Die bessere Wahl? Suzuki GSX-8R Test auf der Landstraße

Im Vergleich mit der GSX-8S

Die neue Suzuki GSX-8R fällt in die heutzutage beliebte Kategorie der straßenorienten Sportmotorräder bis 95 PS. In Spanien konnten wir sie nun auf der Landstraße fahren und hatten sogar einen Gastauftritt ihrer unverkleideten Schwester GSX-8S.

Sportmotorräder für die Straße - sie sollen eine coole Optik in der Garage, Fahrfreude am Wochenende und Komfort im Alltag bieten. Auch vor dem gelegentlichen Trackday Besuch sollten sie nicht Halt machen. Ein breiter Spagat, der bewältigt werden will! Wie die GSX-8R auf der Rennstrecke funktioniert, haben wir bereits herausgefunden: Suzuki GSX-8R Test auf der Rennstrecke.

Suzuki GSX-8R Design: Wie ein echter Racer

Kommen wir zur ersten Aufgabe, die solch ein Bike erfüllen soll: Die Optik. Natürlich sprechen wir hier auch über persönliche Geschmäcker, doch hier die Fakten. Die Basis bildet das Naked Bike GSX-8S, um das eine sportliche Verkleidung gebaut wurde. In der Front findet man einen vertikal angeordneten Doppelscheinwerfer, der ein wenig an die Suzuki World Endurance Bikes erinnert - sportlicher geht kaum! Die Verarbeitung ist Suzuki-typisch hochwertig, gerade einmal der altbackene Zündschlüssel sticht negativ hervor. In unserem Testgebiet in und rund um Barcelona kommt der Style aber gut an: Die spanische Jugend setzt auf solche Sportmotorräder! Die Optik zeigt sich sportlich aber dennoch komfortabel genug, um die Sozia mitzunehmen.

Der Suzuki Zweizylinder punktet auf der Landstraße

Gut aussehen ist aber nicht alles, wie sieht es mit der Fahrfreude am Wochenende aus? Wer den neuen Suzuki Zweizylinder mit 270° Hubzapfenversatz aus dem Naked Bike kennt, der wird in der neuen GSX-8R keine Überraschungen erleben - schließlich wurde er direkt übernommen. Das ist aber zumindest auf der Landstraße nicht negativ! Schließlich überzeugt der 83 PS starke Motor mit einem Drehmoment von 78 Nm mit einer starken Mitte. Dort, wo man sich bei der Fahrt auf der Landstraße meistens bewegen wird. Weil sich der Suzuki Motor im oberen Drehzahldrittel etwas schwächer anfühlt, lohnt es sich schon früher den Gang zu welcher. Dieser Prozess wird durch den serienmäßigen Quickshifter erleichtert, der ganz herrlich funktioniert.

Andere Hersteller verlangen Aufpreis, bei Suzuki ist er serienmäßig an Bord: Der Quickshifter.
Andere Hersteller verlangen Aufpreis, bei Suzuki ist er serienmäßig an Bord: Der Quickshifter.

Fahrwerk trifft den Kompromiss

Im Vergleich zu ihrer Technikschwester 8S tauscht Suzuki die KYB-Komponenten gegen ein Fahrwerk von Showa aus, das ein verfeinertes Ansprechverhalten der SFF-BP-Gabel bieten soll, während das Federbein weiterhin in der Federvorspannung verstellbar bleibt. Mit diesen Änderungen wird die 8R jedoch nicht nur Kurvenrakete, sondern bleibt ein einfach zu fahrendes Sportmotorrad. Die Gabel gibt ein klares Feedback zum Vorderrad, was durch die leicht nach vorne geneigte Sitzposition und den erhöhten Druck am Lenker nochmals verbessert wird. Wird es zügiger und die Kurven schneller, spürt man leider den Schwachpunkt des Fahrwerks: Die Zugstufendämpfung des Federbeins. Mehr Dämpfung würde hier für ein satteres Fahrgefühl bei hohem Tempo sorgen. Doch nichts, was dem wesentlichen Fahrspaß einen Abbruch tut.

Vielmehr wird dadurch sichtbar, dass Suzuki einen Kompromiss aus Sport und Alltagstauglichkeit gehen muss, der aber gut aufgeht. Längere Tagestouren sind auf der GSX-8R kein Problem. Zu verdanken ist das auch der Ergonomie.

Ergonomisch fällt die GSX-8R gemütlich aus

Die Kompromissfähigkeit geht in Punkto Sitzposition weiter. Vom 810 mm hohen Sattel aus sieht man zwei erhöhte Lenkerstummel, die die bekannten Suzuki Bedienelemente aufnehmen. Dank ihrer relativ hohen Montage sitzt man aber nur leicht nach vorne geneigt auf der Suzuki. Die Sitzposition erhöht zwar den Druck auf das Vorderrad und das einhergehende Gefühl für die Front, doch stellt sie niemals eine unangenehme Belastung für die Handgelenke dar. Passend dazu der Kniewinkel, der ebenso sportlich, aber nicht übertrieben ausfällt. Das Resultat ist eine aggressive Auslegung des Naked Bikes GSX-8S, das aber kaum Nachteile im Komfort bringt. Hinzu kommt der bessere Wind- und Wetterschutz aufgrund der Vollverkleidung.

Suzuki GSX-8R Sitzposition
Sportlich aber nicht unbequem. Ergonomisch überzeugt die Suzuki. (Fahrergröße: 175 cm)

Suzuki GSX-8R mit genau dem richtigen Elektronikpaket

Elektronisch bringt die GSX-8R die bekannten Suzuki-Systeme serienmäßig mit. Dazu gehören drei Power-Modes (A,B,C wobei A das direkteste Ansprechverhalten bietet), eine dreistufige und deaktivierbare Traktionskontrolle, ABS, sowie ein Quickshifter. Alle Optionen werden über das gut ablesbare TFT-Display dargestellt. Und mehr braucht es nicht! Die Systeme funktionieren hervorragend und runden das sportliche Paket der GSX-8R sauber ab. Einzig das Ansprechverhalten im A-Modus war uns im spanischen Winkelwerk etwas zu scharf, da es zu spürbarem Lastwechsel führt.

Vergleich zu Suzuki GSX-8S

Glücklicherweise hatten wir auch eine GSX-8S zur Verfügung um einen direkten Vergleich ziehen zu können. Die Stärken der 8R wurden hier schnell klar. Das Hauptaugenmerk liegt in der Sitzposition. Diese fällt auf dem Sportler zwar mit einer Spur mehr Druck auf den Handgelenken aus, doch ganz sicherlich nicht unbequem oder nicht langstreckentauglich. Vor allem bringt der erhöhte Druck an der Front auch den Benefit von mehr Gefühl zum Vorderrad. Die GSX-8R lässt sich somit präziser in die Kurve legen, als ihre unverkleidete Schwester mit hohem Lenker. Die etwas sportlicheren Showa Komponenten spielen hier natürlich auch eine entscheidende Rolle. Im Vergleich zeigt sich die GSX-8R - passend zur Platzierung von Suzuki - als sportlichere GSX-8S, die aber dank der bequemen Sitzposition nicht viele Abstriche im Komfort machen muss. Eher im Gegenteil: Dank der Verkleidung liegt die GSX-8R stabiler bei hohem Tempo und bietet einen zumindest geringen Schutz gegen Wind und Wetter.

Hätte ich die Wahl zwischen den beiden Versionen, würde meine Wahl somit auf die GSX-8R fallen. Neben der in meinen Augen stimmigere Optik bietet die 8R mehr Bike ohne Kompromisse eingehen zu müssen - wenn auch zu einem höheren Preis. Hier findet ihr Angebote: Suzuki GSX-8R kaufen.

Fazit: Suzuki GSX-8R 2024

Die Suzuki GSX-8R nimmt das beliebte und ausgezeichnete Rezept der 8S und packt es in ein hochwertiges Paket der Straßensportler-Klasse. Mit ihrem spritzen Fahrverhalten kann sie auf der Landstraße punkten, ohne dabei zu extrem für den Alltag zu sein. Zwar ist der Preis höher als bei ihrer Naked Bike Schwester, doch wer das sportlichere Bike will, sollte zur GSX-8R greifen.


  • durchzugsstarker Motor mit kräftiger Mitte
  • knackiger Quickshifter
  • sportliche aber nicht unkomfortable Sitzposition
  • gutes Gefühl für das Vorderrad
  • hochwertiges Elektronikpaket
  • coole Optik
  • Federbein könnte feiner Ansprechen
  • A-Modus mit leichtem Lastwechsel

Bericht vom 02.04.2024 | 13.768 Aufrufe

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