Ducati Pantah 500/600

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Wir drehen für Euch das Rad der Zeit zurück und blicken in die Vergangenheit zu einem weiteren Erfolgsmodell: Der Ducati Pantah.
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Kultbike Ducati Pantah SL 500/600

Im Jahr 1981 kürten die Leser der Zeitschrift Motorrad die SL 500 Pantah zum Motorrad des Jahres in der 50 PS-Klasse. Bereits die Ur-Pantah machte Karriere als meistverkaufte 500er aller italienischer Motorradschmieden.

 
Der ab Erscheinungsjahr 1979 in einer ganz neu aufgebaute V2 von Ducati als quer eingebaute Version spaltete die Tifosio zunächst in zwei verschiedene Lager. Klar, als Feind des Althergebrachten gelten ja immer die Neuen ... Ganz neu geriet auch die Verbindung zwischen Kurbelwelle und Ventiltrieb der Pantah SL 500; Fred Siemer von der Zeitschrift Motorrad Classic schwärmt dafür: Sie war die erste Ducati, bei der die Kurbelwelle über Zahnriemen die Nockenwellen antrieb. Außerdem führte sie den Gitterrohrrahmen in die Familie ein. Zu verdanken hatte Ducati das 'Ingegnere Fabio Taglioni'. Dessen Erfindung als größte technische Innovation verbirgt sich auf der rechten Motorseite hinter zwei schlanken, wohlgestalteten Deckeln: Zahnriemen statt Königswellen treiben je eine obenliegende Nockenwelle an. Wichtiger Nebeneffekt: Die Riemen senken nebenbei noch das Geräuschniveau. Bei den Käufern kam das Konzept bestens an. Denn die für damalige Verhältnisse als Leichtbau entwickelte Sportmaschine mit dem Raubtiernamen geriet kompromisslos sportlich, vermochte den weitaus schwergewichtigeren Konkurrenten auf der Straße und Strecke überlegen das eckige Heck zu zeigen und gnadenlos zu vollstrecken. Attacke auf all die anderen 500er Sportler von Honda, Morini oder Moto Guzzi. Ihnen allen fehlten ohv-Motoren, obenliegende Nockenwellen oder gar Desmodromik. Geschweige denn ein derartig rigides Gitterrohrrahmen-Fahrwerk.

Bildergalerie: Ducati Pantah 500/600SL

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Dem Ingeniör ist nichts zu schwör
Fred Siemer kennt auch noch die weiteren Kniffe, die die Pantah ganz groß machte, warum sich ihre Gene bis in die Neuzeit vererbten: Wie bei italienischen Motorrädern zu erwarten, kümmern sich groß dimensionierte Dellorto-Vergaser um die Gemischbildung. Ein Hebel in der Verkleidungskuppel aktiviert die Kaltstarteinrichtung. Die Ducati kommt, und zwar auf Knopfdruck. Kicken ist Steinzeit, hatte Taglioni bestimmt, und damit ein Vertrauen in E-Starter bewiesen, das damals nicht einmal alle Söhne Nippons aufbrachten. Ein weiteres neues Merkmal der Pantah war die Lagerung der Hinterradschwinge im Motorgehäuse, beibehalten bis rauf in die Generation Ducati 999.

Immer noch besser
Noch sportlicher kam im Erscheinungsjahr 1981 die Version mit 583 Kubikzentimetern an den Start und pfiff mit seinem straffen und als herausragend handlich bezeichnetem Fahrwerk den Mitbewerbern um die Ohren. Allein schon die ganz neue hydraulisch betätigte Kupplung ließ endlich spielerisch wirkende Schaltvorgänge zu. Trotz ihrer ausgewiesenen Sportlichkeit galt die Pantah dank ihrer Kombination von Stummellenkern, zurückversetzten Fußrasten , ihrer Halbschalenverkleidung und der daraus resultierenden Sitzposition auch als Langstrecken-Fahrzeug. Unter der Sitzbankabdeckung verbarg sich sogar eine Sitzmöglichkeit für Soziusfahrten, die zusätzlichen Rasten standen bereit wenn sie auch eher nur für den Notfall gedacht waren.

Modelle & Zahlen
Bis 1984 blieb die Ducati Pantah im Programm, gefährdete dabei zwar nie den japanischen Markt, bewährte sich dennoch anhand ihres Motorkonzeptes. Als weitere Ducati mit Pantah-Motor folgten die 350 SL, 350 XL, 600 TL, 650 SL. Die 750 F1, welche als Replika der TT-Ducatis zu sehen ist, wurde ab 1985 produziert. Bis 1987 folgten die Sondermodelle Montjuich, Laguna Seca und Santamonica. Als kleinere Schwestermodelle waren die 350 und 400 F3 im Programm (1986 bis 1988). Nach der Übernahme durch Cagiva wurden anfänglich die 350 und 650 Alazzurra mit Pantah-Motoren produziert, später legte die 750 Paso den Grundstock für eine weitere erfolgreiche Geschichte der Pantah-Baureihe.
 
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Technische Daten
Motor:
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, je eine obenliegende, zahnriemengetriebene Nockenwelle, je zwei desmodromisch über Kipphebel betätigte Ventile, Bohrung x Hub 74 x 58 (80 x 58)mm, Hubraum 499 (583)cm³ , Rundschiebervergaser, Ø 36 mm. Leistung: 46 (56) PS bei 8500/min. Drehmoment: 40 (50) Nm bei 6300 (6000)/min.

Kraftübertragung:
Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kettenantrieb.Gitterrohrrahmen aus Stahlrohr

Fahrwerk:
Telegabel, Ø 36 mm, Zweiarmschwinge, zwei Federbeine, Leichtmetall-Gussräder, Reifen 3.25 x 18 vorn, 3.50 x 18 hinten, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 260 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 280 mm. Maße und Gewichte: Radstand 1450 mm, Gewicht 202 kg.

Fahrleistung: Vmax 185 (195) km/h.

Interessante Links:

Text: Sabine Welte
Fotos:
motorradonline.de, pantha.eu

Autor
sabinewelte

SABINEWELTE

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Bericht vom 17.09.2013 | 28.823 Aufrufe

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