WM Krone in Le Mans

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Hartes Rennen in Le Mans. Glück und Pech knapp beisammen. Weltmeister: Suzuki auf Dunlop! Großer Auftritt von YART.
Suzuki Le Mans 2014
 

24h von Le Mans - Das Finale der Langstrecken WM

Das Racing Schicksal schlug in Le Mans gleich mehrfach zu. Die Favoriten von Suzuki (Dunlop bereift) hatten zuerst Pech, dann lag die Yamaha Truppe (Michelin) rund um Mandy Kainz in der WM in Führung, dann Motorschaden am Ende WM-Krone für Suzuki. Unpackbar spannend und intensiv.
 
13 WM-Titel - davon die letzten 4 in Folge gewonnen - sprechen eine klare Sprache. Suzuki hat zusammen mit dem französischen SERT Team erneut bewiesen wie sich technische Standfestigkeit und Teamgeist in sportliche Erfolge ummünzen lassen.

Die französische Mannschaft rund um Teameigner und Langstrecken-Legende Dominique Méliand war mit einem komfortablen Vorsprung zum letzten Rennen der FIM World Endurance Championship nach Le Mans gereist. Doch das Durchhaltevermögen der gesamten Mannschaft wurde schon früh auf die Probe gestellt. Nach einigen Führungsrunden stürzte Startfahrer Vincent Philippe zwar unspektakulär, doch er beschädigte die Suzuki GSX-R1000 dabei folgenschwer.

Sturz beim 24h Rennen nach wenigen Minuten

Ein kleiner Defekt im Kühlsystem sorgte für ein Überhitzen des Motors und zog weitere Folgeschäden nach sich. Teammanager Méliand entschied sich deshalb zu einem längeren Boxenstop und ließ den Motor der Rennmaschine komplett neu aufbauen. Die Mechaniker schafften die Arbeit in einer unglaublich schnellen Zeit, trotzdem fiel das Team nach dem fast zweistündigen Stopp auf den aussichtslos scheinenden 54. Platz zurück. Zu dieser Zeit lag am anderen Ende der Boxengasse die hart kämpfende YART Truppe rund um Mandy Kainz auf Platz 2 und damit auf WM Titelkurs!

Ich bin mit meinem Team seit 1969 in der Langstrecken-WM unterwegs, in dieser Zeit habe ich gelernt, dass man niemals aufgeben darf, analysierte Teamchef Méliand die Situation und spornte seine Fahrer und Mechaniker an, das Rennen mit vollem Elan zu beenden. Ein Einsatz der sich lohnen sollte. Denn durch schnelle Rundenzeiten, kurze Boxenstopps und dem Pech einiger Top-Teams wie eben der YART Truppe konnte sich das SERT Team bis zum Ende des Rennens auf Platz 26 (WEC-Wertung Platz 12) verbessern. Damit kam die französische Truppe zu weiteren 9 WM-Punkten und infolgedessen zu ihrem 13. Titel.

Vollgas in der Box: Motorrevision ohne Aussicht auf Erfolg

Ein verrücktes Rennen, blickte Unglücksrabe Philippe nach dem Zieleinlauf zurück. Es tut mir leid, dass mir dieser dumme Ausrutscher passiert ist. Zum Glück hat es dennoch für den WM-Titel gereicht. Ein gebrochenes Kurbelgehäuse, ein Leck im Kühler, der überhitzte Motor und eine defekte Zylinderkopfdichtung es ist unglaublich wie schnell die Mechaniker alles repariert haben. Danach lief das Motorrad wieder einwandfrei.

Ich bin sehr glücklich über den Titel, freute sich Teamboss Méliand. Aber gleichzeitig ärgere ich mich auch. Ich wollte nämlich auch die 24 Stunden von Le Mans gewinnen! Unsere Mannschaft war klasse. Als ich den Mechanikern gesagt habe, dass wir den Motor ausbauen müssen um die Zylinderkopfdichtung zu reparieren, hat keiner ein Wort gesagt, obwohl wir nicht sicher sein konnten, dass es etwas bringen wird. Aber der reparierte Motor hat über 20 Stunden Volllast überdauert und uns den WM-Titel gesichert.

Halbzeit-Weltmeister YART

NastyNils war beim Rennen in Le Mans live dabei und besuchte Mandy Kainz, Teamchef vom Team Monster Energy Yamaha Austria in der Box. Zunächst lief dort alles nach Plan. Anfangs hielt man sich geschickt aus den Scharmützeln heraus, um sich nach 40 Minuten an die zweite Stelle zu schieben.

Zahlreiche Zwischenfälle und die damit verbundenen Neutralisationsphasen hinter dem Safety-Car führten zwar immer wieder dazu, dass Broc Parkes, Josh Hayes und Igor Jerman um ihren Vorsprung auf die Verfolgen gebracht wurden, doch das Trio ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Zur Halbzeit lag man hinter BMW Motorrad France an der zweiten Stelle und sah schon wie der sichere Weltmeister aus.

Doch statt des erhofften zweiten Weltmeistertitels nach 2009 folgte die größte Enttäuschung in der dreizehnjährigen Geschichte des Teams. «Wir haben uns nichts vorzuwerfen, dieses Mal wurden wir von der Technik besiegt», so der sichtlich niedergeschlagene Teamchef Mandy Kainz. «Meine Jungs hätten heute sogar gewinnen können, sie waren auf dem besten Weg dazu, aber so eben ist der Langstrecken-Sport.»

Neben dem Nervenkrimi beim Kampf um die WM Krone war beim Rennen in Le Mans dann am Ende die Entscheidung deutlich. Das SRC Kawasaki Team gewann mit 7 Runden Vorsprung. Die Kawa Truppe konzentrierte sich aber voll und ganz auf das prestigeträchtige Rennen in Le Mans und hat in der Gesamtwertung der WM keine Rolle gespielt.

>>Hier weitere Bilder und Kommentare aus Le Mans<<

Ergebnis 24 Stunden von Le Mans 2013

1. SRC Kawasaki (Leblanc, Foret, Salchaud), Kawasaki ZX-10R, 820 Runden.
2. Team R2CL (Martin, Buisson, Giabbani), Suzuki GSX-R1000, 813 Rdn.
3. Yamaha France GMT94 (Checa, Foray, Lagrive), Yamaha YZF-R1, 812 Rdn.
4. Team 18 Sapeurs-Pompiers (Molinier, Tangre, Briere), Kawasaki ZX-10R, 806 Rdn.
5. Motors Events April Moto (Fastre, Savary, Lucas), Suzuki GSX-R1000, 806 Rdn.

Die Superstock Klasse in Le Mans wurde von Suzuki gewonnen. Das Team Motors Events April Moto feierte den Sieg vor der Suzuki Mannschaft des Junior Team LMS Suzuki.

WM-Endstand Langstrecken WM 2013 (nach vier Rennen)

Suzuki Endurance, 93 Punkte
Yamaha France GMT94, 88
SRC Kawasaki, 80
Team R2CL, 77
Monster Energy Yamaha Austria, 71.
monster energy yamaha austria
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Text: 1000PS
Fotos:
(c)Godin und Suzuki

Bericht vom 26.09.2013 | 6.426 Aufrufe

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