„Projekt 156“ beim Pike‘s Peak

 

Licht und Schatten für Victory beim Pike‘s Peak

„Projekt 156“ war beim 93. jährlichen Pike‘s Peak International Hill Climb auf Kurs zum Podium, doch ein Sturz in Sektion zwei machte alle Hoffnungen zunichte

Victory Racing erlebte am letzten Wochenende sämtliche Höhen und Tiefen des Rennsports. Trotz eines Sturzes in der zweiten Sektion der Bergstrecke setzte Pilot Don Canet, Testchef der Zeitschrift „Cycle World“, die Jagd zum Gipfel scheinbar unbeschadet fort. Bis dahin hatte er sehr gut im Rennen gelegen und das immense Potenzial des Prototyp-Motors klar unter Beweis gestellt. Weniger als zwei Meilen vor der Ziellinie des Pike‘s Peak kam dann jedoch das Aus.

Einige Tage vor dem eigentlichen Rennen war Canet auf dem ersten Platz aus dem Qualifying der Exhibition Class hervorgegangen, und das viertbeste Ergebnis im Gesamt-Klassement machte Hoffnung auf mehr. Die Zwischenzeiten zu Anfang des Rennens ließen auf einen Platz unter den ersten Drei für „Projekt 156“ hoffen, bis – ja bis Don in der „Brown Bush Corner“, einer der engsten der insgesamt 156 Kurven, auf eine glatte Fahrbahnmarkierung geriet und einen an sich zunächst harmlos wirkenden Sturz erlitt, der jedoch für den Rest des Laufs entscheidende Spätfolgen mit sich bringen sollte.

Nach nur 23 Sekunden war Don wieder im Sattel und setzte seinen Gipfelsturm fort. In Sektion drei hatte er eindeutig seinen Rhythmus wiedergefunden und legte die viertbeste Zwischenzeit aller Teilnehmer hin. Doch letztlich sollte es nicht sein: In der vierten Sektion auf gut 4.400 Metern über Meereshöhe war es schließlich vorbei. Dabei hatte das Victory Racing Team sich nach dem viel versprechenden Qualifying und Start schon berechtigte Hoffnungen nicht nur auf den Klassensieg gemacht, sondern auf die schnellste Zeit aller teilnehmenden Motorräder.

Canet kommentiert: „Ich hatte einen super Start und konnte mit den schnellsten Bikes am Berg mithalten. Besonders leid tut es mir für das Team angesichts der harten Arbeit, die sie von Anfang an in das Projekt 156 gesteckt haben. Das Motorrad mag ein Prototyp sein, und wir mussten es nach einem Sturz im Training auch neu aufbauen, aber es hat im Rennen wirklich gut funktioniert. Um hier schnell zu sein, muss man aber die Strecke über die Fahrbahnmarkierungen hinaus ausnutzen, und dabei hat es mich halt erwischt. Ich habe den Lenker nicht losgelassen und bin sofort wieder aufgesprungen, aber dann ging leider auf dem letzten Abschnitt der Motor aus. Trotzdem bin ich letztlich sehr stolz auf unsere Team-Leistung!“

General Manager Rod Krois von Victory Motorcycles: „Das Victory Team hat sich am Pike‘s Peak einer immensen Herausforderung gestellt. Der Rennsport ist die ultimative Bewährungsprobe für jede Maschine, und nach unserem starken Abschneiden mit einem Podestplatz bei der Isle of Man TT vor wenigen Wochen hatten wir auch für das „Projekt 156“ Hoffnungen. Don und das Team haben am Pikes Peak mit vollem Einsatz um einen Platz unter den besten drei gekämpft und wir unterstützten ihre Entscheidung, beim Rennen volles Risiko zu gehen.“

„Wir sind mit dem Prototyp des Victory Motors bei einigen der härtesten Rennen an den Start gegangen, und mit der Konstruktion eines wettbewerbsfähigen Motors in so kurzer Zeit haben wir klar unter Beweis gestellt, was für ein starkes Entwicklerteam wir bei Victory Motorcycles haben“, findet Product Director Gary Gray von Polaris Motorcycles. „Das Ergebnis von heute entspricht nicht unseren Erwartungen. Aber das Projekt 156 repräsentiert zwei Dinge, für die auch das gesamte Unternehmen Victory steht: Leistung und Begeisterung. Nach dem Rennen ließ sich das Bike in der Box sogar wieder starten. Der Sturz muss zu einem Wackelkontakt geführt haben, der schließlich das Aus herbeigeführt hat. Das Team wird den Fehler finden und dann bringen wir Projekt 156 wieder an den Start.“

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eingetragen am: 30.06.2015