Kawasaki Ninja 400 Test

Wie viel Supersport steckt in ihr?

Wie sportlich fährt die Ninja 400? Sie muss sich in der Höhle des Löwen beweisen - am pfeilschnellen Slovakiaring!

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NINJA erweckt eine gewisse Erwartungshaltung. Unter diesem Label hat Kawasaki eindrucksvolle Motorräder an den Start geschoben. Doch je nach Region bestehen gewisse Mindesterwartungen in Sachen Motorleistung, um wirklich für voll genommen zu werden. In Mitteleuropa ist diese Eintrittshürde relativ hoch, in anderen Regionen der Welt ist sie tiefer. In Mitteleuropa erwarten sportliche Piloten Leistungswerte von 80-120PS bei der Motorradsuche. Unter diesem Filterwert sichen im 1000PS Marktplatz nur sehr wenig Personen nach supersportlichen Motorrädern. Junge Piloten müssen sich mit dem A2 Führerschein natürlich mit 48 PS begnügen und sind für viele Hersteller daher eine interessante Zielgruppe. Doch wie viel Spaß hat man als erfahrener Pilot mit einem Motorrad in der 48 PS Liga? Werfen wir einen Blick auf die Ninja 400 und beginnen wir mit dem Herzstück jedes Motorrads - dem Motor. Die Ninja 400 verfügt über einen Reihenmotor mit zwei Zylindern und 4-Takt Taktung. Mit einem Hubraum von 399 ccm erzeugt der Motor eine Leistung von 45 PS und ein maximales Drehmoment von 37 Nm, was bei 10.000 bzw. 8.000 U/min erreicht wird.

168 kg voll!

Das Chassis der Ninja 400 besteht aus einem robusten Stahlrahmen, und das Fahrwerk vorne ist mit einer konventionellen Telegabel und einem Federweg von 120 mm ausgestattet. Die hintere Aufhängung ist eine Zweiarmschwinge mit einem Monofederbein und einem Federweg von 130 mm.

Bei den Bremsen setzt Kawasaki auf eine Einzelscheibe vorne und eine Scheibe hinten, unterstützt von einem ABS-Assistenzsystem. Die Reifenmaße betragen vorne 110 mm in der Breite und hinten 150 mm. Mittlerweile gibt es für diese Reifenmaße auch schon hochwertige Reifen. Das Testmotorrad war zum Beispiel mit dem Bridgestone S22 ausgestattet.

Mit einem fahrbereiten Gewicht von 168 kg und einem Tankinhalt von 14 Litern ist die Ninja 400 natürlich deutlich leichter als die größeren Brüder und Schwestern in Ninja Familie. Die Sitzhöhe beträgt 785 mm und die Sitzbank ist im Vergleich zu größeren Supersportlern eher weich und komfortabel.

Gutes Feedback bei den Probefahrten - Sie macht Spaß!

Basierend auf dem Feedback von verschiedenen Testpiloten während der Rennstreckenfahrten auf der Kawasaki Ninja 400 lässt sich feststellen, dass das Motorrad eine bemerkenswerte Portion Fahrspaß abliefert, die sich in erster Linie durch ihre Agilität und verspielte Handhabung auszeichnet. Dabei bleibt es erfreulich stabil, ohne hippelig oder nervös zu wirken. Die Maschine stand bei den 1000PS Bridgestone Trackdays für kostenlose Probefahrten zur Verfügung.

Die geringeren rotierenden Massen und das niedrige Gewicht tragen wesentlich zur Leichtigkeit bei schnellen Richtungswechseln und Wechselkurven bei. Trotz der geringen Leistung von 45 PS liefert die Ninja 400 ein unterhaltsames und angenehmes Fahrerlebnis, solange das Umfeld im Hinblick auf Motorleistung vergleichbar ist.

Auch wenn die Bremse auf den ersten Blick unterdimensioniert erscheinen mag, so reicht sie dennoch für den Einsatz auf Rennstrecken aus. Für ernsthafte Sporteinsätze wären einige Anpassungen erforderlich, um die Bremskraft zu erhöhen. Das ABS Modul sollte dann ausgebaut werden und andere Bremsbeläge wären vorteilhaft.

Das Chassis, die Sitzposition und das Fahrwerk sind auf Straßenkomfort ausgelegt, was auf der Rennstrecke zu einem entspannten Fahren durch die Kurven führt. Obwohl das Fahrwerk relativ weich ist, bietet es Stabilität und Vertrauen für Trackdays. Änderungen wären erforderlich, wenn auf Slicks umgestellt wird, um den zusätzlichen Druck im Chassis zu bewältigen.

Wirklich leiwand - Solange Deine Freunde nicht besser motorisiert sind

Kawasaki Ninja 400 2023
Kawasaki Ninja 400 2023

Die gut balancierte Leistung und das Gewicht der Kawasaki Ninja 400 bieten ein unkompliziertes und erfrischendes Fahrerlebnis. Es ist ein Motorrad, das Fahrspaß in den Vordergrund stellt und dem Fahrer ermöglicht, die Kontrolle zu genießen. Im Sattel der Maschine fühlen sich die 45 PS gut genug an. Man hat Spaß, man genießt die Fahrt und hat eine richtig geile Zeit. Bis zu dem Moment, wo Dich deutlich schlechtere Piloten - im Worst Case Deine Freunde - auf Motorrädern mit 150PS mehr am Buckel in den Asphalt reiben. Dann wird es ätzend. Insofern macht das Motorrad nur dann Freude, wenn das Ego gewaltig ist oder wenn die Kumpels vergleichbar motorisiert sind. Am Slovakiaring war ich im Zuge der 1000PS Bridgestone Trackdays als Instruktor unterwegs. Ich begleitete 4 glückliche Gewinner von unserem DoGet App Gewinnspiel durch den Tag. Im Sattel war die größte Überraschung die tolle Balance aus Stabilität, Präzision und Handling. Das sorgt dafür, dass man auch als erfahrener Pilot viel Freude mit dem Fahrzeug hat. Es fährt zwar nicht brutal, aber es fährt gut und präzise. Man hat eine lässige Zeit. Um damit langfristig Freude auf der Rennstrecke zu haben, braucht man aber eine Gruppe von gleichgesinnten Mitstreitern. Dann geht der Spaß erst richtig los!

Als Instruktor bei den 1000PS Bridgestone Trackdays. Die Ninja 400 führte die Gruppe verlässlich an.
Als Instruktor bei den 1000PS Bridgestone Trackdays. Die Ninja 400 führte die Gruppe verlässlich an.

Als Supersport Interessent steht man vor einer harten Entscheidung. Für rund 7.000 Euro kriegt man eine nagelneue Maschine mit Garantie und 45 PS. Eine 650er mit 68PS kostet rund 2.000 Euro mehr. Die 650er ist ein guter Alleskönner, verliert jedoch ein wenig dieses verspielte Handling. Oder man greift zu gebrauchten Supersportlen aus dem Markt. Diese sind leider unfassbar teuer und der Aufpreis zu mehr Leistung wird in Form von vielen Kilometern auf der Uhr bezahlt. Deutlich sportlicher soll die kommende ZX-4R werden. Diese wird aber auch deutlich teurer. Rund 10.000 Euro werden anvisiert. Mit diesem Motorrad soll aber eine echte Sportmaschine angeboten werden welche deutlich aggressiver auftreten soll. Wir freuen uns auf den Test im Herbst!

Fazit: Kawasaki Ninja 400 2023

Die Ninja 400 bietet viel Fahrspaß zu einem überschaubaren Tarif. Sie bietet verspieltes Handling ohne Nervös zu wirken. Die Bezeichnung "Ninja" trägt etwas dick auf, doch der Einsatzbereich ist breiter als man denkt. Sie fährt sportlich, bietet aber auch eine gute Sitzposition für Alltag und Touren.


  • gute Kombination aus Stabilität und spielerischem Handling
  • Robuste und zuverlässige Erscheinung
  • Gut dosierbarer Motor
  • Breit nutzbares Drehzahlband
  • angenehme Sitzposition
  • Raumangebot für große Piloten begrenzt

Bericht vom 14.08.2023 | 27.903 Aufrufe