Motorradreise in Italiens grünes Herz - Umbrien & Toskana-Tour

Umbrien soll das "perfekte Italien" sein

Für viele Italiener ist Umbrien eine der schönsten Regionen ihres Landes. Hierzulande ist die an die Toskana angrenzende Kulturlandschaft nahezu unbekannt. Dabei bietet sie gerade Motorradfahrern herrliche Strecken mit wenig Verkehr durch beschauliches Flachland und alpines Hochgebirge.

Text & Fotos: Norbert Meiszies/RKM

Wir sind in Umbrien angekommen, jene Region auf dem italienischen Stiefel, die den begriff Massentourismus offensichtlich noch nicht kennt. Auf den Straßen herrscht kaum Verkehr, in den Ortschaften fließt das Leben wie ein ruhiger Strom, immer wieder stehen die Menschen in den Gassen und halten ein Schwätzchen. Von den Einheimischen hört man regelmäßig, dass für sie dieser Teil ihres Landes ein ideales Italien darstellt. Da passt es, dass amerikanische Wissenschaftler des Örtchen Todi als lebenswertesten Ort der Welt bezeichnen. Das macht natürlich neugierig.

Allgemeines zu Umbrien

Umbrien ist eine Region Italiens, die zwischen den Gebieten Toskana, Latium und Marken liegt. Es ist eine der wenigen Regionen in Italien, die keine Meeresküste besitzt, dafür riesige Waldflächen, Weinanbaugebiete und Olivenhaine. Die Landschaft ist durch die zahlreichen Bergrücken des Apennin sehr hügelig, teilweise hochalpin, besitzt im Gegensatz dazu aber auch weite Täler mit großen Weideflächen. Als Umbriens Meer wird der Trasimenische See bezeichnet, nahe der Grenze zur Toskana gelegen, ein beliebtes Ausflugsziel der Italiener. Die Hauptstadt Umbriens ist Perugia.

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Anreise nach Umbrien

Bis nach Florenz als Einstieg in die Toskana sind es zum Beispiel von München aus 800 km. Noch einmal 200 km kommen hinzu bis nach Umbrien. Wer schnell ans Ziel kommen will, darf die Kosten für die Gebühren auf der Autostrada nicht vergessen. Zumindest zwischen Mailand und Bologna lohnt sich das Verlassen der Autobahn nicht. Ansonsten kann man auf den Landstraßen vor allem zwischen Bologna und Florenz reichlich Fahrspaß finden.

Der lebenswerteste Ort der Welt - Todi in Umbrien

Schon die Fahrt nach Todi ist ein Erlebnis. Knapp 50 Kilometer sind es vom wesentlich bekannteren Orvieto über die Bergrücken des Parco del Fluviate Tevere 50.000 Meter ohne eine einzige längere Gerade. Kurve an Kurve, auf und ab führt der Weg, bis wir fast schwindelig von der Karussellfahrt in Todi den Schildern ins Centro folgen. Im Gegensatz zu vielen anderen italienischen Städten fällt sogleich auf, dass wir uns nicht erst durch Industrieansiedlungen am Stadtrand kämpfen müssen, sondern über eine schöne Alleenstraße den ersten Häusern nähern, um dann einer schmalen, dunklen Gasse zu folgen, bis sich plötzlich ein weiter Platz ausbreitet, so als hätte jemand den Theater-Vorhang beiseite geschoben.

Todi in Umbrien
Mit dem Motorrad am Piazzio von Todi

Der Orts-Carabinieri weist uns gleich auf den Motorrad-Parkplatz auf der Piazza Garibaldi hin. Er werde auch ein Auge darauf haben, verspricht er. Offensichtlich hat er uns gleich in die Schublade Touristen gesteckt. Die sind hier allerdings rar. Mensch, die Welt ist in Todi wirklich noch in Ordnung. Es mag daran liegen, dass sich die Kleinstadt seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die Piazza del Popolo, der Hauptplatz, wird wie vor 700 Jahren von den gleichen Palästen und dem Duomo mit seiner großen Freitreppe eingerahmt. Auf der Dom-Treppe könnte man stundenlang sitzen und die ruhige Atmosphäre, die der Platz ausstrahlt, in sich aufsaugen. An der gegenüber liegenden Bar, Mittelpunkt des örtlichen Lebens, treffen wir unseren Carabinieri wieder, der offensichtlich lieber ein Schwätzchen hält, als sich um die Verkehrsregelung zu kümmern. Sehr sympathisch der Mann. Hektik scheint hier ein Fremdwort zu sein, niemand wundert sich darüber, dass ich mein Motorrad für ein Foto mitten auf den Platz schiebe.

Reisezeit für Umbrien

Eigentlich kann man Umbrien das ganze Jahr über bereisen, lediglich im Winter sollte man sich auf die sehenswerten Städte beschränken, in den Gebirgsregionen mit bis zu 2500 Meter Höhe liegt dann Schnee. Beste Reisezeit ist sicherlich das Frühjahr mit Temperaturen um die 20 Grad. Dann sind Weiden und Wiesen saftig grün und auf den Feldern blühen der Raps und der Mohn. Das gilt besonders für die Hochebene von Castellucio, die Anfang Mai in allen möglichen Farben leuchtet. Im Sommer wird es in den Tälern sehr heiß, dann kann der Bummel durch Städte wie Assisi oder Orvieto anstrengend sein. Im Herbst bleiben die Temperaturen bis in den Abend über 20 Grad, das Licht ist besonders intensiv, aber die Landschaft zeigt sich dann eher braun und grau.

Die Stadt steht in Flammen - Die Altstadt von Assisi

Unseren Trick, die Meidung öffentlicher Touri-Parkplätze, haben wir auch in Assisi angewandt. Mit dem Zweirad ist man in den italienischen Städten König. Die Verbotsschilder für die Einfahrt in die Altstädte scheinen eher Empfehlungen als Warnhinweise zu sein. Sozusagen durch die Hintertür, die Porta San Giacomo (den Schildern San Franceso folgend), parken wir ganz legal nur wenige Schritte entfernt auf einem für Roller und Motorräder reservierten Parkplatz vor der Kirche des Heiligen Franziskus. Assisi entfaltet sich terrassenförmig an den Hängen des Monte Subasio. Bereits aus großer Entfernung, aus dem Valle Umbra kommend, erkennt man den monumentalen Kirchenbau. Wenn möglich, empfiehlt sich die Anreise am späten Nachmittag, dann leuchten die Gebäude, die aus dem rosaroten Stein des Monte Subasio erbaut wurden, von der tief stehenden Sonne angestrahlt, wie ein Flammenmeer. Dieser Anblick alleine lässt uns an Himmel und Hölle glauben. Auch wem im Urlaub der Sinn nicht unbedingt nach Kultur steht, an der Basilika darf man nicht vorbei gehen. Die Klosteranlage, in der heute noch rund 50 Mönche leben, besteht eigentlich aus zwei übereinander errichteten Kirchen: In die Unterkirche mit dem Grab des Heiligen Franziskus gelangt man über die Piazza Inferiore. Mittlerweile sind die durch das Erbeben von 1997 zerstörten Teile der Oberkirche wieder aufgebaut und die Wandmalereien fast vollständig rekonstruiert worden. In einer fünfjährigen Puzzlearbeit wurden zigtausende von der Decke gefallene Steine wieder zusammengesetzt. Der Anblick der farbenprächtigen Gemälde an den Kirchenwänden verschlägt einem den Atem. Hier wird man zum gläubigen Menschen.

Assisi in Umbrien
Die wunderschöne Skyline von Assisi

Unterkunft finden in Umbrien

Wer gerne zeltet, findet rund um den Trasimenischen See mehrere Campingplätze. Die sind aber gerade in der Urlaubszeit sehr überlaufen. Zu den Top-Plätzen mitten in den Sibillinischen Bergen gehört Cameggio Il Collaccio mit eigenem Restaurant in Castellvecchio, wo man sich auch in kleine Hütten einmieten kann. Wer lieber im Hotel oder im Gasthof nächtigt, findet in Umbrien für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas. Hier empfiehlt sich aber eine rechtzeitige Reservierung, am besten schon hierzulande über Online-Portale wie HRS (www.hrs.de) oder Booking (www.booking.com), wo man noch kurzfristig wieder stornieren kann, ohne das Hotel bezahlen zu müssen. Wer das Landleben schätzt, wählt eventuell ein Agriturismo, einen Urlaub auf dem Bauernhof inkl. landestypischer Verköstigung (www.agriturismo.it).

Monte Subiaso und das Trüffel-Fieber

Genug der Andacht, es geht ab in die Berge: Dafür muss man gar nicht weit fahren. Vorbei an dem kleinen Klosterbau Eremo delle Carceri oberhalb von Assisi, wo der Heilige Franziskus der Sage nach den Vögeln gepredigt haben soll, führt eine asphaltierte, von Schlaglöchern übersäte Ausflugsstraße auf den Monte Subiaso hinauf. Kurz vor dem Gipfel weitet sich der Blick, der zunächst von dicht stehenden Bäumen eingeschränkt wurde. Jetzt schauen wir über weite, saftig grüne Wiesen. Über die rundlichen Höhenzüge weht ein heftiger Wind, der unsere GS fast aus der Bahn wirft, zumal die letzten Meter in eine grobe Schotterpiste übergehen. Zahlreiche italienische Ausflügler laufen gesenkten Hauptes mit Körbchen in der Hand über die Wiesen, so dass wir zunächst an Pilger auf dem Weg nach Assisi glauben. Doch die Leute haben Weltliches im Sinn, sie sind auf der Suche nach Trüffeln, jene Pilzart, die hier stark verbreitet ist und als kostspielige Delikatesse in Käse, Salami und vor allem bei Nudelgerichten verarbeitet wird.

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Umbriens Kulinarik - Essen & Trinken in Zentralitalien

Umbrien ist vor allem für das Olivenöl und die schwarzen und weißen Trüffel aus der Region bekannt. Insgesamt ist die umbrische Küche sehr bodenständig und ein Teil der Rezepte stammt noch aus der Zeit der Etrusker. Die meisten Gerichte werden aus Schwein, Rind und Geflügel zubereitet, Fisch gibt es eher selten. Selbstverständlich findet man auf jeder Speisekarte Pasta, ein Nudelgericht, wobei die Tagliatele mit Trüffeln sehr empfehlenswert sind. Die Preise sind mit den hiesigen zu vergleichen. Der Italiener liebt es, ausgiebig zu speisen, meistens mit mehreren Gängen (Antipasti, Primi und Secondi). Als Getränk gibt es dazu natürlich Wein, meistens einen Orvieto ein Weißwein, der sowohl süß als auch trocken angeboten wird.

Trüffelschwein in Orvieto
Trüffel und Trüffelschweine sind typisch für Umbrien

Uns läuft das Wasser mittlerweile im Mund zusammen. Allerdings nicht, weil wir gerade ans Essen denken, sondern die Abfahrt vom Monte Subiaso genießen. Die gehört uns ganz alleine, weil die schmale Schotterpiste herrliche Aussichten ins Tal und jede Menge Kurven bietet. Die GS fühlt sich so richtig wohl in ihrem Element. In Umbrien gibt es zahlreiche ähnliche Ausflugsberge, deren Auffahrt eine meist gut asphaltierte Straße ist, die Abfahrt auf der anderen Seite des Berges allerdings in eine grobe Piste übergeht, die für Autos unbefahrbar ist.

Panoramen und Legenden am Monte Nerone

Das gilt genauso für die Fahrt auf den Monte Nerone im Grenzgebiet zwischen den Regionen Umbrien und Marken und den Ortschaften Piobbico und Serravalle. Er besitzt eine gut ausgebaute, ausgeschilderte Auffahrt bis zum Gipfel in 1.500 Meter Höhe, auf dem ein Sendemast des italienischen Fernsehens RAI steht. Die Abfahrt dagegen ist ein reiner Feldweg für Waldarbeiter und mittlerweile leider gesperrt. Das macht nichts. So genießen wir noch einmal die gleiche herrlich kurvige Straße, die wir hochgefahren sind für den Rückweg und staunen über die einmaligen Aussichten in den Appenin. Den guten Straßenbelag verdankt der Berg übrigens dem Radrennen Giro dItalia, dem Pendant zur Tour de France, weshalb er unter Radlern gerne als Mont Ventoux der Marken bezeichnet wird. Nett ist auch die Geschichte der Namensgebung: Der Berg soll nach einem gewissen Domizio Nerone benannt sein, der aus nicht überlieferten Gründen vom römischen Gott Jupiter mit dem Tod durch einen Blitzschlag bedroht wurde und sich deshalb in eine Grotte am Berg flüchtete. Eines klaren Tages wagte er sich aus seiner Höhle hervor, prompt erschien eine Wolke und der Blitz zuckte herab. Ciao Domizio!

Die Auffahrt am Monte Nerone
Die Auffahrt am Monte Nerone

In Piobbico, am Fuß des Monte Nerone, lassen wir uns erst einmal in der Trattoria eine Portion Tagliatele mit Trüffeln schmecken und bewundern dabei die Leute im Caffe nebenan. Hektik scheinen die Menschen nicht zu kennen, lieber sitzen sie zumindest die Männer bei einem Kartenspiel in der Tabacci Bar. Nach einigen Tagen erwischen auch wir uns immer wieder dabei, dass wir eigentlich lieber an dem einen oder anderen Ort einfach die Zeit verrinnen lassen würden, obwohl noch einige Kilometer zu fahren wären. So geht es uns auch in Norcia am Rande der Sybillinischen Berge, unserem Tagesziel. Am 30. Oktober 2016 zerstörte ein schweres Erdbeben das historische Zentrum der Stadt. Auch bedeutende Skulpturen und Kunstwerke der umbrischen Pilgerstadt wurden schwer beschädigt. Aber seitdem konnten viele der Kulturschätze wieder rekonstruiert werden.

Die Kultur Umbriens

Ein Besuch der meist mittelalterlichen Städte ist ein lohnenswertes Kulturerlebnis. Viele der Städte sind zudem weniger überlaufen wie in der Toskana. Selbst in Assisi muss man nicht stundenlang anstehen, um die Basilika zu besichtigen. Neben Assisi gehört sicherlich Orvieto zu den herausragenden Zielen. Rund um den imposanten Marmor-Dom bummelt man durch kleine Gassen und findet immer einen Platz, um sich bei einem Schinken- oder Salami-Baguette ausruhen zu können. Neben den in der Geschichte erwähnten Ortschaften sollte man unbedingt Montefalcone einen Besuch abstatten, ein kleines Städtchen oberhalb dem Valle Umbra. Sehenswert ist die Kirche S. Francesco mit herrlichen Fresken. Die Kirche ist heute ein Museum mit Sonderausstellungen. Viel Zeit sollte man sich für Gubbio nehmen und man muss gut zu Fuß sein. Der Ort an einem Hang besitzt zahlreiche mittelalterliche Paläste, von denen der Palazzo die Consoli das Zentrum des Ortes an der Piazza Grande bildet. Hier gibt es auch zahlreiche kleine Geschäfte mit den landestypischen Spezialitäten wie Trüffel-Salami oder Pecorino-Käse mit Trüffeln gefüllt. Zu den traditionellen Festen in Gubbio zählt am 15. Mai die Corsa dei Ceri, ein Fest zu Ehren des Patrons der Stadt, bei dem drei Mannschaften im Wettstreit je eine riesige Statue zur Basilika auf den Monte Ingino tragen.

Das Feinschmecker Paradies - Norcia in Umbrien

Die zahlreichen Kolonialläden mit den Spezialitäten der Region lassen uns nicht los. Norcia ist nämlich berühmt für seine schwarzen Trüffel und seine Schweins-Würste, die in ganz Italien verkauft werden. Das Geschäft Brancaleone da Norcia hat es uns besonders angetan. Bis auf den Corso Sertorio, die Fußgängerzone, reicht der Geruch von Strangozzi dellUmbria (Nudeln), Salsicce Brancaleone (Wurst), Pecorino di Norcia (Käse) und den typischen Lenticchie di Catelluccio (Linsen). Der gute Mann hinter der Theke lässt uns reichlich probieren, dass wir bereits satt sind, als wir den Laden mit jeder Menge Einkaufstüten wieder verlassen. Etwas schwerfällig steigen wir wieder auf unsere Motorräder, können uns aber nicht lange auf unseren Fettpolstern ausruhen. Kurz hinter Norcia zweigt die Straße ab auf die Hochebene von Castelluccio im Parco Nationale die Monti Sibillini.

Käseberge in Norcia
Käseberge in Norcia

Mit dem Motorrad in Umbrien - Paradies auf zwei Rädern

Umbrien ist ein Paradies für Motorradfahrer. Die Straßen sind meistens in einem guten Zustand und verkehrsarm. Und sie winden sich kurvenreich durch die Landschaft, egal, ob man sich gerade im Valle Umbria, also im Flachland befindet oder in den Monti Sibillini. Als Motorradler genießt man zudem den Vorteil, problemlos in die verkehrslimitierten Innenstädte zu gelangen. Selbst vor den größten Sehenswürdigkeiten gibt es einen Motorradparkplatz. Zwar sollte man sein Bike nicht unverschlossen abstellen, aber Angst vor organisierten Dieben muss man sich nicht unbedingt machen, die Menschen in Umbrien sind sehr vertrauenswürdig.

Kurven- und Landschaftstraum am Plateau von Castelluccio

Die Fahrt hinauf bis zum Refugio Perugia ist ein Traum. Kurven, Kurven, Kurven und niemand unterwegs, der uns bei unserer Achterbahnfahrt durch eine nahezu verlassene, schroffe Landschaft stört. Lediglich der Blick in den Himmel verheißt nichts Gutes, obwohl noch die Sonne scheint. Am Refugio auf circa 1100 Meter Höhe angekommen, umhüllt uns aber dichter Nebel. Im Blindflug geht es über den Scheitelpunkt weiter, bis plötzlich die Nebenschwaden wieder verschwinden und den Blick freigeben auf das von Berggipfeln eingerahmte, 28 km² große Plateau von Castelluccio. Die fruchtbare Fläche liegt 600 Meter über dem Meer, sieht aus wie der Krater eines mächtigen Vulkans, ist aber ein zur Eiszeit entstandener, heute ausgetrockneter See. Zwischen Ende Mai und Anfang Juni ist die Ebene von violetten Linsenblüten erfüllt, gefolgt von der Rapsblüte, die mit dem rot leuchtenden Mohn um die Wette strahlt. Wir sind leider zu früh dran, aber auch so verliert man sich gedanklich in der Schönheit dieses Landstrichs, an dem die Zeit spurlos vorüber gegangen ist. Gekrönt wird das Bild von der Gemeinde Castelluccio, die mitten in dem Krater auf einer Felsnadel thront wie eine alles überwachende Burg. Wahrlich eine Landschaft für Träumer.

Organisierte Reisen nach und in Umbrien

Wer sich nicht selbst um die Planung des Urlaubs kümmern will, kann sich einer organisierten Reisegruppe anschließen. Der Motorrad-Reiseveranstalter rm-reiseteam (www.rm-motorradreisen.de) bietet eine zehntägige geführte Tour durch Teile der Toskana und die schönsten Ecken Umbriens an. Von drei schön gelegenen Standorthotels werden die jeweiligen Tagestouren unter Leitung eines Tourguides unternommen. Im Preis sind u.a. die ausgewählten Hotel sowie Halbpension inklusive.

Umbrien - Italien in seiner besten Form

Gott sei Dank reißt uns die Erwartung auf die nächsten Ziele aus unseren Tagträumen. Cortona ist so ein Ort, an dem man unbedingt anhalten muss. Nördlich vom Trasimenischen See gelegen wirkt die hoch an einem Hang gelegene, mittelalterliche Stadt wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Steil geht es hinauf durch das schmale Stadttor über scheinbar noch schmalere Gassen, bis wir den großen Platz am Palazzo della Comunitá erreicht haben. Traumhaft, nur Italiener. Eine Nonne schlendert über die gepflasterte Piazza, die hübschen, dunkelhaarigen Italienerinnen mit ihren High Heels sitzen im Café und spielen mit ihren Smartphones. Um den Platz herum gibt es nur kleine Läden: einen Schuhmacher, einen Schreibwarenladen und die Enoteca mit Wein und Olivenöl. Das ist das wahre Italien. In einer Ecke steht eine alte Vespa PK 200 abgestellt, den Helm locker an den Lenker gehängt gestohlen wird hier wohl nichts und neben der Caffetteria finde ich einen Laden, der das Schaufenster vollgestopft hat mit allem möglichen Vespa-Merchandise von der Tasche bis zum T-Shirt. Auch einige Bilder und Zeichnungen sind ausgelegt. Ich stöbere ein bisschen, will eigentlich nichts kaufen. Doch dann sehe ich die beiden Kreidezeichnungen mit der Vespa und der Ape, italienische Impressionen auf Papier gebracht

Cortona in Umbrien
In wunderschönen, mittelalterlichen Städte Umbriens ist Hektik ein Fremdwort

Literatur zu Umbrien

Als Straßenkarte empfehlenswert ist die italienische Landkarte Umbria e Marche vom Touring Club Italiano für 9,90 Euro sowie von Marco Polo die Karte Umbrien, Marken für 9,99 Euro. Als Reiseführer lohnt sich Umbrien aus dem Michael Müller Verlag (ISBN-13 978-3956546167) für 17,90 Euro. Das Taschenbuch gibt es auch als e-book.

Bericht vom 18.02.2021 | 40.620 Aufrufe

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