IDM Sachsenring

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Beim vierten Lauf zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Sachsenring war am vergangenen Wochenende bereits Saisonhalbzeit.



4. IDM-Lauf auf dem Sachsenring


Mehr als 22.000 Zuschauer waren am Sachsenring dabei und erlebten einen Rennsonntag bei hochsommerlichen Temperaturen. In der IDM Superbike feierte Jörg Teuchert einen Doppelsieg und beendete damit die einmalige Siegesserie von Martin Bauer. In der Supersportklasse konnte sich Vladimir Ivanov gegen Arne Tode durchsetzen. In der IDM Sidecar und im Yamaha R6 Dunlop Cup standen Österreicher auf dem Podium. Max Neukirchner war als Gast am Ring und chauffierte die Fans mit dem Suzuki-Zweisitzer-Renntaxi um den sächsischen Grand-Prix-Kurs.


Max Neukirchner war Gast am Sachsenring

Mattias von Hammerstein und Michael Schumacher

Nach dem Start der Superbikes - Lauf 1



IDM Superbike: Doppelsieg für Jörg Teuchert


Zunächst fand man zum siebenten Saisonlauf der IDM Superbike das gewohnte Bild vor. Martin Bauer hatte den besten Start und konnte sich in den ersten Runden von seinen Verfolgern absetzen. Sein Vorsprung wuchs auf fast 6 Sekunden an. Kaum einer zweifelte an einem erneuten Triumph des Eggendorfers. Doch nach 11 bekam Bauer aufgrund der extrem hohen Asphalttemperaturen Probleme mit den Reifen. Wir hatten den härtesten Reifen aufgezogen, doch ab der Hälfte des Rennens fing er an zu schmieren, erklärte Bauer anschliessend. Ich hatte sehr wenig Grip. Leider konnte ich so mein Renntempo nicht mehr fahren, denn ich wollte einen Sturz vermeiden. Genau in dieser Phase konnte Jörg Teuchert um einiges an Tempo zulegen. Drei Runden vor Schluss kassierte er Bauer und fuhr seinen ersten Saisonsieg nach Hause. Bei den hohen Temperaturen hatten wir am Ende alle Probleme mit den Reifen, meinte Teuchert. Ich konnte in den letzten Runden einfach konstant schnellere Rundenzeiten als Martin fahren. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Andreas Meklau beendete das Rennen auf Platz Drei. Ich habe versucht an Martin und Jörg dran zu bleiben, berichtet Meklau. Aber als diese das Tempo immer weiter erhöhten, konzentrierte ich mich darauf Werner Daemen in Schach zu halten. Christian Zeiser lag bereits auf Platz 5, als sich an seiner Ducati das Schaltgestänge lockerte und er so auf Platz 9 zurückfiel. An Günther Knoblochs Ducati überhitze am Start die Kupplung. Die Rundenzeiten gingen immer weiter nach oben. Um einen größeren Schaden zu verhindern, steuerte der Voigtsberger die Box an, um das Rennen vorzeitig zu beenden.

Auch beim zweiten Rennen übernahm Teuchert von Beginn an das Kommando. Nach neun Runden wurde ein Rennabbruch nach einem bösen Highsider von Werner Daemen nötig. Zu diesem Zeitpunkt war Martin Bauer schon gar nicht mehr mit von der Partie. Ab der ersten Rennrunde hatte der Honda-Pilot mit einem starken Chattering der Gabel zu kämpfen. Ich habe versucht dieses Problem auszugleichen, sagte Bauer. Doch in der vierten Runde hatte ich einen heftigen Rutscher über das Vorderrad, den ich nicht mehr abfangen konnte. Bei dem Sturz blieb der 32-Jährige unverletzt. Nach dem Restart gelang es Teuchert sich die Verfolger vom Leibe zu halten und feierte damit einen Doppelsieg auf dem deutschen Grand-Prix-Kurs. Andreas Meklau wurde sicherer Zweiter vor seinem Suzuki-Markenkollegen Roman Stamm aus der Schweiz. "Ich habe nach dem Abbruch gepokert und weiche Reifen aufgezogen, verriet Meklau. Ich musste im zweiten Teil des Rennens 0,9 Sekunden vor Jörg sein, um noch zu gewinnen. Das hat nicht geklappt. Aber wir haben noch acht Rennen. Eines Tages werde ich auf dem Podium in der Mitte stehen."

Christian Zaiser lag im zweiten Lauf auf Position Fünf, als sich erneut ein technisches Problem anbahnte. Der Österreicher war schon unterwegs in Richtung Box, als es genau in diesem Augenblick den Rennabbruch gab. So konnte seine Crew die Ducati wieder auf Vordermann bringen und dem 35-Jährigen die Teilnahme am Restart ermöglichen. Zaiser beendete das Rennen auf Platz 5. Ich bin echt happy über diesen fünften Rang und muss mich wirklich doppelt bei meiner Mannschaft bedanken, die nach dem Rennabbruch eine Meisterleistung vollbracht hat und mich so vor dem Aus und dem nächsten Nuller gerettet hat. Günther Knobloch war über das gesamte Rennen in Zweikämpfe verwickelt und landete am Ende auf rang 10. Unser ganzes Paket war heute nicht gerade der Hammer. Das Setup haben wir in der kurzen Zeit nicht ideal hinbekommen, der Reifenverschleiß war einfach zu hoch und in Sachen Top Speed waren wir auch nicht bei den Schnellsten." Michael Schumacher stürzte im erste Lauf und belegte Platz 22 in Rennen 2.


Ergebnis IDM Superbike Lauf 7:

1. Jörg Teuchert (D) Yamaha 28:55,739
2. Martin Bauer (A) Honda + 2,220
3. Andreas Meklau (A) Suzuki + 4,927
4. Werner Daemen (B) Suzuki + 8,400
5. Kai Borre Andersen (NOR) MV + 18,739
6. Roman Stamm (CH) Suzuki + 23,929
7. Dominic Lammert (D) Suzuki + 24,157
8. Dario Giuseppetti (D) - Ducati + 25,799
9. Christian Zaiser (A) Ducati + 29,012
10. Gabor Rizmayer (H) Suzuki + 29,570


Ergebnis IDM Superbike Lauf 8:

1. Jörg Teuchert (D) Yamaha 27:24,160
2. Andreas Meklau (A) Suzuki + 2,685
3. Roman Stamm (CH) Suzuki + 9,403
4. Werner Daemen (B) Suzuki + 23,313
5. Christian Zaiser (A) - Ducati + 24,013
6. Kai Borre Andersen (NOR) MV + 27,315
7. Olivier Depoorter (B) - Suzuki + 28,137
8. Gabor Rizmayer (H) Suzuki + 29,900
9. Christian Kellner (D) Ducati + 30,596
10. Günther Knobloch (A) - Ducati + 30,766


Gesamtstand IDM Superbike nach 8 Läufen:

1. Bauer (A) 170 Punkte
2. Teuchert (D) 130
3. Meklau (A) 130
4. Daemen (B) 118
5. Stamm (CH) 81
6. Lammert (D) 54
7. Zaiser (A) 52
8. Depoorter (B) 47
9. Andersen (NOR) 45
10. Kellner (D) 41
11. Knobloch (A) 36

Martin Bauer, Jörg Teuchert und Andy Meklau

Andy Meklau, Jörg Teuchert und Roman Stamm

Werner Daemen

Andy Meklau und Gabor Rizmayer

Jörg Teuchert vor Andy Meklau und Werner Daemen

Martin Bauer und Günther Knobloch

Christian Zaiser



IDM Supersport: Vladimir Ivanov gewinnt Hitzeschlacht


In der Supersportklasse brannte Vladimir Ivanov bereits im Qualifying mit 1:26,699 eine Fabelzeit in den Asphalt des Sachsenrings. Doch den besten Start im Rennen hatte zunächst Sebastien Diss. In der ersten Kurve kam es zu einer Kollision, in die unter anderem Pascal Eckhardt, Sascha Hommel, Vladimir Leonov, Philipp Hafeneger und Joshua Sommer verwickelt wurden. An der Spitze des Feldes setzten sich Vladimir Ivanov, Arne Tode, Rico Penzkofer, Sebastien Diss, Damian Cudlin und Patrik Vostarek von den Verfolgern ab. Dieser Six-Pack lieferte sich im Laufe des Rennes atemberaubende Positionskämpfe. Bis kurz vor Schluss lagen diese Piloten innerhalb einer Sekunde. In den letzten beiden Runden fiel dieser Pulk ein wenig auseinander und Ivanov gelang es, einen kleinen Vorsprung herauszufahren. Der Russe gewann letztendlich mit 0,2 Sekunden Vorsprung vor Arne Tode und Rico Penzkofer. Es war ein unglaublich hartes Rennen, sagte Ivanov anschliessend. Ich war am Schluss mit meinen Kräften am Ende. Der Sachsenring ist durch seine vielen Kurven und Richtungswechsel wirklich sehr anspruchsvoll. Aber ich habe mir heute einen Traum erfüllt: Ich konnte Arne Tode im direkten Duell schlagen.

Arne Tode baute mit Platz 2 seine Führung im Gesamtklassement weiter aus und war nach seinem Heimrennen keinesfalls enttäuscht. Das waren sehr harte Zweikämpfe, aber wir haben alle genügend Rücksicht aufeinander genommen, meinte der Glauchauer. Ich habe mit den Reifen gepokert. Ich verwendete im Rennen die absolut weicheste Mischung und das hat ziemlich gut funktioniert. In manchen Streckenabschnitten kam ich näher an Vladimir heran, aber zum Überholen hat es mit den verschlissenen Reifen am Ende nicht mehr gelangt. Vor dem Rennen auf dem Sachsenring genehmigten sich Tode und Ivanov ein paar gemeinsame Urlaubstage in Sachsen. Vielleicht war ich deshalb so relaxt, scherzte Ivanov. Rico Penzkofer war mit Platz 3 zufrieden. Das Ergebnis geht voll in Ordnung, sagte der Yamaha-Pilot. Die hohen Temperaturen haben uns alles abverlangt. Es war ein schweres Rennen, deshalb freue ich mich, dass es mit einem Podiumsplatz geklappt hat. Der Österreicher Yves Polzer landete auf Platz 17, Stefan Schrammel schied bereits in Runde 3 aus.


Ergebnis IDM Supersport Lauf 7:

1. Vladimir Ivanov (RUS) Yamaha 29:35,526
2. Arne Tode (D) Triumph + 0,215
3. Rico Penzkofer (D) - Yamaha + 0,673
4. Sebastien Diss (F) - Kawasaki+ 2,017
5. Damian Cudlin (AUS) Yamaha+ 2,165
6. Patrik Vostarek (CZ) Honda + 4,388
7. Kevin Wahr (D) Suzuki + 12,380
8. Rigo Richter (D) - Honda + 13,716
9. Herbert Kaufmann (D) - Suzuki+ 16,941
10. Roman Raschle (CH) - Kawasaki + 21,352


Gesamtstand IDM Supersport nach 7 Läufen:

1. Tode (D) 140 Punkte
2. Ivanov (RUS) 101
3. Cudlin (AUS) 96
4. Diss (F) 93
5. Kaufmann (D) 86
6. Penzkofer (D) 70
7. Hafeneger (D) 59
8. Jezek (CZ) 38
9. Eckhardt (D) 36
10. Raschle (CH) 35

Sebastien Diss vor Arne Tode, Vladimir Ivanov, und Rico Penzkofer

Rico Penzkofer vor Arne Tode, Sebastien Diss und Vladimir Ivanov

Arne Tode

Rico Penzkofer

Vladimir Ivanov wird von Rico Penzkofer und Arne Tode gejagt

Arne Tode, Vladimir Ivanov, Rico Penzkofer und eine unbekannte Schönheit



Podiumsplätze für Österreich bei den Sidecars und im Yamaha Cup


In der IDM Sidecar wäre für Harald Hainbucher und Peter Adelsberger das Rennen beinahe schon in der ersten Kurve zu Ende gewesen. Das Duo vom PSV Wels wurde von einem anderen Gespann derart aggressiv attackiert, dass es zu einer Kollision kam. Ein heftiger Schlag auf das Gespann der beiden und schon fanden sie sich auf Platz 6 wieder. Mit riesengroßem Glück war bei der Attacke nicht Schlimmes passiert. Doch nun hieß es Meter gewinnen. Harald Hainbucher drehte auf, kämpfte sich bis auf Platz 2 nach vorne und machten Jagd auf Adrian Kornas/Axel Kölsch an der Spitze. Nach einem taktisch hervorragenden Rennen war es in der letzten Runde endlich so weit. Harald Hainbucher hatte die beiden im Visier, doch an der idealen Stelle zum Überholen musste er ein anderes Gespann überrunden. Damit gingen wichtige Meter verloren, doch die beiden gaben nicht auf. Die Chance auf den Sieg war mittlerweile verschwindend gering. In der letzten Kurve versuchten sie es trotzdem und fuhren am Ende mit einem minimalen Abstand von 0,064 Sekunden hinter Kornas/Kölsch über die Ziellinie. Die Brüder Michael und Bernd Grabmüller starteten von der Poleposition aus in das Rennen und führten zwischenzeitlich das Feld an. Infolge des abgefallenen Lenkergummis fielen die Grabmüllers fünf Runden vor Schluss aber noch auf den dritten Rang zurück.
Der 15-jährige Marcel Schrötter aus Pflugdorf präsentierte sich auf dem Sachsenring bestens gerüstet für seinen Wildcard-Start zum deutschen Lauf der Motorrad Weltmeisterschaft in drei Wochen an gleicher Stelle. Der Honda-Pilot holte sich seinen dritten Saisonsieg in der IDM 125. Rang Zwei ging an den 14-jährigen Jonas Folger, Dritter wurde der Niederländer Joey Litjens, der damit seine Führung in der Meisterschaft knapp verteidigte. Rang 5 ging an den Lichtensteiner Eric Hübsch, der damit den gewünschten Podestplatz um 2,5 Sekunden verpasste. Hinter ihm fuhren der Niederländer Michael van der Mark, Sebastian Kreuziger und Toni Finsterbusch ins Ziel. Schnellstes Mädchen war wiederum Katrin Meyer. Die Hexe passierte den Zielstrich als Zwölfte.

Mit seinem zweiten Saisonsieg sicherte sich Filip Altendorfer Wochenende auf dem Sachsenring die Halbzeit-Meisterschaft im Yamaha R6 Dunlop Cup. Der Raublinger setzte sich in der ersten Runde in Führung und verteidigte sie bis ins Ziel gegen seinen schärfsten Rivalen im Titelkampf, den Österreicher Stefan Kerschbaumer, und den erst 14-jährigen Marc Moser. Der schrieb als Dritter Cup-Geschichte, denn in mehr als drei Jahrzehnten gab es keinen jüngeren Fahrer auf dem Podest. Nach der erste Kurve war ich Dritter, ich wollte nicht gleich volles Risiko gehen und erst mal eine sichere Spur suchen", erklärte Altendorfer. Seine Vorsicht war begründet. Ein Gespannfahrer hatte zuvor im Warm Up eine gewaltige Ölspur hinterlassen und damit den Start des Cup-Rennens um fast eine Stunde verzögert. Als das Feld dann aus der ersten Runde zurückkam, lag der 21-jährige Bayer bereits in Front und daran sollte sich bis ins Ziel nichts mehr ändern. Ein Spaziergang war's dennoch nicht. "Für mich war das Rennen spannender als für die Zuschauer, ich habe beim Anbremsen immer wieder fremde Motorengeräusche gehört, daher wusste ich, dass die Verfolger nicht weit sind", verriet der Sieger. Nürburgring-Sieger Stefan Kerschbaumer konnte mit dem zweiten Platz recht gut leben. Wie alle anderen wusste er nicht, wie die Streckenverhältnisse sind. Vielleicht war ich deshalb zunächst etwas zu vorsichtig, gab der 18-jährige zu Protokoll. Ich konnte zwar das gleiche Tempo gehen wie Filip, aber wir kamen nie so ganz ran. Als ich sah, dass es nicht ausgeht, habe ich mich auf die Verteidigung des zweiten Platzes konzentriert. Michi Beyer landete auf Rang 7, Manuel Dattinger wurde Vierzehnter und Helmut Liendl schied erneut vorzeitig aus.

Marcel Schrötter

Jonas Folger, Marcel Schrötter und Joey Litjens

Sören Jakobsen und Stefan Kerschbaumer

Stefan Kerschbaumer, Filip Altendorfer und Marc Moser

Harald Hainbucher und Peter Adelsberger freuen sich über Platz 2

Michael und Bernd Grabmüller - Trotz Defekt Rang 3!

Hainbucher/Adelsberger, Kornas/Kölsch und Grabmüller/ Grabmüller


Text: Andreas Gemeinhardt
Fotos: Nico Schneider (24) und Hermann Rüger (1)

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Bericht vom 23.06.2008 | 3.200 Aufrufe

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