Isle of Man TT Legend Interview - John McGuinness

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Online seit: 12.03.2013

Testbericht

Dunlop Racingreifen

Dunlop Racingreifen

D212 GP Pro und KR 106 / 108 neu für 2013. Erster Test der neuen Rennstreckenreifen von Dunlop.

D212 GP Pro und KR 106 / 108 neu für 2013. Erster Test der neuen
Rennstreckenreifen von Dunlop.









































































































dunlop d212 kr106 test

Dunlop
D 212 GP Pro - KR 106 / 108


Dunlop schickt uns
Journalisten mit den neuen Racingpneus auf die Strecke von Albacete.
Gemeinsam mit dem 19-fachen Isle of Man Sieger McGuiness und weiteren
Topstars aus der Endurance WM und nationalen Rennserien. Quasi als
Karpfen in den Hechtteich.
 

Karpfen im Hechtteich beschreibt die Szenerie hier nur unzureichend.
Wohl eher gleichen wir Goldfischen in einem Becken voller weißer Haie.
Links und rechts schießen die Gasgriffhenker an der für die meisten von
uns unbekannten Strecke vorbei. Doch andererseits spendet dies schier
grenzenloses Vertrauen in die neuen Hightech Pneus von Dunlop.




Denn klar ist, dass Dunlop im Bereich der käuflich erwerbbaren
Rennstreckenreifen eine Macht war und ist. Das Problem in den letzten
Saisonen war leider die schlechte Verfügbarkeit der begehrten Reifen.
Für 2013 ein Angriff auf allen Fronten von Dunlop. Bei den Slicks, also
den KR Modellen, gibt es nun eine etwas einfachere Bezeichnung bei den
Mischungen. Der D212 GP Pro, also der Profilreifen mit Slickmischung,
ist mehr als bloß eine Weiterentwicklung vom D211 GP. Da steckt nun
noch mehr Technik drinnen. Und gleichzeitig hat Dunlop im Herzen
Frankreichs eine neue Produktionslinie aufgemacht wo man gemeinsam mit
dem bestehenden Werk in Birmingham den Output glatt verdoppeln kann.
Nur eines hat Dunlop nicht gemacht - billiger wurden die Wundergummis
nicht. Dunlop ist sich sicher das beste Produkt am Markt zu haben. Wer
die beste Ware haben will muss dafür auch bereit sein etwas tiefer in
die Tasche zu greifen - so der selbstbewusste Standpunkt der Dunlop
Manager.
dunlop d212gp kr106 test








Nur mit Reifenwärmer zeigen die Dunlops was sie können


Die Diskussionen zum Thema "Kosten" führte ich in der Boxengasse von
Albacete sowohl mit Dunlop Technikern, Verkäufern aber auch Rennteams.
Auf der einen Seite kostet der Reifen zwar mehr, auf der anderen Seite
schafft es Dunlop aber auch am besten die hohe Performance des Reifens
vom Anfang bis zum Ende konstant zu halten. So kann eine Saison unter
Umständen dann doch billiger kommen, wenn eben nicht so oft gewechselt
werden muss. Die anwesenden Teammanager nicken mit dem Kopf, merken
aber an, dass man als Hobbyfahrer unbedingt die Spielregeln einhalten
muss - sonst geht die Rechnung niemals auf.



Auch als Hobbyfahrer soll man sowohl die KR als auch die D 212 GP Pro
unbedingt mit Reifenwärmer verwenden. Also 1 h bei ca. 80 Grad
aufzeizen und erst dann auf die Strecke. Ansonsten nutzt sich der Pneu
wesentlich stärker ab und verliert eben genau diese Stärke der
gleichmäßigen Performance. Auch ist es wichtig, unbedingt die korrekte
Mischung zu verwenden. Angesichts der besseren Verfügbarkeit wird dies
für 2013 auch kein solches logistisches Problem mehr sein wie früher.
Und die Anzahl der verfügbaren Mischungen wurde etwas ausgedünnt sowie
das Einsatzgebiet der einzelnen Mischungen verbreitert.
dunlop gp212 kr106 test 2013

Big Balls ? - Die wohl wichtigste Frage an den 19-fachen TT -
Sieger


Hier auf der Strecke bin ich mittlerweile im Sattel einer CBR 1000 RR
unterwegs. Am Kurveneingang sind beide Reifen, also sowohl der Slick
als auch der GP Pro, immer noch eine Macht. Im Vergleich zu den
Racingheroes bin ich hier im Scheitel mit dem Kurvenspeed gar nicht so
schlecht unterwegs. Das Vertrauen in Grip und vor allem die Präzision
der Pneus ist einfach grenzenlos - zu Recht. Doch wo die Profis leider
wesentlich mehr Vertrauen in die Dunlops-Gummis haben als ich ist am
Kurvenausgang. Unbarmherzig werden die Gasgriffe hier abnormal früh
geöffnet und aus den Kurven gefeuert. Dieses Maß an Traktion muss im
Sattel doch schon richtig weh tun, dachte ich als die SERT Suzuki mit
infernalem Speed aus der Ecke hämmert.




Dunlop ist gemeinsam mit den Racingteams 1 Woche in Valencia und 1
Woche hier in Albacete testen. Ganze 18.000 Rennstreckenkilometer
kommen da zustande. Die hier gewonnen Erkenntnisse der schnellsten
Dunlop Fahrer können wir dann wieder im Jahr 2014 genießen. Patrice
Omont, Motorcycle and Motorsport Tyre Technology Director macht klar,
dass Reifenentwicklung nicht stufenweise funktioniert. Es ist ein
beständiger Prozess und die Verbesserungen fließen laufend ins Produkt
ein.




Ich war gerade dabei über mein folgendes Interview mit dem 19-fachen
Isle Of Mann TT Winner John McGuinness nachzudenken. Soll ich ihn
tatsächlich, wie von einigen 1000PS Usern auf Facebook gefordert, nach
der Größe seiner Eier fragen? Der Typ ist einfach einer der härtesten
Jungs auf diesem Planeten und "Big Balls" sind da wohl in jedem Fall
nötig. Just in dem Moment rauscht der Mann dem dem vermeintlich
gewaltigen Gemächt an mir vorbei - JA - die Frage muss sein!



Test abseits der Ideallinie


Es gibt ein Testkriterium welches ich vermutlich mit mehr Testkompetenz
als McGuiness und Co prüfen kann. Bei der Pressepräsentation zeigte der
Dunlop Techniker auf, dass vor allem in der Moto2 und in der Moto3 sehr
viel gelernt wird. Dort wo die jungen und ungestümen Wilden zu dritt
nebeneinander in die Kurve rauschen benötigt der Reifen andere
Pluspunkte als dort wo fein säuberlich aufgefädelt entlang der
Ideallinie gefahren wird. Der Pneu soll nun auch abseits der
Ideallinie, also bei hastigen Manövern und bei verschmutzter Fahrbahn
gut funktionieren. Für Tests abseits der Ideallinie bin ich quasi der
ideale Kandidat und kann auch hier dem Dunlop Pneus nur Bestnoten
vergeben.



Die Unterschiede zwischen dem D 212 GP Pro und den KR Slicks waren
meiner Ansicht nach marginal. Grundsätzlich sind beides reinrassige
Racingreifen. Beide sind unschlagbar präzise, bieten ein hohes Maß an
Seitenführungsgrip und hinten viel Traktion. Auch hatte ich hier
niemals Probleme mit Instabilität. Der GP Pro hat aber eben ein Profil
reingeschnitzt um in den Supersportserien als Straßenreifen
durchzugehen. Ihn auf der Straße zu bewegen ist aber keinesfalls
empfehlenswert. Die Dunlop Crew gesteht jedoch ein, dass er aufgrund
des Profils einen Hauch weniger Grip und Traktion bietet sowie etwas
leichter verschleißt. Die Unterschiede sind jedoch marginal und für
Normalsterbliche nicht erfahrbar.



Spezifikationen Dunlop D212 GP Pro


dunlop d212 gp test
dunlop d212 gp technical chart
 

Spezifikationen Dunlop KR 106 / 108


dunlop kr106
dunlop d212 gp technical chart



1.1 bar - immer wieder verblüffend


Für Hobbyracer, und da spricht Dunlop auch die sehr engagierten an,
sollte vorne die Mischung 2 oder 3 aufgezogen werden, hinten 4 und 5.
Zusätzlich zu den 5 Mischungen welche insgesamt erhältlich sind, gibt
es auch noch spezielle Mischungen für einzelne Vertragsfahrer. Diese
dienen zum Einen eben dazu um das letzte und wichtigste Rennen der
Saison zu gewinnen aber natürlich auch um den Pneu weiterzuentwickeln.
Im Test fuhren wir bereits Pneus aus der neuen Produktionsanlage in
Frankreich. Sämtliche Vorderreifen von Slick und Profilreifen stammen
von hier. Bei den Hinterreifen sind einige Mischungen sowie die
Spezialmischungen aus der alten "Rennsportfabrik" Birmingham. Einige
IDM Fahrer waren letztes Jahr schon mit Reifen aus Frankreich unterwegs
und punkteten damit auch schon kräftig.




Immer wieder verblüffend ist der niedrige Reifendruck mit dem die
Dunlop Racingreifen gefahren werden können. In den neuen Pneus wird
anders als im günstigen D 211 GP Racer die 2. Generation vom NTec
System verwendet. Wir fuhren hier in Albacete tatsächlich mit 1.1 bar
hinten (kalt) bzw. 1.3 bar hinten (aufgeheizt). Mindestens 10 mal wurde
jedoch darauf hingewiesen dieses Racingfeature keinesfalls auf der
Straße zu nutzen. Hier empfiehlt Dunlop in jedem Fall den vom
Motorradhersteller empfohlenen Druck.




FAZIT: Beide Pneus werden
im Jahr 2013 vermutlich die schnellste Wahl im Fahrerlager sein.
Möglicherweise sind sie aber immer noch etwas heikler in der Abstimmung
als z.B. die Pirellis und werden auch teurer sein. Das Problem mit der
Verfügbarkeit der Hightech-Racinggummis hat Dunlop jedoch nun im Griff.
Insgesamt die Kaufempfehlung an jene Piloten die bei der Performance
nicht den geringsten Kompromiss eingehen wollen und der Preis nicht das
entscheidende Kriterium ist.
dunlop d212 gp kr106 test



Dunlop Racingreifen-Technik im Detail






















JLB:
Jointless belt construction, Der Stahlfaden wird ohne Überlappungen
"endlos" als Karkasse gewickelt. Weniger Gewicht und geringere
Ausdehnung bei hohen Geschwindigkeiten. Tolles Handling, stabile
Kontaktfläche!
NTec:
Erlaubt niedrigen Druck im Reifen. Für trockene Tage auf der
Rennstrecke für präzises Handling im Grenzbereich und hohes Maß an
Traktion
JLT:
Jointless Tread: Hier wird das Rohmaterial der Gummimischung als
Gummiband auf den Reifen gewickelt. Ermöglicht mehrere unterschiedliche
Mischungen an den Flanken und in der Mitte.
MT:
Multi Tread Compound: Wird mit JLT ermöglicht. Verschiedene Mischungen
in einem Reifen. Kommt nun sowohl vorne als auch hinten zum Einsatz.
Viel Grip an der Flanke, hohe Laufleistung in der Mitte.

dunlop d212gp pro k106 test


Interessante Links:


Text: nastynils

Fotos:
Dunlop


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Der 19 fache Isle of Man Sieger beantwortet die wohl wichtigste Frage: How big are your balls? Außerdem erklärt er, dass er beim Isle of Man Rennen mehr Zeit für "Entspannung" findet als bei seinen Einsätzen in der Endurance WM. Haben die Typen dort etwa noch größere Eier als er - Seine Antwort ist eindeutig!

Zum Bericht auf 1000PS.at: https://www.1000ps.at/racingbericht-2356917-McGuinnesss_Interview