Protect your Bike – zuhause und unterwegs

Protect your Bike – zuhause und unterwegs

Motorradschutz geht uns alle an

Ein Bike ist immer auch ein Wertgegenstand. Und sowohl Mutter Natur wie Kriminelle und Vandalen können den Wert verringern. Zeit, ihnen die Suppe zu versalzen.

Ein Motorrad, egal ob neu oder gebraucht, ist nichts, das man mal eben aus der Portokasse bezahlt. Im Gegenteil, schaut ihr euch in unserem Anzeigenteil um, wird schnell klar, dass da oft weit mehr als ein gutes Monats-Bruttogehalt aufgerufen wird. Und wenn es um brandneue Oberklasse-Bikes geht, sprechen wir auch von fünfstelligen Beträgen. Für die aktuelle S 1000 RR rufen die Bayern beispielsweise einen Listenpreis von mindestens 18.900 Euro auf, für Harley-Davidsons FCBB Street Bob wechseln mit dem Bike 14.495 Euro den Besitzer.

Und völlig gleich, ob das Motorrad zuhause schlummert oder ihr unterwegs seid, diese Werte sollten geschützt werden. Wie das geht, verraten wir euch jetzt.

Goldene Regel: Trust no one

Nicht nur bei Akte-X war es das Motto von Agent Mulder, niemandem zu trauen. Auch ihr solltet hinsichtlich eures Bikes diese Philosophie verfolgen. Damit meinen wir konkret mehrere Dinge. Vertraut niemals darauf, dass…

  1. … der integrierte Diebstahlschutz eures Bikes ausreichend sei.

  2. … ein hohes Gewicht verhindern würde, dass jemand das Bike auflädt und wegfährt.

  3. … das Wetter so bleibt, wie es beim Abstellen war.

  4. … euer simples, vielleicht altes Bike keine Neider auf den Plan rufen würde.

  5. … Vögel und anderes Getier euer Motorrad ungemütlich fänden.

Damit wollen wir euch nicht paranoid machen, aber die Realität zeigt nun mal deutlich, dass zu sorgloses Vorgehen allzu oft in einem geklauten, demolierten oder schlicht verdreckten Motorrad endet. Und das hat einen extremen Nerv-Faktor, egal ob zuhause oder auf (Urlaubs-)Tour.

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1. Eine Garage ist ein Muss

Es gibt genügend Alternativen, mit denen man sein Bike auch anderweitig vor sämtlichen Unbilden schützen kann. Aber wir betonen, dass nichts davon so konkret vor allem schützt, wie ein rundum (ab)geschlossener Stellplatz. Es muss keine Normgarage sein. Wer mauern kann oder richtig gut im Umgang mit Holz ist, kann sich auch selbst etwas ausdenken.

Wichtig ist nur, dass es massiv ist. Keine dünnen Bretterwände, sondern Steine oder dicke Holzbohlen. Und obendrauf kein Dach aus dünnem, transparentem Kunststoff, der nach ein paar Jahren von der UV-Strahlung brüchig wird, sondern dicke Bretter und Dachpappe, Faserzementplatten oder Betondachsteine.

Und vorn gehört kein dünnes Kunststofftor daran, sondern ein anständiges Stahltor mit Einbruchschutz – in dem natürlich kein 20-Euro-Schließzylinder aus dem Baumarkt steckt, sondern etwas aus den oberen Preisregionen des Herstellers.

Wenn ihr es ganz richtig machen wollt, hat diese Garage auch keine Fenster. Und wenn doch, dann Wolkenglas-Glasbausteine mit Gittern innen (Außengitter haben oft eine „Achtung, hier Wertgegenstände“-Signalwirkung). Nur so verhindert ihr, dass jemand überhaupt sieht, was in der Garage steckt und sich dann entscheidet, ob der Inhalt die Mühe wert ist, einen Diebstahl- oder Vandalismusversuch zu starten.

2. Die Haube muss mit

Viele von euch dürften es kennen: Ihr habt das Bike frisch gereinigt, es geht zur Ausfahrt. Und obwohl die Brotzeit gerade mal eine Stunde dauerte, kehrt ihr zu einem Motorrad zurück, das so aussieht, als stünde auf dem Tank nicht Kawasaki oder KTM, sondern „Vogeltoilette“.

Tut euch dagegen selbst den Gefallen und kauft euch eine Abdeckhaube aus Stoff. Sie gibt es schon für unter 20 Euro und zusammengefaltet passen sie ins kleinste Fach am Bike. Der Aufwand, den es bedeutet, bei jedem längeren Stopp die Plane rauszuholen und später wieder wegzupacken, steht in keinem Verhältnis dazu, den Lack schnell und gründlich von Vogel- und sonstigen Hinterlassenschaften zu reinigen. Denn das meiste davon ist nicht nur sprichwörtlich „echt ätzend“.

3. Schloss und Kette

Nicht jeder Biker sieht es allzu unkritisch, dass umfangreiche Elektronik auch in den Motorradbau Einzug gehalten hat. Einen unbestreitbaren Vorteil hat das jedoch: Sehr viele Bikes haben heute eine elektronische Wegfahrsperre.

Die verhindert zumindest, dass irgendein Dieb einfach das Schloss aus der Tacho-Einheit ausbaut und die Kabel kurzschließt – allerdings gilt gemäß unserer Golden Rule: Mehr auch nicht.

Weder verhindert die Wegfahrsperre, dass man das Bike wegrollt, noch, dass dieses Wegrollen im Heck eines nebenstehenden Vans endet.

Dagegen solltet ihr zwei Strategien verfolgen:

  1. Für den kurzen Stopp vor Bäcker und Co. sowie alle Situationen, in denen ihr das Bike die meiste Zeit im Blick habt (etwa unterwegs auf der Restaurantterrasse) reicht ein Bremsscheibenschloss, gern in Kombination mit einem Lenkerschloss. Da aber ersteres dem Risiko unterliegt, dass man es beim Losfahren vergisst, solltet ihr es per Sprühdose neon-orange lackieren und mit einer ebenso auffälligen Schnur versehen. Deren anderes Ende wickelt ihr um den Lenker, Gasgriff oder Bremshebel, wenn ihr es einsetzt.

  2. Sobald das Bike für längere Zeit (>10min.) unbeaufsichtigt sein wird, sollte es (zusätzlich, nicht stattdessen!) mit einem Panzerbügelschloss oder einer massiven Kette aus gehärtetem Stahl an einem festen Gegenstand angeschlossen werden – Laternenpfahl oder, falls ihr mit mehreren unterwegs seid, auch als „Bike-Kette“. Ferner solltet ihr auch auf Nummer sicher gehen und in eurer Garage einen solchen Ankerpunkt installieren – das kann beispielsweise ein in den Garagenboden einbetonierter oder mit Diebstahlschutz-Schrauben festgedübelter U-Stahl sein.

Denkt immer daran, Gelegenheit macht Diebe. Und Schlösser sagen ganz deutlich „nicht auf die Schnelle klaubar“.

4. Mitdenken

Dieser letzte Punkt kostet euch wenige bis keinen Cent. Vielleicht hat er aber die schwerwiegendsten Auswirkungen auf die Sicherheit eures Bikes: Verhaltet euch clever und denkt auch beim Abstellen des Bikes so an die Sicherheit, wie ihr es auch beim Fahren (hoffentlich) dauernd tut:

  • Wenn es in der Nähe ein Dach gibt, dann stellt das Motorrad dort unter, auch wenn das ein paar Schritte mehr in der Schutzkleidung bedeutet.
  • Auch wenn es gerade bei Sommerhitze sehr lockt, stellt das Bike nicht ohne Weiteres unter schattenspendende Bäume. Wenn Bike-Wetter herrscht, sind auch Vögel en Masse unterwegs und von vielen Bäumen tropft es dann auch harzig und klebrig.
  • Fragt bei Übernachtungen grundsätzlich nach, ob es eine überdachte, abschließbare Parkmöglichkeit gibt. Und falls nicht, ob das Motorrad wenigstens außer Sichtweite der Straße abgestellt werden kann. Nicht nur wegen des Diebstahlschutzes, sondern auch gegen den typischen betrunkenen „Gelegenheits-Vandalen“, der es lustig fände, ein teures Motorrad umzukippen oder sonst was damit/daran zu tun.
  • Nutzt die moderne Technikwelt. Ein winziger GPS-Sender kann überall unauffällig angebracht werden und kostet heute nur noch wenige Euros.
  • Appliziert keine Schutzmaßnahmen, ohne danach bei eurer Versicherung vorstellig zu werden. Viele honorieren etwa die Garage mit gesenkten Beiträgen.

Und abermals die Bitte: Vertraut niemandem. Auch auf dem einsamen Land werden Bikes gestohlen, auch auf großen Bike-Treffen gibt es Neider, die die Anonymität der Masse genießen. Das sollte euch euer Motorrad absolut wert sein, auch wenn es finanziell eher am unteren Ende der Preisliste rangiert.

Bildquelle: Unsplash.com © Florian Klauer

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Bericht vom 01.05.2019 | 245 Aufrufe

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