SWM SM 500R Test

Viel Supermoto für überschaubares Geld?

Eine Supermoto die sowohl auf der Supermoto Strecke als auch auf kleineren Touren gut unterwegs ist und dazu noch für ein überschaubares Budget zu haben ist? Das dürften die Wegweiser gewesen sein, an denen man sich bei der Konstruktion der SM 500R orientiert hat.

Ich hab ja noch immer ein Faible für rauhe und ruppige Einzylinder Supermotos. Meine Einstiegsdroge vor über 20 Jahren war die KTM LC4 620 SC auf 17 Zöllern. Ein gnadenloser Prellbock, mit brachialen Motor, steinharter Sitzbank und Serviceintervallen wie man sie von MotoGP Bikes kennt. Auf den ersten Blick also ein leichtes Übergewicht an Nachteilen die man da in Kauf nimmt, doch glaubt mir, das Handling und der bärenstarke Einzylinder waren es wert!

Die Marke SWM lockt wahrscheinlich nur den eingefleischtesten Motorradliebhabern ein “ahhh ja SWM” über die Lippen, die meisten werden aber mit einem gekonnten “ääähhhhh??” kontern. Die in den 70ern in Italien gegründete Firma ging 13 Jahre später krachen und wurde 2014 von chinesischen Investoren wieder zum Leben erweckt. Man übernahm damals einen Teil der Husqvarna alt (bis 2013) Modellpalette und färbte sie neu ein. So erweckte man auch die SM 500R (vormals SMR 510) wieder zum Leben. In der letztjährigen Modellpflege erhielt sie eine überarbeitete Optik sowie eine ABS Bremsanlage.

SM 500R - Rauher Einzylinder?

Ich muss gleich zu Beginn wieder etwas zurückrudern, die SM 500R hat nur wenig mit dem rauhen puristischen Fahrgefühl meiner LC4 620 zu tun. Dafür ist zum einen die doch sehr komfortable Sitzbank und auch das nicht allzu straff abgestimmte Kayaba Fahrwerk verantwortlich. Doch auch der Motor kommt in seiner Leistungsentfaltung deutlich gesetzter und ruhiger daher als meine alte KTM. Keine Sorge, Wheelies im Einser oder Zweier kann die SWM auch noch, aber von brachialer Leistungsentfaltung muss man hier nicht sprechen. Trotzdem hat die SM 500R eine schön gleichmäßig verlaufende Leistungsentfaltung und stresst den Fahrer während der Fahrt nicht.

Überhaupt Fahrkomfort auf der SWM ein großes Thema, die aufrechte Sitzposition und der weiche Sitz laden zu größeren Touren ein. Ok, für die Anreise zum Gardasee ist sie jetzt nicht die erste Wahl aber ein paar hundert Kilometer am Stück sind kein größeres Problem.

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Die SWM SM 500R auf der Supermoto Strecke

Ihr werdet es wahrscheinlich schon geahnt haben, aber das Plus in Sachen Komfort geht zu Lasten der Racing Eigenschaften. Wer sich mit der SM 500R ein kostengünstiges Racebike anschaffen will, um damit Rennen zu bestreiten, der ist mit der SWM nicht optimal beraten. Dafür sind das Gewicht von 140Kg fahrfertig dann doch etwas zu hoch und die Leistung etwas zu gering. Allerdings heißt das nicht, dass man mit der SWM nicht einen Heidenspaß auf der Kartstrecke haben kann. Auch unser Stuntrider Marius verbrachte ein paar nette Stunden mit der SM 500R auf der Supermoto Strecke und wirkte dort alles andere als deplatziert. Jedoch machte ihm das ABS System etwas zu schaffen. Dieses lässt sich zwar am Hinterrad deaktivieren, doch an der Front regelt es für den ambitionierten Einsatz zu früh. Schade eigentlich, denn ansonsten funktioniert die verbaute Brembo Ware einwandfrei.

SWM SM 500R Preis

Im Großen und Ganzen ist SWM mit der SM 500R ein guter Brückenschlag zwischen Racing und guten Tourereigenschaften gelungen. Podestplätze wird sie zwar nicht mehr einheimsen, dafür bekommt man eine ausgewogene Supermoto mit guten Toureneiganschaften zum vernünftigen Preis von ca. 8500€ in A und 7500€ in D. Hier findet ihr alle Angebote am 1000PS Motorrad Marktplatz: SWM SM 500R kaufen.

Fazit: SWM SM 500 R

Die SM 500R ist eine keine reinrassige Supermoto, die nur auf der Kartstrecke bewegt werden will. Zwar hat man mit ihr dort auch Spaß, doch ihr zu Hause sind enge Kehren und Passstraßen. Auch kleinere Touren macht sie dank komfortabler Sitzbank und angenehmer Sitzposition gerne mit. Neben den verbauten namhaften Komponenten setzt SWM auch auf einen vernünftigen Preis.


  • einfach zu fahren
  • sehr gutes Handling
  • für eine Supermoto sehr komfortabel
  • mit 140 Kg doch etwas schwer für einen Einzylinder
  • ABS regelt sehr früh

Bericht vom 05.06.2020 | 15.133 Aufrufe

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