ZERO FXS 2016 Test

ZERO FXS 2016 Test

Supermoto-Hammer mit E Antrieb!

Die FXS ist die neue Supermoto Waffe im Hause Zero. Doch passen „fader“ E-Antrieb und eine sportliche Supermoto zusammen? Wir prüfen nach.

Als ich im Netz zum ersten Mal über Zero stolperte, zog die FX meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Die technischen Eckdaten waren einfach zu verlockend, um nicht davon zu träumen. 95 Newtonmeter bei einem Gewicht von nur 114 Kg sind schon eine mächtige Ansage und das auch noch rein elektrisch betrieben. Nun, das ist schon wieder ein paar Jahre her, an dem Traum, endlich eine FX fahren zu können, hat sich aber wenig geändert. Ich was also alles andere als enttäuscht, als die Einladung zum Zero Pressetest in meinen Posteingang flatterte!

Normalerweise beschränken sich die Maßnahmen bei der Modellpflege ja vorwiegend eher auf die Optik. Deshalb war ich auch etwas verwundert, als ich die 2016er Modele von Zero sah. Weil die „Neuen“ sehen irgendwie genauso aus wie die 2015er und 2014er Modelle. Was ich aber nicht sehen konnte, war, dass sich bei der Technik und den Komponenten einiges geändert hatte. So werden nun sämtliche Fahrwerkskomponenten von Showa geliefert. Auch auf die Zusammenarbeit mit Bosch in Punkto ABS ist man bei Zero sehr stolz. Ebenfalls neu bei den 16ern ist der teuerste Bauteil des Motorades, das Akkupack. Während in den vorigen Modellen Akkupacks verbaut waren, die maximal 2,8 kw/h lieferten, konnte man durch die Verwendung neuester Lithium Ionen Module die Leistung auf 3,3kw/h steigern. Die gesteigerte Akkuleistung wirkt sich natürlich positiv auf die Reichweite aus, auf die wir später nochmal zu sprechen kommen.

Neu ist übrigens auch die Supermoto Variante der FX die Zero FXS. Sie kommt mit klebrigen 17 Zoll Pirelli Gummis und ist im engen Winkelwerk eine irre Waffe. Davon konnten wir uns auch während unseres Testrides im kalifornischen Santa Cruz überzeugen.

Eins noch zu den verschiedenen Varianten der FX und FXS: Beide Varianten sind mit entweder nur einem Akkupack als ZF3.3 Variante oder mit zwei Packs als ZF6.5 erhältlich. Im Gegensatz zur S-Reihe sind die Akkus bei der FX-Reihe austauschbar. Allerdings werden genauso wie bei der S Reihe 2500 Ladezyklen garantiert. Mit der Anzahl der verbauten Akkus ändert sich zum einen natürlich die Reichweite und zum anderen auch die Leistung. Während sich mit einem Pack 27PS abrufen lassen, erhält man mit dem zweiten Pack satte 45 PS. Das Drehmoment bleibt aber in beiden Fällen gleich. Allerdings sollte man schon wissen, dass so ein Pack um die 20Kg wiegt, was sich natürlich nur bedingt positiv auf die Fahreigenschaften auswirkt.

Aber zurück zur eigentlichen Testfahrt. Während ich bei der DSR eher vorsichtig im ECO Mode begann, wechselte ich bei der FXS gleich in den Sport Mode. Übrigens, können die Modi auch während der Fahrt gewechselt werden. Die ersten paar Meter sind immer etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings hab ich mich relativ schnell an den Wegfall von Schalt- und Kupplungshebel gewöhnt. Und sonst? Hmmm, ehrlich gesagt ist da jetzt sonst kein großer Unterschied zu konventionellen Bikes. Die FXS hat ein ordentliches Fahrwerk, das gute Rückmeldung gibt und auch die flottere Gangart tadellos mitmacht. Gut funktionierende Bremsen, obwohl mich der 240mm Durchmesser der vorderen Bremsscheibe, anfänglich etwas zweifeln ließ und auch sonst gibt’s da keine allzu großen Unterschiede.

Weil ich mit Fragen zur Leistung in meinem Bekanntenkreis quasi durchlöchert wurde, auch wenn ein direkter Vergleich sehr schwer fällt, alleine ob der Tatsache, dass die FXS über kein Getriebe verfügt, würde ich meinen, dass sich die FX am besten mit einem leichten 250er Einzylinder a la Yamaha WR oder Honda CRF 250L vergleichen lässt.

Die aber wohl am häufigsten gestellte Frage hat mit der Reichweite zu tun. Wie immer sind Angaben zur Reichweite als sehr relativ zu betrachten. Da sind zum einen die Herstellerangaben, die ja im Normalfall meist sehr optimistisch ausfallen. Nicht so bei Zero, so gibt man etwa bei starker Belastung eine maximale Reichweite von 60 Kilometern an. Bei unserer Testfahrt wurden die Bikes nicht geschont und auf der kurvenreichen Strecke gab es zahlreiche Sprints die dem Akku ordentlich zusetzten. Trotzdem waren nach gut 30 Kilometern noch immer mehr als 50% Ladung im Akku. Somit ergibt sich eine rechnerische Reichweite von 65km bei starker Belastung. Bei gemächlicher Fahrweise sollen laut Zero bis zu 140 Kilometer drin sein. Da die Straßen aber zu verlockend waren um nicht immer feste anzudrücken hab ich das nicht überprüft und glaube den Zero Angaben einfach mal.

Resümierend bleibt festzuhalten: Das Warten hat sich gelohnt. Die FXS ist ein Spaßbike wie es im Buche steht - leicht, handlich und irre agil. Auch die Reichweite ist mit über 60 Kilometern ausreichend, um auf der Hausstrecke die grölenden Supersportler zu ärgern. Wer so ein Teil nun selbst probieren will, kann sich hier für Probefahrten anmelden http://www.zeromotorcycles.com/de/locator

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Bericht vom 19.01.2016 | 10.877 Aufrufe

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