FIX: Marc Marquez verlässt Honda! 2024 bei Gresini Ducati?

Das Ausnahme-Talent gibt endgültig auf!

Wir haben seine Entscheidung kurz nach dem Japan-GP in Motegi erwartet, nun machen sowohl Marc Marquez als auch Honda reinen Tisch: Der Spanier wird 2024 nach 11 gemeinsamen Jahren nicht mehr für Honda in der MotoGP-Weltmeisterschaft an den Start gehen!

Ich habe in meinem Bericht Das Ende von Marc Marquez bereits drei mögliche Szenarien aufgezeigt, dass er ab 2024 nicht mehr für Honda fährt, ist nun definitiv zur Realität geworden. Die Honda Racing Corporation (HRC) hat in einer Pressemeldung bekannt gegeben, dass die Zusammenarbeit beendet wird. Honda und Marquez haben sich darauf geeinigt, dass es im Interesse beider Parteien ist, ab der nächsten Saison getrennte Wege zu gehen, um die jeweiligen Ziele besser umsetzen zu können.

Die Trennung zwischen Marc Marquez und Honda war wohl eher einseitig

Da Marc Marquez von der Trennung vermutlich mehr profitieren wird, indem er nicht mehr auf (zur Zeit) unterlegenem Material antreten muss, lässt sich unschwer erahnen, dass wohl er es war, der die Vertragsauflösung voran getrieben hat. Hondas Interessen wären vermutlich sehr wohl gewesen, zusammen mit dem 6-fachen MotoGP-Weltmeister (im Übrigen alle Titel auf Honda) wieder auf die Siegerstraße einzubiegen. Allerdings hat ja Honda selbst Marquez förmlich freigegeben, indem die Verantwortlichen sagten, man wolle keinen Fahrer zwingen, bei Honda zu fahren. So ist es auch sehr edel, dass die Honda Racing Corporation Marc Marquez alles Gute für seine Zukunft wünscht.

Und was bleibt am Ende? Viele richtig schöne Erinnerungen!

Was bleibt, ist eine riesige Menge an Rekorden, die Honda gemeinsam mit Marc Marquez angehäuft hat. In den nunmehr 11 gemeinsamen MotoGP-Jahren hat Marquez 64 Pole Positions erzielt, stand 101 Mal am Podium, hat 59 Rennen gewonnen, und daraus resultierend sechs MotoGP-Weltmeistertitel geholt! Fünf Mal konnte Honda gleich alle drei Titel - Fahrerwertung, Teamwertung und Herstellerwertung - für sich entscheiden. In einem Jahr war Marquez sogar nahezu alleine für alle Punkte verantwortlich - was wiederum verdeutlicht, wie sehr ausschließlich das Ausnahmetalent Marc Marquez mit der Honda umgehen konnte. Das legt aber auch den Umkehrschluss nahe, dass die Honda RC213V in all den Jahren nur auf Marquez zugeschneidert wurde. Nach seiner schweren Armverletzung, die ihn fast eine gesamte Saison lahmlegte, konnte kein anderer Fahrer auch nur ansatzweise an die Erfolge des Spaniers anknüpfen. Doch auch sein dritter Platz beim Regenrennen in Motegi letztes Wochenende, den Marquez als romantischen Moment betitelte, sollte nichts an seiner Entscheidung ändern.

Sei immer höflich, sei immer nett…

Dennoch bleiben alle Parteien höflich und nett, böse Worte hört man (vorerst) weder von Honda, noch von Marquez. Dass sich der Spanier, nachdem ihn Honda sozusagen freigestellt hat, höflich verhält, ist ja auch logisch. Er bedankt sich folgendermaßen: Danke für die großartige Reise 11 Jahre hindurch. Wir haben unvergessliche Momente erlebt: Sechs Weltmeistertitel, fünf Triple Crowns, 59 Siege, 101 Podien und 64 Poles. Lachen, Weinen, Freude, schwierige Momente aber das Wichtigste: Eine einzigartige und nicht zu wiederholende Beziehung. Getrennt, aber für immer zusammen! Man könnte fast schon Mitleid mit Marc Marquez haben, wenn man das liest, wobei ja eigentlich Honda in der Position wäre, sauer auf ihn sein zu dürfen. Doch auch von den stolzen Japanern hört man nur, dass ihm die Honda Racing Corporation alles Gute für die Zukunft wünscht. Wobei man sich bei Honda auch nicht wirklich wundern darf - selbst die letzte Ausbaustufe der nächstjährigen RC213V war für alle Tester, auch Marc Marquez, eine Enttäuschung.

Marc Marquez wechselt für 2024 zu Gresini Racing!

Genau so habe ich auch vor knapp einer Woche einen Absatz betitelt - und es ist nun tatsächlich nichts anderes wahrscheinlicher, als der Wechsel von Marquez zum Gresini Ducati-Kundenteam. Denn dort ist der Platz neben Marcs Bruder Alex Marquez nach wie vor nicht endgültig besetzt. Wenn das tatsächlich geschieht, wird die MotoGP 2024 gehörig auf den Kopf gestellt. Man wird bei voraussichtlich 44 Rennen (22 kürzere Sprints am Samstag, 22 Hauptrennen am Sonntag) miterleben, ob Marc Marquez auch auf einem anderen Fabrikat wie von einem anderen Stern fahren kann, oder ob er nun doch schon zu alt für eine Anpassung an ein völlig neues Arbeitsgerät ist. Marquez´ Ende bei Honda macht die MotoGP 2024 jedenfalls richtig spannend!

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Bericht vom 04.10.2023 | 11.124 Aufrufe

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