Testbericht SUZUKI RM-Z 250 MY 2019

Testbericht SUZUKI RM-Z 250 MY 2019

RUN, TURN, STOP - "The winning balance"

Höhere Motorleistung, verbesserte Kurvenlage und besser dosierte Bremskarft - RUN, TURN, STOP! "The winning balance" war das Kozept in der Entwicklung der brandneuen Suzuki RM-Z 250.

Die Geschichte der Suzuki RM-Z 250 begann im Jahr 2004. 2010 wurde ein neues Modell mit der ersten elektronischen Kraftstoffeinspritzung bei einer Viertakt-Motocross-Maschine 250 ccm von Suzuki vorgestellt und 2016 kam das Suzuki Holeshot Assist Control Assistenzsystem hinzu. Auch Überarbeitungen des Motors und des Rahmens gab es in der Zeit von 2010-2016. Für die 2019er Modelle wurde die RM-Z 450 komplett neu überarbeitet, nun folgt auch die „kleine“ dem vollständigen Modellwechsel. Nachdem ich das Vorgängermodell als Dauertester zu Hause habe, war ich schon mega gespannt wie sich die neue 250er von Suzuki fahren lässt, was gleich geblieben ist und was sich geändert hat. Eines gleich vorweg – sie ist sensationell!

Motor & Getriebe

Beginnen möchte ich gerne mit dem Herzstück, dem Motor. Der Einlasskanal am Zylinderkopf wurde überarbeitet, Ein-& Auslasskanal haben eine neue Form, die Ansaugöffnung für den Luftfilter ist größer und es gibt zwei Einspritzdüsen. Was man damit bezwecken möchte? Mehr Leistung. Beim Vorgängermodell war die Leistung im unteren und mittleren Bereich gut, im oberen Bereich aber etwas zu mager. Die Neuerungen versprachen laut Suzuki ein Leistungsplus von 5% , und das hat sich beim Testen auf Anhieb deutlich spürbar gemacht! Die Gasannahme bei höheren Drehzahlen ist um einiges besser als beim Vorgänger. Die neue Formgebung von Ein & Auslasskanal erhöhen den Luftstrom um circa 7%, was tatsächlich zu einer höheren Spitzenleistung führt. Die Leistung im unteren und mittleren Bereich bleibt aber gleich. Ganz neu bei der 2019er ist die Einspritzdüse. Hier wurde die Einzeldüse des Vorgängermodells durch zwei Einspritzdüsen ersetzt. Welchen Vorteil das hat? Für die Technik Freaks unter euch: die zweite Düse wurde in etwas größerem Abstand zur Verbrennungskammer platziert, das verschafft dem Kraftstoff und der angesaugten Luft mehr Zeit sich zu mischen und lässt das Gemisch abkühlen, bevor es in die Verbrennungskammer gelangt. Das trägt dann zu einer effektiveren Füllung bei, was unter dem Strich eine Steigerung der Motorleistung im oberen Drehzahlbereich bedeutet! All-in-all einfach genial, denn nun bietet die Suzuki RM-Z 250 im gesamte Drehzahlbereich ausreichend Leistung und liefert ein optimales Ansprechverhalten.

Auch beim Getriebe hat sich etwas getan. Das 2019er Modell wird mit einer 50:13 Übersetzung ausgeliefert, der zweite Gang ist etwas länger. Mein Eindruck beim Fahren: das Bike lässt sich so allgemein besser beherrschen, vor allem aus den Kurven heraus.

Einziges Manko, das Anspringen! Wer beim Bedienen des Kickstarters geübt ist, hat hier sicher Vorteile. Auf die Frage, warum Suzuki noch keinen E-Starter besitzt und ob sich hierzu in Zukunft etwas ändern wird, bekam ich leider keine deutliche Auskunft.

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Fahrwerk

Ein leichteres Fahrwerk, neuer Rahmen, neue Schwinge, neue Gabel, überarbeitetes Federbein und ein überarbeiteter Lenker machen das Handling der neuen RM-Z 250 noch um einen Tick besser als beim Vorgängermodell. Das ist möglich? Ja, ich konnte es selbst fast nicht glauben. Die Kombination aus grandiosem Handling und Stabilität hat mich schon beim Vorgängermodell beeindruckt, dass Suzuki hier noch eins drauf legt ist einfach grandios. Beim Rahmen wurde auf ein Mehrkant-Hohlprofil umgestellt. Die neue Schwinge wurde nicht wie bisher mit einem Gesenkschmiede Verfahren geformt, sondern mit einem Hydroformverfahren verarbeitet, das bedeutet keine Schweißnähte. Auch die Wanddicke wurde geringer. Die Positionierung des Motors wurde näher Richtung Mittelpunkt gelegt. All diese kleinen Details merkt man beim Fahren natürlich nicht sofort, in der Summe ergeben sie aber ein wendigeres leicht zu fahrendes Bike. Wo ich sofort einen Unterschied gemerkt habe waren Gabel, Federbein und Lenker. Bei der Gabel geht man von der pneumatischen wieder zur Standard Federgabel von KYB zurück. Die obere und untere Gabelbrücke wurden optimiert und somit leichter. Bei meiner ersten Ausfahrt mit dem Vorgängermodell der Suzuki RM-Z 250 war das gesamte Fahrwerk einen Tick zu weich und hätte eine Spur agiler sein können. Auch nach mehrmaligem Herumprobieren hab ich die ideale Abstimmung für mich nicht wirklich gefunden. Bei der neuen RM-Z hat mir das Fahrwerk auf Anhieb gefallen! Ich fühlte mich sofort sicher und wohl. In vielen Bereichen hat Suzuki Gewicht eingespart, so auch beim Federbein, das wurde um satte 370 Gramm leichter. Über das Gesamtgewicht der neuen RM-Z 250 und die Gewichtsersparnis von 18 auf 19 wurden wir leider nicht informiert. Rein vom Gefühl her ist sie aber leichter und vor allem wendiger. Der Lenker war bei der „alten“ RM-Z 250 für mich etwas ungewohnt, denn er war leicht nach hinten gebogen. Der neue Lenker von RENTHAL ® ist gerader als der Vorgänger und ermöglicht damit eine leichtere Gewichtsverlagerung. Der Lenker und dessen Einstellung ist für mich ein sehr wichtiger Punkt beim Fahren, er ist der direkte Kontakt zum Bike. Wenn man sich da nicht 100% wohlfühlt, spiegelt sich das in Körperhaltung und Performance wieder. Ich bin 172cm groß und habe mich mit dem neuen, geraderen Lenker sofort viel besser zurechtgefunden, als mit dem alten.

Bremsen

Bei der vorderen Bremsscheibe hat man den Durchmesser auf 270mm vergrößert. Außerdem gibt es bei der RM-Z 250 MY 2019 neue Bremsbeläge. Beim Testen machte das sich für mich vor allem in der Dosierbarkeit der Bremse bemerkbar. Das war beim vorherigen Modell etwas ungenauer, das hat sich beim neuen Modell verbessert. Hier gibt es aber noch Potential.

Reifen

Hier als kurze Info am Rande: ich habe noch nie zuvor bei einer Präsentation so viele Informationen im Detail über einen Reifen bekommen! ☺ Alle die sich jetzt eventuell denken „Was? Wie langweilig? Über die schwarzen Dinger?“ Nein, ganz im Gegenteil! Jeder erfahrene Motorradfahrer weiß, dass die richtige Wahl der Reifen entscheidend sein kann. Sowohl Onroad als auch Offroad! Die 2019er RM-Z 250 läuft auf neuen Reifen von Dunlop, dem GEOMAX MX33. Der MX33 wurde auf der Rennstrecke geboren und nun weiterentwickelt. Interessant fand ich vor allem die „Querverbindungen“ zwischen den Flankenstollen, sie sollen ein „Abreißen“ verhindern. Die patentierte Cornering Block Technologie soll außerdem den Anzug beim Beschleunigen, den Halt in den Kurven sowie die Kontrollierbarkeit verbessern. In der Theorie schien das alles einleuchtend und verständlich. Die Frage, ob man es in der Praxis merkt? Ja, vorne etwas deutlicher als hinten. Was ich aber noch viel spannender fand, war die Tatsache, dass man den MX 33 von 0,65 bar bis 1,1 bar fahren kann. 0,65 bar? Ohne Probleme, ohne Platten? Ja – das funktioniert erstaunlich gut! Mit dieser Eigenschaft ermöglicht der MX33 ein unfassbar breites Einsatzspektrum.

Design

Der neue Look fällt natürlich sofort auf. Und auf den ersten Blick erkennt man den Unterscheid zwischen 450 und 250 nicht, ein einheitliches Erscheinungsbild! Als Offroad Modell bleibt die RM-Z 250 gelb mit blauen Details. Die neue Sitzbank harmoniert nicht nur optisch besser mit dem Bike, sie ist auch um 274 Gramm leichter. Neu ist auch der Kraftstofftank. Von Aluminium zu Kunststoff in Blau. Auch hier werden weitere 312 Gramm gespart.

Preis

Leider gibt es hierzu noch keine Angaben. Ziel ist es aber unter 8000 Euro zu bleiben.

Fazit: Suzuki RM-Z250

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ANNALARISSAFIVE

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Das Konzept hinter der Weiterentwicklung war „the winning balance“ – RUN, TURN, STOP! RUN = höhere Motorleistung, TURN = verbesserte Kurvenlage, STOP = besser dosierte Bremskraft. In allen Bereichen hat sich die neue RM-Z 250 verbessert. Zusammengefasst kann man die Suzuki RM-Z 250 2019 in nur sehr wenigen, bis keinen Bereichen mit dem Vorgänger vergleichen. Sie ist leistungsstärker, wendiger, stabiler und optisch schöner. Das einzige was gleich geblieben ist, ist der Sound. Die „kleine“ klingt wie eine „große“! Mit der Weiterentwicklung beider Modelle legt Suzuki einen wichtigen Meilenstein in deren Weiterentwicklung – bravo! Für mich persönlich ist die RM-Z 250 derzeit der beste Allrounder unter den MX Bikes.

1
Vorteile
  • Motorleistung
  • Handling
  • Design
  • Getriebe
  • Stabilität
  • Fahrwerk
1
Nachteile
  • Bremsen
  • Kickstarter

Bericht vom 10.12.2018 | 1.576 Aufrufe

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