K.OTs Wutrede #1: Motorradfahrer = (in) Gefahr?

K.OTs Wutrede #1: Motorradfahrer = (in) Gefahr?

Der Motorradfahrer wird als Risiko gesehen - für sich und andere

Mir reicht's. Schon wieder wird über den Motorradfahrer als Risikofaktor diskutiert. Ich möchte aber kein Risiko sein, sondern nur Motorrad fahren. Eine kurze Streitrede.

Müssen wir uns das wirklich gefallen lassen? Als Organspender bezeichnet zu werden? Als Risikogruppe zu gelten? Als Raser, Verkehrsrowdies, Krawallmacher und Kriminelle pauschaliert zu werden? Müssen wir bald alle Warnwesten tragen, damit uns auch sicher jeder als Unsicherheit wahrnimmt?

Wer einen außergewöhnlichen Stil pflegt, fordert oft bewusst einen höheren Grad der Aufmerksamkeit für seine Person heraus und nimmt positive wie negative Reaktionen als Erfolg wahr. So wie ich zum Beispiel. Nur Motorrad fahren tu ich nicht aus Provokation, sondern aus Leidenschaft. Und deshalb stört es mich ungemein, wenn ich mich gegen eingangs erwähnte Titulierungen verteidigen muss.

Größte Gefahren: Sport, Freizeit und Haushalt

Die Unfallverteilung im Jahr 2014 sah in Österreich so aus: 48.007 im Straßenverkehr, 145.855 in Arbeit und Schule, 199.100 beim Sport, 440.700 in Freizeit und Haus. Ohne das jetzt nach Altersgruppen und in Relation zu den Gruppengrößen aufzuschlüsseln: Wir sollten sofort aufhören, Sport zu treiben und zu arbeiten und uns auf keinen Fall in Haus und Wohnung aufhalten, es kann gesundheits- und lebensgefährdend sein! (Allerdings sollte es irgendeine Möglichkeit des Seins zwischen Arbeit und Freizeit geben, beides hochriskant!)

Warum sollte nicht auch in anderen Lebensbereichen die Gefahr hervorgehoben und zum zentralen Thema gemacht werden, sondern nur beim Motorradfahren? Gerade im Frühjahr ist in den Medien oft von den Gefahren – nicht der Freude – beim Motorradfahren die Rede. Verletzte, Tote, Trauer! Ständig sind wir in Gefahr, setzen uns selbst einem hohen Risiko aus und werden von unachtsamen Auto- und Lastkraftwagenfahrern bedroht. Ich habe zwar persönlich nicht das Gefühl, jene, die Versicherungen oder Fahrsicherheitstrainings verkaufen aber scheinbar schon.

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Du kannst nicht fahren!

Verantwortlich dafür sind neben der Sache selbst – wir müssen leider auf Knautschzone und Sicherheitszelle verzichten – natürlich unsere mangelnden fahrtechnischen Fähigkeiten, die es ständig zu verbessern gilt und das Unvermögen, Risiken richtig einzuschätzen. Zu Saisonstart ein verpflichtender Auffrischungskurs um nur € 499.- wär‘ doch eine gute Idee? Jährlich! (Das soll keineswegs die Sinnhaftigkeit von Fahrsicherheitstrainings und Weiterbildung infrage stellen, es geht um die Art der Argumentation.)

Wenn der Allgemeinheit glaubwürdig vermittelt werden kann, dass etwas für den Bürger und in weiterer Folge die Gesamtbevölkerung gefährlich ist, steigt die Akzeptanz für höhere Kosten, strengere Reglementierungen bis hin zu flächendeckenden Verboten. Beim Rauchen hat der Staat schon gezeigt, was möglich ist, wenn es darum geht, eine bessere Welt für alle zu schaffen. Denn es ist gefährlich, beeinträchtigt andere, stinkt und ganz ehrlich: Rauchen muss aber nun bitte wirklich niemand. So wie Motorrad fahren…

Bericht vom 08.03.2017 | 37.441 Aufrufe

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