Testbericht Peter Lietz - Ducati Panigale V4

Test Panigale V4 Peter Lietz, März 2018 Misano, Italien
Video Panigale V4 >>

Voller Spannung reisen wir Mitte März nach Misano, um die neue, vielversprechende und fast schon sagenumwobene Ducati Panigale V4 auf Herz und Nieren zu testen. Wir haben beide Versionen, die Panigale V4 als auch die Panigale V4S im Gepäck, um die Unterschiede der beiden Bikes direkt im Rennstreckeneinsatz zu erfahren.

Als Basis-Setup wähle ich jeweils die Mittelwerte: 8-fach verstellbare Traktionskontrolle sowie Wheeliecontrol auf Stufe 4, Slidecontrol und Motorbremse auf die höchste Stufe 2.

Nach den ersten Runden auf der Rennstrecke in Misano reduziere ich dann die Traction- und Wheeliecontrol auf Stufe 3 - was sich für meine Fahrweise als optimal herausstellt.

Gleich bei der ersten Sitzprobe passt das Bike auf Anhieb perfekt, obwohl ich in Sachen optimale Sitzposition sicher sehr heikel und penibel bin. Der Abstand zwischen Sitz und Lenker bereitet ein äußerst angenehmes Gefühl und ermöglicht eine stressfreie Körperhaltung, selbst Leute die mit einer Körperlänge über 180 cm gesegnt sind, werden kein Problem haben, sich am Bike wohlzufühlen.

Die Menuführung durch diverse Modi und deren Einstellung wurde im Vergleich zur Vorgängerin deutlich vereinfacht und übersichtlicher gestaltet.

Bereits in den ersten Kurven ist klar zu erkennen, dass das Motorrad sehr leicht und mit wenig Kraftaufwand zu bewegen ist und die Eingewöhnungsphase bei der neuen Panigale V4 äusserst kurz ist. Vom Kurveneingang bis zum Herausbeschleunigen verhält sich das Motorrad extrem neutral und ist absolut easy zu fahren. Bei einem Motorrad in serienmäßigem Zustand, auch noch frisch aus der Kiste gepackt, habe ich ein so hohes Niveau an Einstellungen der Fahrwerksgeometrie bisher noch nie gefahren.

Die gewaltige Motorleistung ließe vermuten, dass die V4 am Kurvenausgang in harter Beschleunigungsphase zum starken Wheelisieren neigt, was aber durch den gegenläufigen Motor und die DWC (Ducati-Wheelie-Control) bewundernswert einfach zu kontrollieren ist.

Natürlich stelle ich im Fahrbetrieb einen Motorleistungsvergleich mit anderen Superbikes an, wobei sich die Panigale V4 mit serienmäßigem Auspuff selbst vor getunten Mitbewerben nicht zu verstecken braucht.

Fazit:

  • Unglaublich, auf welch hohes Niveau an Innovation und Technologie im Motorradbau dieses Motorrad gehoben wurde.
  • Die Panigale V4 ist ein irrsinnig angenehm zu fahrendes Bike, das dem Fahrer relativ wenig Körperkraft abverlangt.
  • Die Drehmomentkurve gleicht einer, mit dem Lineal gezogenen 45°-Linie, die bisher nur mit aufwändigster Werks-Elektronik erzielbar war - am Lietz-Prüfstand gemessen!
  • Eine so sensibel ansprechende Elektronik habe ich bisher noch nicht erlebt.
  • Genial, welchen hohen Standard an Technik es nun für jedermann zu kaufen gibt.

S oder Basis Panigale V4?

Meine subjektive Meinung dazu:

Die Basisversion eignet sich für Straßenfahrer, die ab und zu auf die Rennstrecke gehen, oder aber für ambitionierte Racer, die das Fahrwerk ohnehin umfassend modifizieren.

Die S Version empfehle ich hingegen sowohl Straßen- als auch Rennfahrern. Wird das Bike von einem Racer auf der Rennstrecke etwas ambitionierter gefahren, hält das Fahrwerk länger seine Performance als bei der Basisversion, wobei ich eine leichte Anpassung der Federrate vorne (für Racer) empfehle. Die leichteren Räder wirken sich im Handling deutlich spürbar aus.
Händler
Lietz-Amstetten
Schlüsselstraße 3
3363 Amstetten-Hausmening, Niederösterreich
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eingetragen am: 20.03.2018