits sollte man helle Kleidung mit möglichst vielen Reflektoren tragen. Schon klar, gerade helle Kleidung verdreckt im Winter noch schneller (und wird nie wieder richtig sauber), allerdings wäre der bereits erwähnte Regenüberzieher in grellgelb oder -orange bestimmt auffällig genug, um nicht übersehen zu werden!

Regel 3 - wähle das richtige Bike und Equipment!

Natürlich steht es jedem frei, selbst zu entscheiden, welchen Motorradtyp er fährt, aber am besten eignen sich zum Motorradfahren im Winter Motorräder, auf denen man schön aufrecht sitzt und schnell Korrekturen am Lenker durchführen kann, wie etwa Naked Bikes oder Reiseenduros. Besser jedenfalls als etwa Supersportler, auf denen man weit gestreckt über den Tank vergleichsweise schlecht reagieren kann. Außerdem gibt es gerade für Adventure Bikes M&S-Reifen, also mit sogenannter Matsch & Schnee-Kennung, wir bezeichnen sie gerne als 80/20er, also 80% Straße, 20% Offroad-Tauglichkeit. Aber auch wenn es gar nicht unbedingt spezielle Winterreifen sein müssen, so sind doch ausreichend Profil und im Idealfall ein ordentlicher Schuss Silika in der Gummimischung für ein schnelles Aufwärmen und besseren Grip bei Nässe unumgänglich.

Regel 4 - pflege dein Motorrad penibler, als sonst!

Diese Regel hat zwar nicht direkt mit dem Motorradfahren selbst zu tun, aber natürlich gehört auch eine gewisse, aufwändigere Pflege der Maschine dazu. Denn im Winter bekommt die Maschine bereits auf trockener Fahrbahn eine Menge aufgewirbeltes Salz ab, was dann bei Nässe für eine richtig schnelle und schlimme Korrosion der Metallteile sorgt und auch den Rest der Maschine sichtlich in Mitleidenschaft zieht. Wer also sein Bike im Frühjahr so wiedererkennen möchte, wie er es im Herbst eben nicht eingewintert, sondern weiterhin bewegt hat, der sollte bei der Wäsche nicht geizig sein und lieber einmal mehr als weniger ein paar Euro für das beste Waschprogramm in die Hand nehmen.

Regel 5 - erkenne rechtzeitig deine Grenzen!

Vielleicht die wichtigste der fünf Regeln, immerhin stellt sich dabei die Frage aller Fragen zum Thema Motorradfahren im Winter: Ab wann sollte man wirklich nicht mehr fahren? Ab wann ist es in jedem Fall zu gefährlich? Und bis zu welchen Umständen kann man es wagen, mit dem Motorrad unterwegs zu sein? Das ist zwar erneut eine sehr subjektive Wahrnehmung, allerdings gilt es besonders beim Motoradfahren im Winter, sich rechtzeitig einzugestehen, dass es einfach keinen Sinn mehr macht, mit dem Motorrad zu fahren. Und da ist es nicht nur die Problematik, mit dem Motorrad von daheim aus zu starten, sondern vor allem die Problematik, die sich ergibt, wenn man bereits mit dem Motorrad unterwegs ist - und eben im Fall der Fälle doch lieber die Maschine abstellt, anstatt einen kapitalen Sturz zu riskieren. Das kann schon eine einzige spiegelglatte Kurve sein, an der man partout nicht vorbei kommt, ohne im Graben oder im Gegenverkehr zu landen. Schluss mit Lustig ist in jedem Fall bei Schneefahrbahn, denn da ist das Risiko eines Sturzes weitaus höher, als die Wahrscheinlichkeit, die geplante Strecke - sei sie noch so kurz - gefahrlos zu überstehen. Hinzu kommt mancherorts, dass man nicht völlig alleine auf der Straße ist, sondern Autos herumrutschen, gegen die man ja auch nicht unbedingt knallen möchte. Mit einer Motocross-Maschine oder Hard-Enduro auf Stollenreifen durch den Schnee pflügen - da geht es klarerweise um den reinen Spaß an der Sache, da ist es völlig ok, mit gelegentlichen Umfallern durch die Botanik zu driften. Aber im öffentlichen Verkehr, wo man nicht nur teure Reparaturen sondern auch Verletzungen riskiert, sollte man das geliebte Bike dann doch lieber stehen lassen!

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Bericht vom 24.01.2023 | 3.523 Aufrufe

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