KTM holt sich Gas Gas

KTM holt sich Gas Gas

Ein Joint Venture für den technologischen Austausch

Geht alles glatt, wird Gas Gas bald die dritte Marke nach Husqvarna unter der Herrschaft von KTM sein. Der größte Motorradhersteller Europas, KTM, schließt sich mit Black Toro Capital (BTC), den Eigentümern der spanischen Motorradmarke Gas Gas, in Form eines Joint Venture für den Technologieaustausch und die Entwicklung neuer Motorradmodelle zusammen.

Unter der Kontrolle von BTC steht auch die Elektrofahrzeugmarke Torrot, die die E-Scooter Sharingflotte des ÖAMTC in Wien und Graz zur Verfügung stellt. KTM teilte mit, dass die Zusammenarbeit mit Gas Gas, neben der Weiterentwicklung von Trial-Bikes und Enduros auch gänzlich neue Modelle hervorbringen wird.

Technologieaustausch- Wer profitiert von wem?

Die Expertise der Spanier liegt seit jeher im Trial-Segment. Dort macht den wilden Kerlen aus dem Umland Barcelonas keiner was vor. Zwar tastete sich auch KTM mit den Freeride Modellen an das Thema heran, dennoch ist der Profiteur in diesem Zusammenhang klar der Riese aus Österreich.

Anders sieht es beim Thema Elektronik und Assistenzsysteme aus. Hier ist KTM Vorreiter und kann Gas Gas bestimmt unter die Arme greifen. Gleiches gilt für den Bereich moderner Zweitaktmotoren mit elektronischer Einspritzung, ein solcher ist z.B. in der KTM 300 EXC TPI verbaut.

Ein Aspekt, an den man bei den Offroad-Ikonen Gas Gas und KTM zunächst vielleicht nicht denkt, ist möglicherweise mitentscheidend für dieses Joint Venture gewesen. Black Toro Capital, den Eigentümer von Gas Gas gehört zudem die Marke Torrot. Diese Firma erzeugt seit 2011 eine breite Palette an elektrisch betriebenen, (großteils) einspurigen Fortbewegungsmitteln. Nachdem KTM mittlerweile vom Erzberg über Dakar zur Supermoto und seit 2016 bis hin zur MotoGP alle Habitate des Motorradfahrens abdeckt und die Straßenmaschinen die Wettbewerbs-Bikes hinsichtlich der Produktionszahlen deutlich in den Schatten stellen, ist es möglicherweise an der Zeit für die Orangen den urbanen Raum zu erobern.

Anders gesagt: Wir stellen uns ein KTM E-Pony vor. Vollkommen verrückt oder bald Realität? In einer Zeit, in der immer mehr Menschen in Städten leben, ist der Ansatz sich mit innerstädtischer Mobilität auseinanderzusetzen durchaus nachvollziehbar. Das Know-How von Torrot ist mit Sicherheit eine wichtige Stütze für Entwicklungen in diese Richtung. Wir bleiben jedenfalls dran und werden berichten, sollten E-Moped Erlkönige nahe Mattighofen oder im spanischen Hügelland gesichtet werden.

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Gemeinsame Entwicklung im Bereich Kinder Moto Cross?

Sowohl Gas Gas als auch KTM haben Moto Cross Bikes für unsere Kleinsten im Angebot. Auch hier geht der Trend eindeutig in Richtung Elektroantrieb. Es tut gut zu sehen, dass die Entwicklung hier nicht halt macht und die nächste Generation mit dem "Virus" Motorradfahren infiziert wird.

Standortrettung und das liebe Geld

Über die Höhe des Investments wird von Salt (Gerona), Spanien bis Mattighofen, Österreich der Mantel des Schweigens gehüllt. Zudem muss der Deal auch noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden. Für die über 350 Mitarbeiter in Gerona, wo sich das Werk von Gas Gas befindet sind es gute Nachrichten, die hier so plötzlich über sie und uns hereinbrechen, schließlich war die finanzielle Situation des spanischen Herstellers über die letzten Jahre hinweg durchaus angespannt. Nicht zuletzt aus diesem Grund, kann diesem Projekt nur möglichst großer Erfolg gewünscht werden.

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Bericht vom 27.09.2019 | 8.293 Aufrufe

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