Tourance Exp Tour

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Bei einer Tour mit dem Titel Experts on the Road präsentiert Metzeler den Tourance Exp.

Metzeler Tourance Exp
Experts on the Road

Europatournee mit Tourbus Begleitung

 
Da hat sich Metzeler selbst beim Wort genommen und den neuen Tourance Exp nicht auf einer gewöhnlichen Ausfahrt präsentiert, sondern auf einer echten Tour, von Barcelona bis nach Turin.

Ich gehörte der ersten Journalistentruppe an, die in den Genuß dieser Reise kommen sollte und war daher für den Abschnitt von Barcelona bis nach Marseille, mit Zwischenstopp in Cap D'Adge, eingeteilt. Residiert wurde in Barcelona im eindrucksvollen Hotel Hesperia Tower, einem Turm aus Stahl und Glas, in dessen Kuppel am Dach in 105 Metern Höhe sich eines der besten Restaurants des Landes befindet. Für ein Diner hätten wir uns leider schon vor einem Jahr anmelden müssen.

 

Entweder Martin Wiesner erklärt Jeff Assna gerade die Metzeler  Cap&Base Technologie, oder er zeigt ihm, wie man klatscht. Jeff versteht beides nicht.

Das neue Reifenprofil ist ein klares Bekenntnis zur Straße.  Die Wurzeln abseits von Asphalt werden trotzdem nicht vergessen. Die Optik spricht vom großen Abenteuer.

 

Barcelona – Solsona
Der erste Teil der Tour begann relativ unspektakulär und führte über Autobahn und Schnellstraße raus aus Barcelona. Auch wenn man anfangs enttäuscht ist, daß es nicht gleich voll zur Sache geht, ist es meistens besser so. Wir mußten nicht nur Straßen und Verkehr kennenlernen, sondern auch unsere Motorräder, diese wurden uns nämlich zugeteilt. Bei 95% BMW R1200GS war die Chance groß, daß wir eine bekommen. So sollte es auch geschehen und es war gut. Nach einer Stunde wurden die Straßen schmäler und die ersten Kurven tauchten auf. Vor uns lagen nun die Berge Kataloniens. Jetzt mußten wir uns zum ersten Mal wirklich auf den Tourance Exp verlassen können, denn der Fahrbahnzustand wechselte ständig und unerfreulicherweise plötzlich.


Solsona – Oliana – Spezial-Strecke 28 km
Endlich konnte der Spaß los gehen. Vor der Kulisse der Pyrenäen überquerten wir das Gebirge Kataloniens. Rauf, runter, links, rechts. Wir befinden uns auf dem Lieblingsterrain des Tourance Exp. Der Straßenbelag erlaubt nun eine flottere Gangart, so haben die Pneus erstmals mit starker Beschleunigung, harten Bremsmanövern, erhöhten Schräglagen und schnellen Richtungswechseln zu kämpfen. Man merkt sofort, daß man Tourenreifen mit einem derartigen Profil schwer unterschätzt. Der Tourance Exp wurde zu 90% für eine Nutzung auf Asphalt konzipiert und hat daher einen großen Positivprofilanteil. Der ausgezeichnete Grip und die Traktion werden durch den Mix aus Carbon Black und Silica ermöglicht. Der Vorderreifen mit seinem neuen Profil und dem 0-Grad-Gürtel (verhindert eine dynamische Verformung des Reifens) sorgt dazu für ein präziseres und einfacheres Handling.

 

Ein Highway wie in der neuen Welt.

 
Oliana
Im lokalen Motorradmuseum, das seltsamerweise jede Menge alter BMWs zu zeigen hatte, genossen wir einen Vormittagssnack und konnten uns kurz von den Offroadqualitäten des Tourance Exp überzeugen. Er wurde zwar nur für eine Nutzung von 10% abseits befestigter Straßen entwickelt, trotzdem wollten wir uns die kurze Fahrt über Stock und Stein nicht entgehen lassen. Tatsächlich handelte es sich bei dem Offroadteil um eine Schotterpiste, von fein bis sehr grob, fast schon steinig. Da das neue Laufflächenprofil aus großen Profilblöcken besteht, sprich einen großen Positivanteil besitzt, war die Traktion auf normalem Schotter in Ordnung, für gröberen Untergrund ist das Profil allerdings nicht mehr geeignet.
 
Oliana – Art Urgell
Die weitere Route führte uns bis Andorra, über Berge und Täler. Nach Durchquerung einiger Ortschaften hielten wir an einem schönen Lokal mit Mini-Golfplatz zum Mittagessen.
 

Kleinster Golfplatz der Welt. 7 Löcher auf 70 Quadratmeter.

 
Alt Urgell – Saillagouse
Nach dem Mittagessen begann die Überfahrt der Pyrenäen in Richtung Frankreich, um den Staat Andorra herum. Die Straße führt durch ein breites Tal, das im Süden durch die Serra de Cadì und im Norden von der Staatsgrenze zwischen Spanien und Frankreich begrenzt wird.

Der Asphalt ist ordentlich und die Fahrt ein Mix aus engen und breiten Kurven. Mit voller Wampen gerade noch zu ertragen. Bis es wieder bergab ging und die beste Reiterei des Tages anfing, hatten wir bereits soweit verdaut, daß eine Schubumkehr unwahrscheinlich geworden war.

 

Die BMW hat zwar einen Plan, die italienischen Guides hatten trotzdem keinen.

 

Jeff Assna und kot warten....und warten....und warten.

 
Saillagouse – Cannaveilles Spezial-Strecke 32 km
Bei der Abfahrt wurde es dann richtig ernst. Enge Fahrbahn, schmale Kurven und Spitzkehren, das ganze mit entsprechendem Gefälle und unberechenbarem Verkehr garniert. Das verlangte oft nach abrupten Bremsmanövern und schnellen Linienkorrekturen. Hier war wieder der Vorderreifen gefordert. Die neue Struktur führt zu einer kontrollierten Verformung der Aufstandsfläche, damit möglichst viel Bremskraft an den Asphalt abgegeben werden kann. Die Cap&Base Technologie, bei der zwei Gummimischungen unterschiedlicher Steifigkeit bei Lauffläche und Struktur zum Einsatz kommen, unterstützt dies nicht nur, sie sorgt auch für mehr Komfort bei schlechten Straßenverhältnissen. Uns war der Komfort natürlich relativ egal, wichtig war, nicht als Letzter unten anzukommen (noch wichtiger allerdings, überhaupt unten anzukommen). Das Tempo wurde forciert und als wir im Tal angekommen waren und es entlang einer niedrigen Mauer direkt neben der Straße erst richtig schnell wurde, wußte ich, daß es noch lange nicht zu Ende war.
 

Ankunft nach dem ersten Tag. Dauer der Tour: 8:30 bis 20:30 Uhr

 
Cannaveilles – Cape d’Agde
Genug ist bekanntlich nie genug. Obwohl ich froh war, daß das Tempo irgendwann wieder gemächlicher wurde, dauerte es nicht lange, bis ich den letzten 30 Kilometern nachzuweinen begann. Nach der Fetzerei ging es runter Richtung Meer, die Landschaft wurde mediterraner und die Straßen gerader. Die letzten 100 Kilometer wurden auf der Schnellstraße herunter gespult, bis wir schliesslich um 20:30 Uhr im Hotel in Cape d'Adge eintrafen.
 

Tag 2

Cap d’Agde – Marseille
Entlang der Mittelmeerküste vorbei an Austernbänken ging es in die Camargue. Schlechter Straßenbelag und keine Kurven, das ist kein Vergnügen. In den Sümpfen der Bouches du Rhône mußten wir kurz auf eine Fähre umsteigen, um einen 100 Meter breiten Fluß zu überqueren. Am anderen Ufer angekommen (geografisch gesprochen!) sahen wir rosa Flamingos und die berühmten wilden Pferde der Camargue.

Zum Mittagessen hielten wir in Saintes Maries de la Mer. In einem kleinen Lokal wurden besonders große Steaks serviert, und zwar so roh wie noch nie. Ich mußte nach dem Mahl sofort meinen Platz verlassen, da ich das Massaker auf meinem Teller optisch nicht derzahte.

 

Die Teller jetzt noch leer, später wahlweise mit Paella oder 600 Gramm T-Bones belegt.

In Saintes Maries de la Mer gibt es nicht nur Heilige. Friedliebende Zigeunerinnen fuchteln mit Marienanhängern vor deinem Gesicht herum, segnen dich...und räumen dir die Taschen aus.

 
Man kann sagen, daß der Reifen so ca. 50 verschiedene Fahrbahnbeläge und Zustände gesehen hat. Von trocken bis nass, von griffig-rau bis rutschig-glatt. Selbst als es wirklich zur Sache ging und wir so fuhren, wie man mit so einem Motorrad eigentlich nicht fahren sollte, erlebte ich keine bösen Überraschungen. Der Reifen zeigte nie eine plötzlich auftretende Schwäche, funktionierte und korrespondierte hervorragend mit dem Motorrad.

Wir blicken zurück und werden den Gedanken nicht los: Da wär noch mehr gegangen. Wir haben den Reifen anfangs unterschätzt und unterschätzten ihn noch zum Schluss. Diese Performance ist man einfach nicht gewohnt, man sieht das Profil und stellt sich bewußt oder unbewußt darauf ein. Doch dieser Reifen ist neu und das Abenteuer, das er mit sich bringt, ist es auch.

 

 Den neuen Metzeler Tourance Exp...

...werde ich auf alle Fälle probieren!
...werde ich vielleicht probieren.
...werde ich nicht probieren. Ich bleib bei Altbewährtem.
...werde ich nicht probieren. Nicht meine Marke.

 

 
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Text: kot
Fotos: irgendein Fotograf von Metzeler

Bericht vom 31.05.2007 | 21.016 Aufrufe

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