Husaberg FS 570

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Supermoto, 60PS, 117kg! Noch Fragen?

Testbericht Husaberg FS 570

 

Einfach wunderbar hörte sich das Wimmern der Reifen hier im Wald an. Von hier oben hat man einen tollen Ausblick auf die Supermotostrecke und den Testmotorrädern werden gerade so richtig die Sporen gegeben. Nach einem Jahr Pause steigt Husaberg wieder in die Supermoto Szene ein. Für manche kam überraschend, dass Husaberg die 570er, aber nicht die 450er als Supermoto brachte. Fans der Marke freut es jedoch bestimmt, dass Husaberg dem Motto „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“ treu geblieben ist.

Die FS 570 ist eine zulassungsfähige Supermoto-Variante der 570er Enduro. Im Zulassungsschein steht aber wie in dieser Liga üblich nur die halbe Wahrheit – die Husaberg ist nicht mit voller Leistung typisiert.

Tausendsassa im Prospekt

Im Prospekt wird die neue Supermoto als echter Tausendsassa angekündigt. Auf der Supermotostrecke soll sie aus der Kiste bereit für Siege sein. Im Alltag fährt man mit ihr dann täglich zur Arbeit oder unternimmt am Wochenende flotte Ausfahrten mit ihr. Der Prospekt ist eben für echte Puristen geschrieben, dachte ich mir, und steig aufs Testmotorrad.

Die Supermotostrecke hier im Infield der neuen Rennstrecke unweit von Barcelona ist abwechslungsreich. Es mangelt klarerweise nicht an Kurven und zum Glück auch nicht an Bergab- und Bergaufpassagen.

60 PS und trotzdem kein Stress?

Die Qualitäten der FE 570 Enduro hat die Husaberg auch im modifizierten Fahrwerk der FS 570 nicht verloren. Der mächtige Motor ist zwar bärenstark, aber auch hier butterweich zu dosieren. Aus den Kurven hat man viel Gefühl fürs Hinterrad und kann früh ans Gas gehen. Die Husaberg verdient zwar Respekt, aber es ist nicht nötig, sich wegen ihr in die Hosen zu machen. Noch besser als im Gelände kann man die Handlingvorteile des Gesamtkonzeptes auskosten. In der Wechselkurve lässt sich die 570er spürbar leichter als jede vergleichbare Supermoto dirigieren. Insgesamt erfordert die Berg durch den fein abgestimmten Motor und das tolle Handling wenig Kraft. Selbst Rookies können auf der Supermotostrecke problemlos 30 Minuten ohne Pause ihre Kreise ziehen.

Es waren aber auch Profis vor Ort. Einige Magazine schickten ihre spezialisierten Rennfahrer zum Supermototest und wieder einmal zeigte sich, dass alle das gleiche wollen. Denn auch die Profis waren beim Tracktest von der Berg angetan und attestierten ihr tadellose Rennsporttauglichkeit. Das Fahrwerk zum Beispiel konnte sich den ganzen Tag über nie erholen, blieb aber trotzdem straff und stabil. Die Vorderbremse war für viele von uns übrigens ein wenig zu viel des Guten. Sie bremst so wie sie aussieht: Mächtig! Der Motor hatte für alle genug Leistung, Tuningmaßnahmen sind realistisch betrachtet überflüssig. Die Husaberg bietet sehr viel auf der Rennstrecke, aber nicht alles. Eine Anti-Hopping-Kupplung fehlt leider. Für die alten Hasen war das kein Problem, sie beherrschen das Spiel von Bremse, Kupplung und Gasgriff perfekt. Technikverwöhnte Weichlinge sind in der Bremszone dann manchmal überfordert. Für weitere ca. 1.000 Euro gibt es jedoch Abhilfe im Zubehörprogramm.

Alltagstauglichkeit ist ein dehnbarer Begriff und die Husaberg wird bestimmt nicht alle Supermotofreunde im Stadtverkehr glücklich machen. In der Praxis fehlt ein Zündschloss, ein kleiner Stauraum und die legale Typisierung mit voller Leistung. Rein fahrtechnisch spricht natürlich nichts gegen den Einsatz der Husaberg für den täglichen Weg zur Arbeit. Die Husaberg hat einen Elektrostarter, keine technischen Macken wie man es von bissigen Exoten gewohnt ist und lässt sich bestimmt auch im Stadtverkehr sehr stressfrei dirigieren.

Für längere Strecken taugt die Husaberg FS 570 aber keinesfalls. Dann wird die Sitzbank zu hart, die Vibrationen zu heftig und das Ölvolumen des Motors zu klein. Das Aggregat ist für harte, aber kurze Einsätze der Spitzenleistung ausgelegt. Auf einer Supermotostrecke ist der Motor zwar immer wieder mal unter Volllast, kann sich aber in den Bremszonen oder in den Kurven etwas erholen. Auch ohne es ausprobiert zu haben, vermute ich, dass die Husaberg tägliche Vollgaseinsätze auf der Autobahn mittelfristig nicht schadlos übersteht. Wer also hauptsächlich auf öffentlichen Strassen unterwegs ist, greift besser zu einer SMC 690 von KTM. Die ist zwar nicht ganz so handlich und man ist auf ihr auch nicht mehr der ganz große Held wie im Sattel der Husaberg.

Für Puristen ist die Husaberg aber eine echte Bedrohung, besser gesagt für deren Konto. Denn sie bringt bärenstarke Leistung, zuverlässig und einfach zu fahren in die Garage des Kenners. Den Ausflug zur Supermotostrecke kann man problemlos auf Achse in Angriff nehmen. Bei kurvigen Hausstrecken gibt es im Moment auch keinen Gegner der ein solches Handling gepaart mit solcher Leistung bietet.
 

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Weitere technische Infos zu den Neuerungen im Husaberg Modelljahr 2010 findest du hier: Husaberg Modelle 2010

 
Die Husaberg bekommt eine anders abgestimmte HP Gabel samt Federbein spendiert. Zusätzlich dazu noch andere Gabelbrücken mit geändertem Offset. Deutlich heller ist die Onroad-Variante der 570er Husaberg. Viel weiß, etwas blau und wenig gelb. Steht ihr gut.
Mit den 17" Felgen von Saxess können die Reifen ohne Schlauch montiert werden. Spart Gewicht bei den ungefederten Massen. Bremst mächtig: Die radial montierte Magura Bremserei.

Husaberg Modelle 2010 - Testberichte

Fotos: Peuker, Montero

Husaberg Modelle 2010 - Fotos

Fotos: Peuker, Montero

Husaberg Modelljahr 2010 - Video

Husaberg FS 570 - Technische Daten

Motor: Einzylinder 4-Takt Motor mit einer oben liegenden Nockenwelle und 4 Ventilen
Hubraum: 565,5 ccm
Starter / Batterie: Elektrostarter (kein Kickstarter mehr am Bike), 12 V / 7 Ah Batterie
Bohrung / Hub: 100 / 72 mm
Getriebe: 6 Gang
Kraftstoffaufbereitung: Keihin EFI (electronic fuel injection)
Schmierung: Druckumlauf mit 2 Ölpumpen
Kupplung: hydraulisch betätigte Nasskupplung
Rahmen: Stahlrohrrahmen 25CrMo4
Heckrahmen: Polyethylen
Lenker: Magura Alu 28/22 mm
Gabel: WP USD 48 mm voll einstellbar
Federbein: WP PDS voll einstellbar
Federweg vorne / hinten: 280 / 310 mm
Bremse vorne / hinten: 320 / 220 mm
Felgen vorne / hinten: 3,5 x 17" / 4,25 x 17" SAXESS Tubeless
Tank 8,5 Liter
Gewicht: 117 kg fahrfertig trocken
Leistung: 60 PS
Preis Österreich:  € 10.598

Bericht vom 09.07.2009 | 114.135 Aufrufe

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