First Test | Yamaha MT-09 - Action & Details + Engl. Subs mit K.ot

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Online seit: 02.09.2013

Testbericht

Yamaha MT-09 Testbericht mit Testvideo

Yamaha MT-09 Test

Yamahas 9 Milimeter. Geladen und entsichert.

Yamahas 9 Milimeter. Geladen und entsichert.
































































































































































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Yamaha MT-09

Dass das
Interesse an Yamahas neuem Dreizylinder-Nakedbike groß sein würde, war
zu erwarten. Wie groß es allerdings sein würde, damit konnten wir echt
nicht rechnen.
9.500 haben schon
die wenig aussagekräftige Vorankündigung samt kryptischem Video zur
MT-09 gesehen, 34.000 im Juli die ersten ausführlichen Modellnews
gelesen. Über 106.000 Klicks auf 32 Bilder in unserer Galerie. Das
offizielle Video von Yamaha Europe wurde mehr als eine dreiviertel
Million Mal aufgerufen. Von 208 Bewerbern, die allesamt beim
internationalen Pressetest in Split Anfang September dabei sein
wollten, konnten wir leider nur einen wählen und es ist uns verdammt
schwer gefallen.

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Ein
3-Zylinder-Naked Bike - The dark side of Japan.

Jetzt
bin ich selbst hier an der Küste Kroatiens und die Welt wartet auf
ein Wort, auf ein Zeichen, einen ersten Hinweis darauf, wie sich die
neue Yamaha MT-09 fährt. Eins ist sicher: Sie wird es sehr bald
selbst erfahren. Auf der EICMA 2012 präsentierte Yamaha ein
futuristisches Geflecht aus tausenden von Fäden, das an einen
Webstuhl erinnerte. Zwei Räder, eine Gabel samt Lenker und in der
Mitte ein loser Motor. Darüber schwebte eine große Tafel in Form
eines dreizackigen Sterns auf dem unter dem Yamaha Logo der Satz ”Wo
geht es hin?” (Where to next?) stand. Aus next wurde jetzt, wir sind
in der offenen Zukunft gelandet und haben ein neues Kapitel in der
Geschichte der drei Stimmgabeln aufgeschlagen.

Mit der MT-09
setzt Yamaha die erfolgreiche Tradition der MT-Baureihe fort. (???)
Ja, genau das dachte ich mir auch. Die MT-01 war originell, aber
wenig erfolgreich, weil ein Choppermotor in einem Nakedbike-Chassis
zu stark von der Norm abwich. Der gemeine Motorradfahrer ist eben
auch nur ein Gewohnheitstier. Die MT-03 war eigentlich eine gute
Idee, ich bin sie auch gerne gefahren, für mich der nächste logische
Schritt nach der Supermoto-Hysterie, aber sie war schlicht und
einfach zu schwach.


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Und
jetzt soll die Nummer 09 der große Wurf sein und das auch noch auf
dem Triple-Terrain, das der britische Platzhirsch seit vielen Jahren
erfolgreich besetzt und verteidigt. Da holt man erst einmal tief
Luft und hofft, dass es nicht allzu peinlich wird, wenn Yamaha sein
neues Meisterwerk auch noch als ”The dark side of Japan” vorstellt.



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Bereits die Optik des Rahmens spiegelt den Charakter der MT-09 wider
- sieht doch irgendwie aus, wie ein kleiner Pitbull Terrier, oder?
Man
erkennt es hier nicht so gut, die Rückleuchten sehen aber aus wie
ein aufgesetzter Spoiler - an den man sich erst einmal gewöhnen
muss.

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Die
Instrumente sind komplett und finden sich ungewohnt seitlich
versetzt, an der Ablesbarkeit gibt es aber nichts auszusetzen.
Die
hübschen und gut sichtbaren Krümmer können die Motorbauweise nicht
verheimlichen: Es handelt sich um einen (gewaltigen) Dreizylinder!


Wirklich böse aussehen tut sie ja nicht, sie muss also eine dunkle
Seele haben, wenn sie dem, ihr vorausgeschickten Ruf gerecht werden
will. Angst bekam ich angesichts der Leistungsdaten zunächst keine.
115 PS sind kräftig, aber nicht brutal, 188 Kilo (ABS: 191) schlank,
aber nicht athletisch. Einzig das Drehmoment hat mich beeindruckt,
87,5 Nm sind in dieser Klasse der neue Referenzwert, wenn man die
MT-09 mit ihrem 847 Kubik Dreizylinder Konkurrenzmodellen wie der
Triumph Street Triple 675, der MV Agusta Brutale 800 und der
Kawasaki Z800 gegenüberstellt. Die Kawa hat zwar einen Vierzylinder,
stellt aber für mich den stärksten und direktesten Kontrahenten dar.
Zwischen diesen beiden würde ich bei einer Kaufentscheidung stehen.
Die Street Triple ist leistungstechnisch deutlich unterlegen (106
PS, 68 Nm), die Brutale 800 zu exklusiv, zu selten, zu launisch.
Obwohl sie die einzige ist, die der Yamaha um 10 PS kräftemäßig
überlegen ist. Deren Drehmoment erreicht aber auch sie nicht.


Volle Attacke!


Yamaha war also nicht bescheiden, sondern attackiert frontal in
einer der Marke scheinbar fremden Disziplin. Doch
Dreizylinder-Motoren wurden nicht nur schon in Motorrädern
eingesetzt, sondern laufen aktuell in Jet-Skis und als Außenborder.
Das Know-How musste demnach nicht neu aufgebaut, sondern nur richtig
eingesetzt werden.


Die Geometrie ist sehr gelungen. Mit meinem Standardmaß von 1.80
m empfand ich die Sitzhöhe von 815 mm als ideal (Street Triple: 800,
Z800: 834, MV Agusta: 810), der Lenker ist schön geformt und schön
breit, die Taille schmal und die Haltung entspannt, aber jederzeit
angriffsbereit. Man sitzt nicht so extrem am Vorderrad wie bei der
MT-03. Nichts sieht billig aus oder fühlt sich so an, einzig der
Kabelsalat, der unter der seltsamerweise dezentral angebrachten
digitalen Tachoeinheit herunterläuft, stört das Auge des Ästheten.
Das breite Rücklicht, das hinten über dem Sozius wie ein Spoiler
aufsitzt, mag im ersten Moment ebenfalls einen kurzen Stich auf der
Netzhaut verursachen, während der Fahrt sieht das aber gar nicht so
schlecht aus, weil nur zwei kleine Ecklichter leuchten, die entfernt
an Teufelshörner erinnern. Insgesamt haut mich die MT-09 optisch
nicht vom Hocker, da wäre mehr gegangen, auch wenn deutliche Züge
eines Stuntbikes erkennbar sind.



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Die MT-09 ist herrlich kurz übersetzt, bis zum dritten Gang
hebt das Vorderrad gerne, willig und ohne Anstrengung des Fahrers
ab.

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Der Antritt ist erschreckend -
Verzicht auf den 1. Gang.

Egal,
Geschmacksache, rein in den Sattel und Knopf drücken. Knopf? Gibt es
keinen, zumindest nicht zum Starten, das wird der Einfachheit halber
über den Notausschalter/schieber erledigt. Also schieb und Start und
der Dreizylinder plärrt sofort auf. Dieses räudige Bellen begleitet
vom typischen Säuseln. Im Gegensatz zu den Motoren anderer
Hersteller klingt die Yamaha aber nicht unharmonisch oder gar
kaputt. Nice, nicht so grantig wie eine Street Triple und nicht so
böse wie eine Brutale, dafür kultivierter und runder, das kann man
jetzt schon sagen, ebenso wie man einfach ”japanisch” sagen könnte.
Wir lassen die Motoren, wie es sich gehört, ein paar Minuten
warmlaufen und dann geht’s endlich los. Aus der Hotelausfahrt
gefädelt, am Schranken vorbeigeschlängelt, auf die Straße gebogen
und dann zum ersten Mal Gas. VERDAMMTE SCHEI…!!!!! Mir ist gerade
die heilige Maria erschienen, nicht ungewöhnlich in Kroatien. Sie
trug einen schwarzen Mantel, hatte ein rotes Gesicht und sprach
rückwärts. Was ist das für ein böses, böses Ding?! Den ersten Gang
habe ich nach 500 Metern zur Sicherheit ad acta gelegt, Gaswheelies
sind im zweiten Gang sicherer, oder im dritten. Diese zwei Gänge
zählen ohnehin zum Aufregendsten und Geilsten, was ich je im Sattel
eines Motorrades erlebt habe. Als würde man sich mit einem
Steinbohrer durch die Atmosphäre schrauben. Den Schock mussten wir
zunächst verdauen. Doch die MT-09 hat nicht nur Antritt, sondern
auch Agilität. Das Handling ist spielerisch, die Bewegungsfreiheit
optimal und die Schräglagenfreiheit entspricht angeblich jener der
R6. Mit brandneuen Reifen und auf schmierigem und staubigem Asphalt
brauchte es leider eine Zeit, bis ich mich davon überzeugen konnte.


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Wie immer ist die Optik eine Frage des Geschmacks, die MT-09 tritt
absichtlich betont kantig und zerklüftet auf. Der kräftige
Dreizylinder-Motor beeindruckt jedenfalls vor allem im
Fahrbetrieb.

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Für die
über weite Strecken schlechten Straßen an Kroatiens Küste war das
Fahrwerk zu hart, besonders die Gabel ging zu schnell aus den
Federn. Hier sollte man nach dem Kauf und einigen Kilometern zum
Gewöhnen mit dem Händler (oder in Eigenregie) die Dämpfung auf die
eigenen Bedürfnisse anpassen. Die weitenverstellbare Bremse
entspricht der Leistung des Motors, ist aber nicht ultrasensibel,
sondern will gedrückt werden.
Leider bin ich
momentan im Wheelisieren nicht sehr standfest, denn mit der MT-09
zählt das zur leichtesten Übung. 1, 2, oder 3, egal welcher Gang,
mit oder Kupplung . Die kurze Übersetzung erlaubt Wheelies aus fast
jeder Situation und Lage. Beim Beschleunigen hat man ständig das
Gefühl, die MT-09 würde einem den Lenker aus der Hand reißen wollen.
Bei Regen würde selbst ich im B-Modus fahren, mit wohl temperierter
Leistung und Gasannahme, daneben gibt es noch den Standard und den
A-Mode, was wahrscheinlich für ”ausgezuckt” oder ”absolut arg”
steht. Derart stark bestückt ist man natürlich nicht langsam. Ein
Engländer behauptete zwar fahnentreu, dass er mit der Street Triple
wahrscheinlich schneller wäre, weil die Leistung der Yamaha, so sehr
diese auch zu schätzen sei, zu hart einsetze und daher nicht optimal
genutzt werden könne. Dass man etwas Erfahrung mitbringen sollte,
ist sicher richtig, aber der Rest seiner Behauptungen war Bockmist.


Sparsam soll sie auch sein, sie fährt sogar ”eco”, solange man kein
Gas gibt. Wie man mit dem Ding allerdings 270 Kilometer weit kommen
soll, ist mir ein Rätsel. Bei unserem Test war nach 200 km Schluß,
Durchschnittsverbrauch 6,2 Liter. Das ist eben der Preis, den man
für eine derart geile Fahrerei zahlen muss - und man zahlt ihn
gerne.


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Nach
stundenlangem Dauerfeuer war mein Hirn leer und mein Körper taub.
Ein mörderisches Gerät, ein echter Wolf im Schafspelz. ”Don’t judge
a book by it’s cover.” An manchen Stellen ist die MT-09 schon fast
zu hart geraten, aber ich könnte mich daran gewöhnen. Ein paar
Anpassungen am Fahrwerk, ein paar optische Accessoires, eine
Akrapovic-Komplettanlage und es gäbe kein besseres Naked Bike für
mich. Schade, dass die Saison bald zu Ende ist. Es wird ein kalter,
einsamer Winter…

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Text: kot

Fotos:
Yamaha

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Yamaha MT-09 Testbericht: http://www.1000ps.at/testbericht-2358177-Yamaha_MT_09_Test