UM Renegade Commando 125 Test 2023 auf der SM-Strecke

Mit dem Cruiser ins engste Kurvengewirr!

Manchmal müssen auch wir verrückte Sachen machen, wie etwa mit einem Cruiser auf der Supermoto-Strecke in der Motorsport Arena Bad Fischau angreifen! Am verrücktesten an der Sache ist aber, dass die UM Renegade Commando 125 selbst im engen Kurvengewirr keineswegs unhandlich oder störrisch ist, sondern auf der knackigen Strecke eine erstaunlich gute Figur macht!

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Ein Cruiser hat auf der Rennstrecke nichts verloren - vor allem hat er auf einer Supermoto-Strecke nichts zu suchen! Falls sich aber doch mal jemand auf eine besonders enge Piste wie in der Motorsport Arena Bad Fischau verirrt, dann sollte er schlauerweise nur einen 125er-Cruiser unter dem Hintern haben. Am besten eine Renegade Commando 125 von UM (United Motors), denn von diesem Gefährt können wir ernsthaft behaupten, dass es sich überraschend handlich bewegen lässt. Man lotet zwar bereits nach wenigen Kurven in der ersten Runde die Schräglagenfreiheit aus und zirkelt den Renegade Commando ab da von einer Schräglage in die andere auf den Fußrasten über den Kurs, dank dem vergleichsweise niedrigen Schwerpunkt und nur etwas mehr als 150 Kilo Trockengewicht fährt der optisch dicke Cruiser erstaunlich agil durch jegliche Radien. Die Bremse packt dabei akzeptabel bissig zu - man muss bedenken, dass die anvisierte Käuferschicht NIEMALS damit auf eine Rennstrecke will! Daher fällt auch das serienmäßige CBS (Combined Braking System) nicht weiter negativ auf, ich wollte mit der Renegade Commando ohnehin keine schwarzen Striche mit dem Hinterrad in den Asphalt brennen.

Der Motor der UM Renegade Commando 125 wirkt kräftiger, als er ist

Der 125er-Einzylindermotor muss in Anbetracht seiner nur rund 13 PS ebenfalls gelobt werden, hängt er doch brav am Gas, schiebt die Renegade Commando ordentlich nach vorne und harmoniert richtig gut mit dem knackigen Sechsgang-Getriebe. Da haben die Ingenieure eine ausgewogene Übersetzung hinbekommen, die den vermeintlich schweren Cruiser kräftiger wirken lässt, als er in Wahrheit ist.

An die UM Renegade Commando 125 dürfen sich alle heranwagen!

Die Sitzposition ist klarerweise auf Komfort getrimmt - und nur auf Komfort, keineswegs auf sportlichen Komfort. Dadurch sitzt man weit drinnen in der Maschine und bekommt grundsätzlich nicht allzu viel Rückmeldung vom bequemen Fahrwerk. Aber auch das soll keine harte Kritik sein, immerhin brauchen die wahren Interessenten für diesen Cruiser kein straffes, sondern ein sänftenartiges Fahrwerk - das ohnehin sportlicher funktioniert, als ich gedacht hätte. Außerdem hat die niedrige Sitzhöhe von nur 770 Millimeter den Vorteil, dass sich auch kleinere Pilotinnen und Piloten mit dem A1-, dem B111-Schein in Österreich und dem B196-Schein in Deutschland ohne Probleme an die UM Renegade Commando 125 heranwagen dürfen.

Bild von Vauli
Vauli

"Ich kannte die UM Renegade Commando 125 bereits von unserem großen 125er-Test vor fünf Jahren, konnte mich aber gar nicht mehr erinnern, wie gut dieser, nur optisch richtig schwer wirkende Cruiser auf der engen Supermoto-Piste in Bad Fischau funktioniert hat. Das aktuelle Modell darf jedenfalls nach wie vor als gelungenes 125er-Bike gewertet werden, das in allen Lebenslagen gut funktioniert und eigentlich sportlicher bewegt werden kann, als die Optik vermuten ließe - denn die Front im Stil der Harley-Davidson Fat Boy und die Sissybar hinter dem Beifahrersitz vermitteln alles andere als sportliches Flair. Der kleine 125er-Einzylinder schiebt die Renegade Commando aber ausreichend kraftvoll voran, während die Einzel-Bremsscheibe an der Front zwar nicht brachial, aber zuverlässig verzögert. Und selbst die Schräglagenfreiheit geht in Ordnung, wenn man akzeptiert, dass die Fußrasten konzeptbedingt sehr schnell Kontakt mit der Fahrbahn aufnehmen. Die Interessenten und Kunden der UM Renegade Commando 125 werden diese Fähigkeiten ihres Gefährts ohnehin nur selten nutzen (wollen), geschweige denn brauchen. Dieser Test zeigt aber wieder mal auf beeindruckende Weise, dass die kleine Renegade Commando 125 durchaus Talent auf sportlicher Ebene hat!"

Fazit: United Motors UM Renegade Commando 125 2023

Sehnt man sich nach Entspannung im 125er Segment, könnte die UM Renegade Commando 125 genau die richtige Wahl sein. Sie überzeugt mit ihrer unkomplizierten Bedienung und einem sicheren Fahrgefühl im Sattel. Mit einer Leistung von 12,5 PS liegt sie unter dem A1 Limit, doch der Drang nach Leistung ist nicht der Grund, weshalb man die Renegade Commando 125 genießen wird. Auf ihr kann man die Seele baumeln lassen und den Alltagsstress hinter sich lassen. Einzig die Bremsen könnten etwas härter zupacken, doch mit diesem Problem ist sie in der 125er Klasse nicht alleine.


  • sicheres Fahrgefühl
  • stabile Geometrie
  • erwachsene Optik
  • gute Verarbeitung
  • niedrige Sitzhöhe
  • serienmäßiger USB Anschluss
  • Bremse könnte etwas schärfer zupacken

Bericht vom 20.07.2023 | 20.168 Aufrufe