KTM 690 SMC

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Die SM wird zu einer echten Supermoto. Renneinsätze mit Taferl kein Problem.

KTM 690 SMC

KTM LC4

Endlich! KTM Fans mussten ein Jahr lang warten, ehe die 690er Supermoto von KTM verschärft wurde. Doch die Zeit verging wie im Flug, da wir viel Spaß mit der universellen 690 SM hatten. Eigentlich passte alles bis auf die Optik. Hier setzt KTM nun den Hebel an und liefert ein tadelloses Gesamtkonzept ab – zusätzlich gibt es natürlich auch noch bessere Fahrleistungen.

 

KTM 690 LC4 - 3 Bikes ein Video

Wir hätten noch einiges vorgehabt mit den 3 scharfen Einzylindern. Doch die Duke war auf optimales Gewicht bedacht, und warf die Onboard Cam als unnützen Ballast ab.

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Schnitt: KarolettaLambretta
Videodreh: NastyNils, Wabe

 

KTM 690 SMC Fahrbericht

Mit der SM hat man im Vorjahr sehr viele Neukunden erreicht. Die neue trifft nun wieder Stammpublikum mitten ins Herz. Die KTM SMC schickt 63 PS an die Antriebskette. Anders als bei früheren SMC Modellen kommt die volle Leistung auch voll in den Typenschein. Auch im Umgang ist der moderne Einzylindermotor etwas einfacher als früher. Alltagstauglich, mit ausreichendem Ölvolumen, natürlich mit E-Starter und ohne dramatische Vibrationen hat man es schon deutlich komfortabler als auf den alten 660er oder 625er Supermotos.

80PS für die Meisterschaft

In diversen nationalen Meisterschaften stehen heuer die 690er SMCs mit am Start. 80PS hat zum Beispiel das Motorrad, welches in der spanischen Meisterschaft eingesetzt wird, berichtet man bei der KTM Präsentation in Almeria stolz. Der spanische Hero war bei den ersten Testläufen angeblich sogar schneller als mit seiner letztjährigen 450er SMR. Fairerweise muss man jedoch anmerken, dass spanische Supermoto Tracks weitläufiger sind als unsere Strecken in Österreich.

Die neue Referenz beim Wheely

In der Serie wurde im Vergleich zur SM des Vorjahres eine neue Nockenwelle spendiert, eine Adler Kupplung mit 33% weicheren Kupplungsfedern – klarerweise wieder mit Anti-Hopping Technik. Wie auch die 690 Enduro (Link Testbericht KTM 690 Enduro) arbeitet die SMC mit einer elektronisch gesteuerten Drosselklappe. Anders als bei der Enduro wird bei der SMC der Wahlschalter vermutlich meistens im „Flachschieber“ Modus stehen. Die Befehle vom Gasgriff werden sofort und erbarmungslos umgesetzt. Macht viel Spaß auf der Strasse! Die 690er SMC ist für uns die neue Referenz in Sachen Wheelygerät. Ich selbst bin am Hinterrad nicht der große Meister und kann den Wheely leider nicht unendlich lange am Kipppunkt ausreiten. Meistens hebe ich mit dem 1er auf, schalte in den 2er und beschleunige bis nach dem 3er verlangt wird. Bei der SMC beginne ich gleich im 2. Gang und erhebe das Vorderrad auch in der Originalübersetzung nur mit dem Gasgriff. Ganz gemütlich wird der Wheely dann im 3er finalisiert. Gelingt immer!

690 SMC ist eine echte Supermoto

Die SMC ist wieder eine echte Supermoto. Denn bei der 690 SM gab es zumindest von Leuten die sie noch nicht gefahren sind immer wieder Beschwerden, dass sie zu schwer zu sei. Minus 13.5 Kilo lautet die Antwort von KTM. Die neue SMC hat auch wieder lange Federwege (275 mm vorne, 265 mm hinten) und packt damit auch die härtesten Tables im Offroadteil. Die SM 690 musste als Normalverbraucherteil mit 210 mm vorne und hinten auskommen. Die SM 690 basiert übrigens wie auch die Enduro beim Chassis nicht auf der SM des Vorjahres sondern auf der doch deutlich anders aufgestellten Rally Maschine. Der Rahmen ist hier etwas stabiler mit zwei Oberzügen ausgestattet und die Schwinge kommt aus der Offroadecke. Das ganze Heck ist übrigens eine selbsttragende Kunststoffkonstruktion und nebenbei praktischerweise auch gleich der Kraftstofftank. Die Airbox sitzt (deutlich hörbar) dort wo normalerweise der Tank sitzt zwischen dem Gitterrohrrahmen.

Mitleid ist nicht nötig.

Bei unserer Ausfahrt prügelten wir die SMC auf ewig langen Bundesstraßen, hinauf in die Berge und dann am engen Supermoto Track. Technischen Fortschritt finde ich dann am schönsten, wenn er sich in Form von Komfort bemerkbar macht. Die irre Leistung der KTM kommt ganz normal mit Garantie und 5.000 km Ölwechsel Intervallen. Das Ventilspiel wird alle 10.000 Kilometer eingestellt. Auch wenn der Tacho von 150 hinauf auf 180 kletterte, machte ich mir noch keine Sorgen um das Aggregat. Es ist einfach ein anderes Gefühl als auf früheren Einzylindern mit viel Leistung wo immer die Angst (bei KTM) oder die Langeweile (bei den Anderen) im Sattel mitfuhr. Hier dürfen sich auch die Supermoto Fahrer an den vielen Rally-Kilometern der KTM-Werkspiloten erfreuen. Denn dort hat KTM jene Erfahrungen in Sachen Ölversorgung für Motor und Getriebe gesammelt, welche nun allen Modellen zu gute kommen.

Kein PDS: Angeblich aus Platzgründen

Jene KTM Piloten welche in der Vergangenheit dem PDS Dämpfer im Heck die Schuld für schlechte Rundenzeiten gaben, sollten der SMC eine Chance geben. Denn hier setzt KTM aus Platzgründen auf WP-Dämpfer mit PRO-Lever Umlenkhebel. Auf den Boden wird die Kraft mit BEHR Felgen (17“ 3,5 vorne und 17“ 5.0 hinten) und Pirelli Dragon Supercorsa Pro Pneus gebracht. Auch bei den restlichen Komponenten hört man wie üblich immer klingende Namen. Renthal beim Lenker, Brembo zum Verzögern und Keihin zum Beschleunigen.

Die Sitzposition ist auf der neuen SMC richtig sportlich. Womit wir wieder beim Thema „echte Supermoto“ wären. Die 12 Liter Benzin sind wie bereits erwähnt im Heck untergebracht und so hat man sehr viel Bewegungsfreiheit.

Eine Symphonie an Präzision

Auf dem Weg zur Kurve spielt die KTM eine Symphonie an Präzision ab. Hinterbremse, Vorderbremse, Anti-Hopping Kupplung verschmelzen mit dem Piloten zu einer Einheit. Den römischen Einser kriegt die KTM aber erst dann, wenn selbst ich im Sattel einen mörderisch Drift in den Scheitel hinlegen kann. KTM sei dank gelingen die Ansätze auch ohne Supermoto Erfahrung aber wie um Himmels willen fahren die Racing-Cracks so quer in die Ecke?

Beim Rausbeschleunigen entscheide ich mich meist für einen Gang zu hoch. Denn ganz ehrlich: Im richtigen Gang schießt mir hier ohnehin immer die Front in den Himmel und der Angstschweiß in den Helm. So schalte ich sehr selten und im niedrigen Drehzahlbereich wirkt die KTM noch präziser und handlicher. Möglich macht mir das nicht nur das satte Drehmoment sondern auch das gute Ansprechverhalten des Motors. Vollgas aus der Spitzkehre im 2er bedeutete früher oftmals „PLOP“, heutzutage wird einfach nur beschleunigt.

Es gibt auch Nachteile

Bei all dem Lob wollen wir aber nicht auf die Nachteile vergessen. Klar ist die SMC konkurrenzlos und jeder Versuch aus Japan hier mitzuhalten wirkt fast schon peinlich. Ähnlich starkes bei gleichem Komfort und gleicher Alltagstauglichkeit gibt es sonst nirgends. Die Nachteile möchte ich vielmehr im Vergleich zur mittlerweile guten alten 690er SM beleuchten. Die gewöhnungsbedürftige Front an der 690 SM hat zwar optische Nachteile aber in Sachen Windschutz einen klaren Vorteil gegenüber der SMC. Bei Verbindungsetappen auf der Autobahn ist man auf der SMC eindeutig im Nachteil. Auch die Geräuschkulisse ist durch die direkt vor der Sitzbank platzierte Airbox bei der SMC unangenehmer als bei der SM. Die langen Federwege an der SMC haben im harten Offroad-Anteil zwar ihre Vorteile auf langen und schnellen Kurven aber auch ihre Nachteile. Die SM spendiert bei der harten Linie mit viel Druck am Vorderrad mehr Vertrauen als die SMC. Ich würde nicht unbedingt auf einen Sieg der SMC wetten, wenn zum Duell am Pannoniaring gerufen wird.

Je enger die Kurven werden und je öfters diese einander abwechseln umso mehr werden dann aber wieder die 139.5kg der SMC in den Vordergrund treten.

Bei der Gelegenheit möchte ich übrigens auf die neue 2008er 690 SM-R (Link: KTM 690 SM-R)  hinweisen. Also die SM vom Vorjahr mit schärferem „R“ Look. Trotzdem aber mit der komfortableren Sitzbank, dem besseren Windschutz und natürlich auch dem im Vergleich zur SMC um 13,5kg höherem Gewicht. Beim Preisvergleich könnte man sagen „auch schon egal“. Die 690 SM kommt auf 9.198 Euro, die neue 08er SM-R kommt auf 9.598 Euro und die scharfe 690 SMC auf 9.698 Euro (Alle Preise für Österreich inkl. 20% MWSt. und NOVA). Das Vertrauen der KTM Fans in die neue SMC ist übrigens grenzenlos. Für die neue Supermoto wurden schon jetzt ohne Probefahrten viel mehr Kaufverträge unterschrieben als bei allen anderen 690er Modellen.

KTM LC4

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KTM 690 SMC - Slideshow

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KTM 690 SMC
Vor- und Nachteile gegenüber den anderen 690ern

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+
  • schlechterer Windschutz als bei Duke und SM
  • lautere Geräuschkulisse von Airbox
  • weniger Komfort als SM
  • Vollwertige Supermoto. Macht auch jeden Offroadanteil mit.
  • Leichter als SM und noch einen Tick handlicher.
  • Sportlichere Optik als SM
KTM LC4

In dieser Serie auf 1000PS

KTM LC4

KTM 690 SMC- technische Daten

MotorbauartEinzylinder, 4-Takt
Hubraum654 ccm
Bohrung x Hub102 x 80 mm
Leistung (homologiert)46,3 kW / 63 PS
Max. Drehmoment64 Nm @ 6000 rpm
Kompresssion11,8:1
Starter / BatterieE-Starter 12 V / 8,6 Ah
Getriebe6 Gänge
GemischaufbereitungKeihin EMS mit EPT
Steuerung4 V / OHC
SchmierungSemi-Trockensumpf mit 2 Eaton-Pumpen
Motorschmierung10W60
Primärtrieb36:79
Sekundärtrieb16:42
KühlungFlüssigkeitskühlung
KupplungAPTC Mehrscheibenkupplung im Ölbad, hydraulisch betätigt
ZündungKeihin
RahmenGitterrohrrahmen 25CrMo4 Stahl
RahmenheckSelbsttragender Kunststofftank
LenkerAluminium Ø 28/22 mm
Federung vorneWP USD Ø 48 mm
Federung hintenWP Monoshock
Federweg vorne / hinten275 / 265 mm
Bremse vorne / hintenScheibenbremsen 300 / 240 mm
Felgen, vorne / hinten3,5 x 17"; 5 x 17"
Bereifung vorne / hinten120/70 ZR 17; 160/60 ZR 17
KetteX-Ring Kette 5/8 x 1/4"
Enddämpfer2-Kammer Edelstahl
Steuerkopfwinkel63°
Nachlauf112 mm
Radstand1480±15 mm
Bodenfreiheit unbelastet290 mm
Sitzhöhe900 mm
Tankinhaltca. 12 Liter
Gewicht (ohne Benzin)ca. 139,5 kg
Preis Österreich9.698 Euro

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Photos: herwigpeuker.com, redeye, FM

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Bericht vom 10.02.2008 | 236.188 Aufrufe

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