Schotterexpedition auf die Peterer Alpe bei Reichenfels in Kärnten mit einer Moto Guzzi V85TT

Schotterexpedition auf die Peterer Alpe bei Reichenfels in Kärnten mit einer Moto Guzzi V85TT:

  • auf einer naturnahen, bachbettähnlichen Schotterpiste raufbrettern -

Viele Fahrberichte und Trailreports existieren zur Moto Guzzi V85TT bereits, doch hier was ganz Persönliches: Schottern auf die Peterer Alpe.

Zu Dritt sind wir mit den Enduros unterwegs auf die Peterer Alpe bei Reichenfels, um eine empfohlene Super-Bauernjause einzunehmen, diese muss aber scheinbar erst verdient werden!

H. fährt mit der S 350er voraus, um die Weidetore zu öffnen und uns gleichbleibenden Aufstiegsspeed zu erlauben!

F. wirft sich im Aufstieg mit seiner H Crossrunner 1000 in die rechte Fahrrinne, ich fahre mit der V85TT halblinks versetzt meist in Hangnähe hinter ihm. Vom Bahngleis weg haben wir kurz noch Asphalt, der aber schon häufig mit angeschwemmten Sand- und Schotterbänken durchsetzt ist und für Dreckschauer feiner und gröberer Art sorgt.

Nach wenigen 100 Metern machen wir ein erstes „Schwimm-training“ auf losem grauen Schotter auf einer Strecke, an der wegen der besseren Wintereigenschaften der Asphalt entfernt wurde. Und wieder brezelt es am Helm und am Chassis, kein Schneckentempo…..und nach einem er letzten Anwesen tauchen wir ein in eine Schotterpiste, die nach den Unwettern der letzten Wochen wohl eher dem Bachbett eines mittleren Almbächleins entspricht, was auch so war, wie die Leute erzählen. PKWs haben da schon so ihre Probleme. Wir bleiben trotzdem kräftig auf Schub und die Bikes lohnen es uns durch Spurtreue, vor dem totalen Kippen und Straucheln hilft da manchmal nur, im Stand zu fahren und Löcher wie auch Querrinnen zu schlucken. Auch die groben grösseren Steine, die seit dem Bau der Strasse eher verborgen waren, lachten uns nach dem Unwetter nackt und unverfroren und an, wir fanden das im wahrsten Sinne des Wortes „herausragend“ und hatten kein Problem, auch mal abzuheben oder rumzudriften. Was mein Freund an Schottermaterial mir auf meinen Helm und mein Bike geschleudert hatte, erhielt er prompt in den linken Innenkurven der Spitzkehren in Form von eiergrossen freiliegenden Brocken wieder zurück auf seine Breitseite. Alles in Allem: toller Fahrspass sowohl auf glattem, wie auch auf rauem Untergrund !!!


Somit hatten wir die Jause bei Sonja auf der Petererhütte redlich „erarbeitet“ und beim GLUNDNEN KAS knirschte noch der Sand von der Auffahrt zwischen den Zähnen, was wir mit dem eher fetterem „Verhackerten“ mildern konnten!

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Motorradfahren ist heute (und war es wohl auch früher) überwiegend LIEBhaberei. Und LIEBe ist Herzenssache. Die Motoguzzi V85TT ist wunderschön, fast perfekt mit kleinen, individuellen Mängeln. Ich liebe diese Lady!!!

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Zu kurz ist meine gemeinsame Zeit mit meiner Geliebten, als dass ich schon Mängel festgestellt hätte, von denen diverse Fahr- und Testberichte erzählen…….ich möchte gar nicht davon reden, dass man beim Kuppeln am Fernlichtschalter ankommen kann und dann aufgeblendet fährt, dann schalt ich halt wieder aus!!! Und der Schleifpunkt der Kupplung ist doch wirklich bei jedem Bike ein anderer, das muss ich auch nicht an die Lärmglocke hängen.

Als ein wenig schwammig kommen der Blinkerschalter und der Tempomatschalter daher, aber die V85TT ist in erster Linie für kurze, raue, ruppige Strecken gedacht – und keiner braucht in der Schlucht oder im Canyon einen Tempomat, und wenn der Blinkerschalter sich nicht crackend und hüpfend zurückmeldet, dann sei dem Bike das auch verziehen, wer Augen hat, der sollte den Blinkerstatus am Display erkennen können!!!

Und ich hatte auch noch in keiner Sonnen-, Schatten- oder Vollmondposition ein Problem mit dem Display, das mit Babyblau auf Hellgrau und Weiss (manche meinen, das sei zu kontrastarm, bitte sofort zur Untersuchung bei einem Augenarzt antreten!!!!) mir alle Informationen gibt, die ich für den Flug mit der V85TT brauche, um gut weiterzukommen oder zu landen.

Zwei USB-Buchsen am Bike lassen einige mediale Spielchen zu!!!

TT heisst „Tutto Terreno“, was „jedes Gelände“ bedeutet. Und sie kann tatsächlich auch offroad. 170 Millimeter Federweg vorne wie hinten, 21 Zentimeter Bodenfreiheit und ein Alu-Motorschutz laden zu Ausflügen ins Outback ein. Mit Drahtspeichenrädern im Format 110/80-19 vorne und 150/70-17 hinten kann man schon toll brettern. Bereifung gibt‘s je nach Geschmack und Fahrwegen, bei mir derzeit der ANAKEE ADVENTURE mit moderaten Stollen für feine Schotterstrassen und Asphalt-Roads, der grobe ANAKEE WILD dann zu empfehlen für Strand-, Bachbett- und Gatschhupfer.

Und für mich das Wichtigste: war die Route auch noch so brachial und grausam: ich mag von der Moto Guzzi V85 nicht absteigen – gottseidank ist die Reichweite mit 23 Litern im Tank sehr gross. Der Sitz ist sehr bequem und auch die Sitzposition ist ziemlich gemütlich. Kurvenspass mit der Guzzi ist vorprogrammiert, mit dem breiten Lenker lässt sie sich spielend leicht umlegen, sie lenkt sauber ein, das Fahrwerk arbeitet prägnant und schenkt Vertrauen.

Der Motor liefert 80 PS und mit kräftigem maximalen Drehmoment von 80 Nm ab 5000/min. schiebt er bei gemässigtem herrlichen V2-Sound kräftig an. Die Power kommt via Kardanwelle auf die Piste - einzigartig in der Klasse!

Und wenn man dann noch als absolute Versicherung für das technische Funktionieren der V85TT das Team der Werkstätte von Michael Dohrs „Zweirad Dohr“ hinter sich weiss, dann steht dem naturnahen Fahrspass nichts mehr im Wege und man kann sich selbst und den anderen Endurobikern mit der V85TT zeigen, wo der „Bartl den Most holt“ !!

Bad St. Leonhard, 3. August 2019

©Wolfgang Uhl, Guzzist!!!

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eingetragen am: 24.09.2019