Indian FTR Rally Test - Power-Scrambler!

Back to the Roots

Es war ein ordentlicher Paukenschlag, als Indian 2019 die FTR 1200 präsentierte und dabei auf, für ein Naked Bike ungewöhnliche Reifendimensionen setzte. Mit dem nächsten Update wurde die FTR 1200 allerdings auf eine „gewöhnliche“ 17 Zoll-Bereifung gestellt - womit die FTR Rally nun Indians einzig wahrer Power-Scrambler ist!

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Die Indian FTR Rally ist so wie ihre Schwestern mit 17 Zoll-Bereifung ein straßenorientiertes Naked Bike, durch ihre seltsamen Raddimensionen von 19 Zoll vorne und 18 Zoll hinten, das Stollenprofil der Scorpion Rally STR und ihren hohen Lenker ist sie jedoch so speziell, dass sie tatsächlich als Scrambler durchgeht. Und da erlaube ich mir, eine neue Gattung zu erfinden, nämlich den Power-Scrambler! Denn der Motor ist bekanntlich bei vielen Motorrädern, ganz besonders aber bei der Indian FTR Rally das pulsierende Herz, das den Charakter der Maschine so richtig gut verkörpert.

Ein mächtiges V2-Triebwerk mit viel Charisma auf der Indian FTR Rally

Das klassische 60°-V2-Triebwerk mit 1203 Kubik Hubraum ist aber auch eine Wucht, was den Antritt und den Drehmomentverlauf im mittleren Bereich betrifft. Die von Indian angegebenen 115 Newtonmeter Drehmoment bei 6000 Umdrehungen benehmen sich spürbar kräftig, da treten die 120 PS bei 8250 Touren, die klarerweise heutzutage niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholen, in den Hintergrund. Aber es passt einfach alles gut zusammen mit dem insgesamt extravaganten Auftritt der FTR Rally, man fühlt sich einfach erhaben und gewiss nicht untermotorisiert.

Die Indian FTR Rally bietet erstaunlich viel Komfort

Erhaben und hoch würde ich auch die Sitzposition beschreiben, mit dem bereits erwähnten hohen Lenker sitzt man sehr aufrecht, dennoch immer noch aktiv vorderradorientiert. Die Sitzhöhe hat es ebenfalls in sich, durch die gerade Tanklinie fällt es nicht so sehr auf, dass der Sattel auf einer respektablen Höhe von 840 Millimeter liegt. Die Fußrasten sind dabei sogar erstaunlich weit hinten und sportlich montiert, die Ergonomie ist dadurch aber keineswegs gestört, bleibt stattdessen äußerst angenehm. Dementsprechend ist auch die Bremse abgestimmt, die radialen Vierkolben-Monoblock-Zangen packen ordentlich zu, bleiben dabei aber ausreichend gutmütig und bestens dosierbar.

Die Elektronik und Verbesserungspotential auf der Indian FTR Rally

Neben auswählbaren Fahrmodi, ABS, Traktionskontrolle und Tempomat verwöhnt die Indian FTR Rally auch mit einem runden Farb-TFT-Display samt Touch-Funktion, das sehr nett gestaltet und gut ablesbar ist. Störend ist dabei eigentlich nur die elendslange Startsequenz, in der man einfach nichts am Display ablesen kann - da sollte Indian bitte endlich reagieren und sofort nach einer kurzen Einblendung des Indian-Schriftzugs alle relevanten Daten anzeigen. Ärgerlich ist auch, dass trotz all der sportlichen Auslegung der FTR Rally kein Quickshifter zur Verfügung steht. Als Kritik sei auch der vergleichsweise kleine Tank mit nur 13 Liter Fassungsvermögen erwähnt, da wird man keine allzu langen Etappen schaffen.

Bild von Vauli
Vauli

"Insgesamt ist die Indian FTR Rally ein ausgewogenes Naked Bike mit einer erstaunlich bequemen Sitzposition. Als Power-Scrambler machen die ungewöhnlichen Reifendimensionen durchaus Sinn, man sollte aber nicht glauben, das Rally im Namen würde eine echte Offroad-Tauglichkeit beschreiben. Vielmehr kann die FTR Rally dank ihrer 120/70-19er-Bereifung vorne und 150/70-18 hinten im offroadigen Format Schotterwege bestens durchpflügen. Härteres Gelände ist hingegen tabu, da stößt das Naked Bike zu schnell an seine Grenzen. Im Gegenschluss funktioniert dieser Power-Scrambler aber bei unerwartet viel Komfort auch bestens auf der Straße."

Fazit: Indian FTR Rally 2023

Die Indian FTR Rally ist so wie die allererste FTR 1200 eine Mogelpackung, der man keineswegs böse sein sollte, dass sie im Gelände trotz Offroad-Bereifung sehr früh an ihre Grenzen stößt. Stattdessen darf man sich darüber freuen, dass dieses Naked Bike bei guter Performance in Sachen Handling und Bremse erstaunlich komfortabel und bequem ist. Damit wird auf der FTR Rally der Scrambler-Gedanke ausgezeichnet gelebt. Der mächtige V2-Motor verhilft ihr dabei zur Bezeichnung Power-Scrambler. Die Schwächen beim Display und das geringe Tankvolumen fallen in die Kategorie der vertretbaren Mängel, die nicht vom Kauf abhalten sollten.


  • MächtigerV2-Motor mit viel Charisma und ordentlich Druck
  • trotz hohem Gewicht einfaches Handling
  • einzigartiges Konzept
  • eigenständige Optik
  • komplette Ausstattung
  • gute Bremsen
  • bequeme Sitzposition
  • nur 13 Liter Tankvolumen
  • Quickshifter nicht einmal als Zubehör erhältlich
  • zu lange Startsequenz der Elektronik am Display
  • hoher Preis

Bericht vom 01.12.2023 | 14.373 Aufrufe

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