SWM Six Days 500 Test

500er Scrambler zum attraktiven Preis

Der Scrambler Hype hat in den letzten Jahren so ziemlich jeden Hersteller erfasst. Die Bandbreite der verfügbaren Modelle ist dabei so groß wie einst zu ihrer Hochzeit in den 60er und 70er Jahren. Mit der Neuauflage der Six Days machen die Italiener aus Varese die 500er Euro 5 Fit.

Als eines der ersten Medien durften wir von 1000PS die neue Six Days 500 einem Test unterziehen. Wobei richtig neu ist das Modell ja eigentlich nicht, man verabreichte der Vorgängerin, der Six Days 440, einfach ein (sehr gelungenes) neues Kleid und holte den Motor ins Euro 5 Zeitalter.

Angetrieben wird diese Hommage an die Offroad Erfolge der 1970er Jahre von einem luftgekühlten Einzylinder mit 445 ccm. In der Euro 5 Variante liefert die Six Days nun 27 Ps und 33 Nm. Ok, das sind jetzt nicht die Werte bei denen ein Ehrfurchtsraunen durch die Stammtischrunde geht, das braucht es aber auch nicht. Da steht die SWM ganz normal drüber. Das Bike hat etwas beruhigendes, etwas meditatives - ich denke entschleunigend ist da der richtige Begriff. Ja, das triffts eigentlich am Besten, im Freiland nur 80 oder gar 60 - komplett egal. Mit ihr erlebt man Motorradfahren in der reinsten Form. Die Landschaft genießen, den Fahrtwind am ganzen Körper spüren und dabei den Kopf vom Alltagsstress frei bekommen. Woher diese Entschleunigung bei der SD 500 kommt kann ich auch nach all den Jahren als Motorrad Journalist noch nicht genau festhalten. Vielleicht die smoothe Leistungsentfaltung, oder die angenehm aufrechte Sitzposition, oder doch der fehlende Windschutz? Wahrscheinlich ist es ein guter Mix aus diesen und noch anderen Zutaten, der die SWM so einzigartig macht.

Kann die Six Days auch schneller?

Natürlich haben wir auch probiert ob die SWM Six Days 500 auch die schnellere Gangart kann. Ums kurz zu halten, ja kann sie. Nahelegen will ich die Bolzerei mit der SD aber niemanden: Lenkerflattern aufgrund der grobstolligen Pirelli MTs ab 140km/h, bockiges Fahrwerk bei höheren Geschwindigkeiten und ordentlicher Kraftaufwand um die Front zu verzögern sind die Nachteile des relaxten Scrambler daseins.

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Scrambler par excellence die SWM Six Days 500 kann auch Offroad.

Scrambler bedeutet natürlich auch Offroad. Als verantwortungsvolle Journalisten haben wir natürlich auch dieses Einsatzgebiet erprobt und die Six Days über den MX Track der Motorsportarena Bad Fischau getrieben. Obwohl unsere Nachwuchstalent dort eine patzn Gaudi hat, bestätigt er unsere Vorahnung. Der Pirelli MT60 gibt den notwendigen Halt um heftige Drifts wieder relativ einfach einzufangen. Doch der Federweg von 130mm vorne bzw 110mm hinten ist für mächtige Sprünge eher ungeeignet. Aber Hand aufs Herz, niemand wird die SixDays für die MX Strecke oder ernsthaftes Endurowandern in Betracht ziehen. Mit zerbombten Schotterwegen kommt die SD aber allemal klar.

Welches ist aber nun das Haupteinsatzgebiet der SWM?

Die Six Days für die Stadt, für die Abendrunde oder auch zum Reisen? Die antwort ist: Ja :-) Sie ist ein hervorragender Eyecatcher vor der Eisdiele und Gespräche von interessierten Passanten sind damit garantiert. Mit der SWM werdet ihr die Abendrunde neu erleben, ihr werdet auch Plätze sehen die vorher einfach an euch vorbeigezischt sind und wahrscheinlich werdet ihr auch nicht pünktlich zum Abendessen wieder zu Hause sein - doch das ist kein Problem. Zwei Seitentaschen ein Rucksack und los gehts in den Urlaub. Die Aufrechte Sitzposition und die weiche Sitzbank laden gerade zu mehrstündigen Fahrten ein. Der fehlende Windschutz wird bei höheren Geschwindigkeiten etwas anstrengend, doch auch hier gilt wieder: slow down.

Einen eigenen Absatz sollten wir der Optik der SWM widmen. Wir könnten das zwar mit einem gelungen abtun, das wäre der Schönheit aber nicht gerecht. Von den Speichenrädern, über den Faltenbalg an der Gabel, die analogen Armaturen, den Stilechten luftgekühlten Einzylinder, die schön verarbeitete Sitzbank, die Dual Shock Federbeine, den seitlichen Startnummertafeln und ganz besonders der Edelstahl Doppelrohrauspuffanlage. Alles passt stimmig zusammen und zeichnet ein zeitloses Bike aus. Wer gerne auf jedem Itüpfelchen herumreitet könnte sich über die Kabelführung muckieren oder die manche Schalter als altbacken bezeichnen. Der Kritik kann man aber relativ gut mit einem Blick auf das Preisschild kontern. In Österreich will man 5.999€ für bei unseren deutschen Freunden gar nur 5.499€ - mit diesen Preisen liegt man deutlich unter der vergleichbaren Konkurrenz und so ca bei 50% von vergleichbaren namhaften Scramblern.

Gastkommentar McGregor:

Die SWM Six Days 500 schafft den Spagat zwischen Straßen- und Offroad-Performance Sie ist eben eine waschechte Scrambler! Zwar kann sie nicht mit Premium-Komponenten von namhaften Herstellern aufwarten, trotzdem ist sie für kleine Abenteuer auf und abseits der Straße gut geeignet. Außerdem liegt sie mit ihrem Kampfpreis deutlich unter der sonst eher teuren Konkurrenz im Scrambler-Segment. Wer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achtet und auf Scrambler steht, der sollte sich die SWM Six Days 500 genauer ansehen.

Fazit: SWM Six Days 500

Die SWM Six Days 500 ist ein optisch gelungenes Motorrad, die flotte Gangart ist nicht ihr bevorzugtes Metier, dafür kann sie entspannt umso besser. All das zu einem äußerst attraktiven Preis von unter 6000€


  • Preis
  • Optik
  • Entspannend
  • nichts für die flottere Gangart

Bericht vom 26.05.2021 | 8.757 Aufrufe

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