Suzuki SV1000S - Tour

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Für die heurige Saison haben mir der Nastige Nils und der grosse Nesut ein ganz feines Mopperl zur Verfügung gestellt: eine nagelneue Suzuki SV1000S. Auf der Rennstrecke lässt sich das Teil ja wirklich super bewegen, bei den letzten Moto-Academy Events hab ich mich sehr wohl gefühlt. Nur wie siehts auf einer längeren Tour aus? Lässt einen die sportliche Sitzposition schon nach 200km absteigen wie den Glöckner oder ist die SV auch für längere Fahrten geeignet?

 

Die ersten Male am Ring  
Wie so oft im Leben eines Mannes, kam es beim ersten Mal zu einem fürchterlichen Debakel. Glücklicherweise war mein Kollege der "kot" zum ersten mal am Ring, so konnte ich die Schmach wenigstens mit ihm teilen. Man beachte die angespannte Körperhaltung beim ersten Foto, geistreiche Bemerkungen einiger Kumpels wie: "do worst owa länga net am clo oda?" brachten mein ego endgültig zum einstürzen. Unsere arge Herumnudelei am Ring brachte meinen Bruder, den NastigenNils, an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Nach zwei Stunden Getobe im Büro wurden alle Ringtrainings für die nächsten 3 Jahre gebucht.

Doch wie heißts so schön: Übung macht den Meister! Beim nächsten mal am Pannoniaring liefs schon einigermaßen besser. Vor einigen Wochen wäre dann das dritte Ringtraining an der Reihe gewesen aber die netten Grenzbeamten wiesen mich darauf hin das ich ohne Pass und Personalausweis keine Chance hätte über die Grenze zu kommen. Glücklicherweise war der Pass im Handschuhfach meines Autos. Unglücklicherweise stand dies aber zu dem Zeitpunkt beim Service. Somit fiel das lang erwartete 3 Training ins Wasser.

   
   
Die erste Tour  
Aufgrund des heuer so traumhaften Wetters haben wir bekennenden Schönwetterfahrer die letzten Ausfahrten schon abgesagt, vor ein paar Wochen war es aber endlich soweit. Am Vortag noch auf ein paar Bierchen ins Kellerstüberl und die Route besprochen, passt. Joe, mit seinen 20 Bikerjährchen der mit Abstand erfahrendste der Truppe schlug eine feine Seen-Route vor. Wunderbar, was immer du sagst Joe... Normalerweise verlässt das Kellerstüberl keiner ohne eine fürchterliche Panier aber aufgrund der frühen Abfahrtszeit, 7 Uhr, überlegten wir uns 2 mal wie viel von Joes destilliertem Obst wir anprosteten.
 
Wie immer war ich der einzige der noch überhaupt nichts gepackt hatte also fing ich am Vortag um Mitternacht an mein Zeug zusammenzutragen. Vom Nastigen noch schnell einen wasserdichten Seesack inkl. Gepäcksspinne geborgt und rauf damit auf den Sozius. Alles bereit für eine feine Tour und hoffentlich nicht wieder die Hälfte vergessen einzupacken.

Am nächsten morgen, wunderbares Wetter. Hoffmas bleibts so dachte ich mir, Gepäck ordentlich am Sozius niedergespannt, rauf aufs Bike und die ersten Kumpels abgeholt. Am Treffpunkt alle total erstaunt: Du bist pünktlich???. Jaja, kaum zu glauben. Aber die Freude auf die erste ordentliche Ausfahrt hat mich schon extrem zeitig aus dem Bett gerissen. Die restliche Package wurde dann noch in Hirm ausgefasst.


Die Eisen in der Kampfaufstellung. vlnr: Suzuki SV1000S, Yamaha R6, Yamaha Tenere, Honda Varadero, BMW R1100RT

Der erste Halt führte uns, wie soll es anders sein, an die Tanke. Von dort aus erst mal auf die grausliche Autobahn, über den Semmering nach Leoben und die wunderbar kurvige Strecke zum Erzberg. Das Wetter war an diesem Tag wirklich traumhaft, keine einzige Wolke am Himmel. Ich holte mir schon in den ersten Stunden eine grausame Handgelenksentzündung vom Bikergrüssen, so solls sein. Bei der ersten kurzen Pause am Erzberg bot sich ein wunderbarer Anblick. Dutzende Biker, blauer Himmel, der traumhafte Ausblick am Erzberg...

Nach den ersten Streitigkeiten der Brüder Pez und Jürgen (teilten sich R6 und Tenere)  wer wohl mit der R6 weiterfahren würde (Jürgen entschied den Streit mit 3:1 Faustwatschen für sich) konnte die Tour weitergehen. Der weitere Weg verschlug uns über Altenmarkt und Windischgarsten an den Gleinkersee wo wir eine Mittagspause einlegten. Nach den deftigen Kässpätzle wollten Pez, Jürgen und ich mal kurz ins kühle Nass. Kühl ist leider etwas untertrieben, das Wasser war wirklich so saukalt wie Pez klarstellt.

Aber egal, am gegenüberliegenden Ufer machten wir sowieso schon ein paar fesche Mädels aus. Deshalb schnell ein Ruderboot gemietet und rüber mit den Götterkörpern. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer, je näher wir dem Ufer kamen desto klarer wurde uns wie nötig ein Besuch beim Optiker bereits war… Beim aufsteigen an die Geräte klagte Jürgen bereits über erste Rückenschmerzen auf der R6. Die anderen auf Tenere, Varadero und Tuttelbomber lachten sich bloß ins Fäustchen, klar. Aber auch ich fühlte mich auf der SV wohl wie auf einem Touringeisen. Zugegeben, die Sitzbank wird nach längeren Fahrten etwas hart aber die Sitzposition lässt lange Touren wirklich Problemlos zu. Für mich der ideale Kompromiss zwischen Sportler und Touringgerät. Besonders der Motor versetzt mich immer wieder in helle Freude. Auch aus sehr niedrigen Drehzahlbereichen reißt der V2 noch spitzenmäßig an. Ab 7000u/min gibt er dann ordentlich Feuer, den Zenit mit 120PS erreicht er bei 9000u/min.

Nach einigen Irrfahrten (man glaubt es kaum, sogar mit GPS haben wir uns fürchterlich verfahren) fanden wir unser Quartier für die erste Nacht in Grünau. Zaunerhof hieß der Laden. Dort wurden gleich mal die Eisen in die Garage verfrachtet, der Wetterheini hat ja Regen fürn Abend angesagt. Die "Oldies" haben sich relativ zeitig ins Bett gelegt während Pez, JJ und ich uns noch einige Bierchen genemigten. Nachdem wir erfahren hatten das die beiden feschen Kellnerinnen schon vergeben sind, hauten wir uns ebenfalls aufs Ohr -> alle Bemühungen umsonst.


Den Sinn der Klapptüre am Balkon habe ich bis heute nicht verstanden. Sie hat für uns jedoch den Zweck erfüllt als unten einige Mädels mit grausamen Ausschnitten Platz nahmen...


traumhafte Aussicht am Erzberg


Eiskalt, keiner wagte sich bei ca. 14° ins Wasser




Wunderbares Wetter und viele Biker trafen wir am Gleinkersee an


Am Morgen vor der Abreise, das Wetter hat sich nach starken Regenfällen in der Nacht glücklicherweise wieder beruhigt.


Am nächsten Tag wieder schönstes Wetter, in der Nacht hat es so mörderisch geregnet das wir uns schon auf eine nasse Heimfahrt einstellten. Weit gefehlt, wunderschönes Wetter. Die Reise verschlug uns über Wels durch Linz, leider sehr ödes stop-and-go gegurke in der Stadt. Der schönste Teil der Tour stand noch bevor: über Traun und Bad Leonfelden führt eine wunderbar-kurvige und breite Strasse bei der keiner von uns das Grinsen aus dem Gesicht bekam. Über Weitra und Gmünd gings weiter nach Heidenreichstein. Dort angekommen fings auch schon an zu tröpfeln. Schnell in die erstbeste Unterkunft die sich aber als wahrer Geheimtip entpuppte. Beim Grossmann waren die Zimmer wirklich sehr leiwand und vor allem günstig. Das gute (und reichliche) Essen entschädigte uns für das Dreckswetter.

Am nächsten morgen leider starker Regen. Abfahrt war erst um ca. 11 Uhr als der Regen leichter wurde. Die Route für den Tag wurde deshalb etwas kürzer gewählt. Extrem gemütliche Landstrassen über Kautzen, Rosendorf nach Retz. In Retz gibt es einen riesigen Weinkeller der sich unterirdisch über den gesamten Hauptplatz erstreckt. Leider war es an jenem Tag nicht möglich ihn zu besichtigen. Nachdem uns die Polizei mit Gewalt vom Weinkeller Eingang zerren konnte wollten wir direkt nach Hause. Der Regen und der plötzliche Gusto auf ein Achterl Wein trieben uns voran. Über Untermarkersdorf und die kleinsten Dörfer die ich je gesehen habe (weit und breit keine Tankstelle, Geschäfte oder ähnliches) über Laah an der Thaya und Korneuburg gings zügig zurück ins Burgenland. Zu Hause angekommen fings wieder ordentlich zu schütten an. Das erlebte wurde noch am selben Abend im Kellerstüberl belacht, diesmal jedoch hatte keiner die Ausrede früh aus den Federn zu müssen...


Der Hauptplatz von Retz, wir kommen wieder wenn der Weinkeller offen ist!

 

Technik und mehr...  
 

Fazit: Wer ein ideales Allroundbike sucht mit dem er auch lange Touren fahren kann, täglich in die Arbeit gurken oder auch mal ein paar Runden am Ring drehen kann, der ist mit der SV1000S optimal bedient. Der V2 stellt fast über den gesamten Drehzahlbereich enorme Leistung zur Verfügung, bleibt aber dabei immer sehr leicht zu dosieren. Sehr positiv fällt mir auch immer wieder die Kupplung auf. Sie erfordert nur geringe Betätigungskräfte sodass sogar der schmächtige Nils keinen Muskelkater im Ärmel bekommt. Besonders leiwand gibt sich die SV auf kurvigen Strassen. Sehr stabil und leicht zu handeln. Die Bremserei ist ebenfalls gut gelungen, mit sehr wenig Kraftaufwand lassen sich die vorderen 310er Bremsscheiben über je vier Kolben der Tokico-Bremssättel und Beläge in die Zange nehmen. Bei Wirkung und Dosierbarkeit gibt es nichts zu bekritteln, jedoch ist die Vordergabel sehr weich abgestimmt und taucht weit ein. Nach einigen Einstellarbeiten lässt sich aber auch dies weitestgehend ausmerzen. (Basis, Zug- und Druckstufe lassen sich verstellen)

Das Windschild bietet bis ca. 210 km/h in geduckter Haltung wunderbaren Schutz, darüber kommen dann leicht nervige Luftwirbel auf.

Wer nicht ganz so sportlich unterwegs ist kann auch auf die Verkleidung verzichten und das Naked Bike nehmen. Auf der Autobahn ziehts halt dann ordentlich auf die Birne. Ist natürlich auch Geschmackssache.

 


 












Für die SV gibt es auch sehr feines Zubehör


Alle Suzuki-Händler auf 1000ps findest du >>>hier<<<

 

Mehr Bilder und Infos gibts auf der
Suzuki-Website

 

 

Motor: V-Twin, 4-Takt, DOHC, wassergekühlt
Hubraum: 996 ccm
Bohrung x Hub: 98 mm x 66 mm
Leistung: 88 kW / 120 PS bei 9.000 U/min
Drehmoment: 102 Nm bei 7.200 U/min
Verdichtung: 11,3:1
Gemischaufb.: elektron. Einspritzung
Antrieb: 6-Gang, Kette
Rahmen: Aluminium, High-Vacuum-Guß
Gabel: 46 mm, Zug- und Druckstufe sowie
Vorspannung einstellbar 
Federbein: Zug- und Druckstufe sowie
Vorspannung einstellbar
Reifen vo.: 120/70ZR17
Reifen hi.: 180/55ZR17
Bremsen vo.: 2 Scheibenbremsen 310 mm,
4-Kolben-Bremssattel
Bremsen hi.: 1 Scheibenbremse 220 mm,
2-Kolben-Bremssattel
Länge: 2.085 mm
Breite: 745 mm
Höhe: 1.170 mm
Radstand: 1.430 mm
Bodenfreiheit: 150 mm
Sitzhöhe: 800 mm
Trockengewicht: 187 kg
Topspeed: ca. 250 km/h
Tankinhalt: ca. 17 Liter








Böse Zungen behaupten der Drahtesel würde besser zu meinem Fahrstil passen


Autor

Bericht vom 13.08.2004 | 8.658 Aufrufe

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