Indian Springfield 2019 Test

Indian Springfield 2019 Test

Seelenmassage im V2-Rhythmus im Format 111

Im Sattel der Indian Springfield bestimmst Du den Rhythmus Deines Tages. Großartig chromvollendete Seelenmassage.

Die Fahrt ins 1000PS Büro war eigentlich eine kühle Angelegenheit. 4 Grad hatte es frühmorgens um 6:30 Uhr. Doch der Sonnenaufgang war gewaltig und die Sicht war großartig. So profane Dinge wie die wunderbare Blütenpracht am Wegesrand nehme ich normalerweise gar nicht war. Doch im Sattel von der Indian Springfield ist dies anders. Das Motorrad schafft die Grätsche und bietet Entspannung ohne langweilig zu sein. Wie ist das möglich?

Indian Springfield 2019 Sound

Herzstück eines guten Motorrades ist immer ein guter Motor. Indian betitelt das rund 1.800 ccm kräftige Aggregat als „Thunder Stroke“ Engine. Der Name trägt nicht zu dick auf. Das bollernde Tier aus Chrom drückt bei energischen Zupfern am Gasgriff einen gewaltigen Sound auf das Trommelfell. Wie auch immer die Indian-Ingenieure das geschafft haben - die Maschine ist zugelassen und legal, erfreut aber trotzdem die Genießer von V2-Soundkultur.

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Breites Drehzahlband beim 1800ccm Motor

Auch wenn der Motor von außen sehr klassisch aussieht, beherrscht er moderne Manieren. V2 Kenner werden zu Beginn etwas überrascht sein. Der Motorlauf ist relativ weich und das Ansprechverhalten sehr kultiviert und sauber. Der brutale Kick aus dem Drehzahlkeller bleibt aus, doch dafür ist das Aggregat mit einem breiten und elastischen Drehzahlband gesegnet. In der Praxis macht dieses Motoransprechverhalten und der Drehmomentverlauf die Maschine sehr zugänglich. Die Power lässt sich sowohl über den Gasgriff als auch über die Drehzahl regeln. So hat man im Sattel immer mehrere Optionen zur Auswahl.

Unglaubliche Chromdichte an der Indian Springfield

Sitzt man im Sattel erfreut man sich an der großartigen Aussicht. Die Indian Springfield ist mit einem Höchstmaß an Chrom gesegnet. Sämtliche Hebeln, Knöpfe und Details sind hochwertig und liebevoll gestaltet. Einzige Ausnahme: Die Modi-Taster am Tanker. Die sind zwar klein und dezent aber eben zu fummelig für ein solch gewaltiges Motorrad.

Wer früher mal Chopper oder Cruiser fuhr aber damals nicht glücklich wurde, sollte einer Indian im Jahr 2019 wieder eine Chance geben. Geändert haben sich eben nicht nur die Manieren vom Motor, sondern auch das Fahrwerk. Dieses unglaublich imposante Fuhre hat tatsächlich Schräglagenfreiheit. Wir fuhren beim Test bewusst die engsten Serpentinen im Umfeld der 1000PS Zentrale. Die Fahrt war keine lästige Pflicht sondern bot wirklich Fahrspaß im Sattel. Die nächste harte Prüfung folgte schon ein paar Kilometer später. Flotte Kurven mit 120km/h am Tacho. Die Maschine hält tüchtig die Spur, vermittelt ein gutes Gefühl für Grip und Traktion und lässt ein herzhaftes Motorradtempo zu.

Reisemaschine mit viel Fahrkomfort

Insgesamt wird die Maschine so zu viel mehr als einem schicken Chrom-Accessoire vor dem Cafe. Sie ist eine super komfortable Tourenmaschine mit viel Fahrspaß. Die Seitenkoffer schlucken kräftig Gepäck, auch wenn die Öffnung etwas breiter hätte ausfallen können. Typische Rucksäcke in meinem Portfolio waren allesamt zu breit. Auch bei den Koffern merkt man, dass hier auf hochwertige Details wert gelegt wird. Beim Zuklappen der Deckel bekommt man mit einem satten Klack ordentlich Feedback serviert.

Verantwortlich für den tollen Reisekomfort ist aber bestimmt auch der hochwertige Sattel. Das Ding ist nicht nur eine optische Augenweide sondern man sitzt darauf einfach großartig. Die Befestigung vom Windschild wirkt mit den Winkelprofilen und den 08/15 Schrauben zwar nicht so hochwertig wie der Rest vom Motorrad. Doch dafür ist es praktisch mit einem Handgriff und ohne Werkzeug abnehmbar. Im Sattel (185 cm Körpergröße) genießt man bis ca. 120 km/h tollen Windschutz. Darüber hämmert der Wind von der Abrisskante nervig auf den Helm. Kritiker mögen meinen, dass mit diesem Motorrad ohnehin niemand schneller fährt. Doch das Teil macht auch bei 150-170 noch eine gute Figur und wäre ein grandioser Kilometerfresser auf der Autobahn.

Schwere Auswahl im Indian Schauraum

Der hohe Reisekomfort, die tolle Optik in Kombination mit dem guten Sound machen aus der Indian ein Schmuckstück mit hohem Nutzwert. Doch klar ist die Konkurrenz im eigenen Haus groß. Im direkten Vergleich mit der Springfield erfreute man sich im Sattel vom Roadmaster an dem fetten modernen Display und an der Sitzheizung. Doch möchte man sich umgekehrt die Springfield nicht mit diesem üppig dimensionierten Bildschirm vorstellen. Ein gutes Gefühl für die Springfield, den Roadmaster und die neue Chieftain bekommt man bei der „Indian Trilogie“ auf unserem 1000PS YouTube Kanal. Viel Freude mit den Videos! Online ab Anfang April!

Indian Springfield kaufen - die Preise

Fazit: Indian Springfield

Der hohe Reisekomfort, die tolle Optik in Kombination mit dem guten Sound machen aus der Indian ein Schmuckstück mit hohem Nutzwert. Das gute Fahrwerk ermöglicht in Kombination mit der anständigen Schräglagenfreiheit und dem elastischen Motor herzerwärmende Motorradtouren.

1
Vorteile
  • Elastischer Motor mit tollen Manieren
  • Im Klassenvergleich sehr anständige Schräglagenfreiheit
  • stabiles Fahrwerk ermöglicht flottes Reisetempo
  • viele hochwertige Details
1
Nachteile
  • Cruiserfreunden könnte das Fahrwerk bei Kanaldeckeln etwas zu straff sein

Bericht vom 27.03.2019 | 2.413 Aufrufe

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