KTM Freeride E-SM Testbericht

KTM Freeride E-SM Testbericht

Erste Elektro Supermoto von KTM

Nun ist es endlich so weit, gut ein halbes Jahr nachdem die ersten Elektro Bikes von KTM vorgestellt wurden. Wird nun der Supermoto Ableger vorgestellt. 17 Zoll Räder mit klebrigen Straßenreifen sollen die Stadt zum Untertanen machen. Wir durften die E-SM bei der Präsentation in Barcelona genauer unter die Lupe nehmen.

Also ich bin ja definitiv kein Stadtmensch, die Anonymität und die vielen Leute, die da überall herumlaufen sind einfach nicht mein Ding. Aber das Schlimmste für mich ist immer noch der Verkehr, da brauch ich für Strecken, die ich bei uns am Land in ein paar Minuten hinter mich gebracht hab, dann gleich mal eine halbe Stunde oder teilweise noch länger. Deshalb wäre für mich ein Bike in der Stadt unbedingt notwendig. Die Auswahl ist ja mörderisch groß, allerdings sollte das Bike klein, agil, handlich und natürlich cool sein. Was die Auswahl dann doch wieder erheblich einschränkt. Ein Bike, das all diese Voraussetzungen erfüllt, ist die neue KTM Freeride E-SM, die uns dieser Tage beim Press Launch in Barcelona vorgestellt wurde. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die E-SM ein Elektro Motorrad, mit dem die Freeride E Familie nun auch in den Stadtdschungel Einzug hält.

Nach der E-SX under E-XC nun auch die E-SM

Mit der Freeride E setzte KTM im September 2014 den ersten Schritt in Richtung Elektromobilität. Im Gegensatz zu vielen anderen E-Bike Herstellern liegt der Fokus aber nicht auf einer günstigen Fortbewegung um von A nach B zu kommen, sondern im Sinne der KTM-Attitüde „Ready to Race“ steht der sportliche Aspekt ganz weit im Vordergrund. Die Freeride E Familie umfasst drei Modelle: die E-SX als Motocross Variante ohne Straßenzulassung, die E-XC als Enduro Variante mit Straßenzulassung und nun eben die E-SM als Supermoto Ausführung ebenfalls mit Straßenzulassung.

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Die Unterschiede:

Die Unterschiede der E-SM zur Schwester, der E-XC bewegen sich im überschaubaren Rahmen, hier ein Überblick:

  • 17 Zoll Supermoto Räder, die der SM mächtigen Grip auf Asphalt verleihen
  • ein dazu passender gekürzter Front Fender
  • gekürzter Seitenständer
  • kompakte LED Blinker
  • eine längere Übersetzung für höheren Top Speed

E-SM mit höheren Top Speed

Neben der klebrigen 17 Zoll Bereifung, für die Pirelli mit dem Diablo Rosso II verantwortlich zeichnet, ist wohl die längere Übersetzung der markanteste Unterschied zur E-XC. So erreicht die Enduro Variante einen Top Speed von ca 70 km/h. Mit der E-SM konnten wir teilweise an die 95 Km/h erreichen. Wie aber überall, kein Vor- ohne Nachteil. Die längere Übersetzung wirkt sich natürlich auch auf das Ansprechverhalten des Motors aus. So wirkt die XC deutlich spritziger und agiler als die Supermoto. Wer die E-SM vorwiegend in der Stadt nutzt, sollte mit einem Top Speed von 70 Km/h recht gut auskommen, deshalb hier gleich meine persönliche Empfehlung zur kürzeren Übersetzung. Das bereitet zum einen deutlich mehr Fahrspaß, und sollte zum anderen im dichten City Stop and Go Verkehr auch die Akkulaufzeit etwas ausdehnen können.

Reichweite von 25 bis 50 Kilometer

Apropos Akkulaufzeit, richtige Werksangaben zur Reichweite gibt es vom Hersteller leider keine. Begründet wird es damit, dass die Reichweite sehr stark von der Fahrweise abhängt. Bei der Präsentation konnten wir die Laufzeit aber zumindest etwas eingrenzen. Eine sehr aggressive Fahrweise wird da schon nach ca. 25 Kilometern ihr Ende finden. Fährt man mit Bedacht, sind wahrscheinlich auch mehr als 50 Kilometer drin. Aufgeladen ist der Akku bereits nach 80 Minuten, allerdings wird dazu ein eigenes Ladegerät benötigt. Eine längere Tour, bei der man sich von Steckdose zu Steckdose hantelt ist somit leider ausgeschlossen. Übrigens garantiert KTM insgesamt 700 Ladezyklen für den Akku, und nach diesen 700 Zyklen sollte der Akku dann immer noch mindestens 80 Prozent der Ursprungsleistung haben.

Angetrieben wird die E-SM über einen Brushless Synchron Motor mit 42 Nm und 16KW. Die Energie dazu wird von einem Lithium-Ionen-Akku von Samsung mit 260 Volt und 2,6 Kilowattstunden bereitgestellt. Mit diesen Leistungsdaten kann die E-SM in Europa mit dem A1 Führerschein gefahren werden, also schon mit 16 Jahren.

Leicht, Flink und Wendig

Die Freeride E-SM wurde uns in Barcelona vorgestellt, wo wir sie im dichten Stadtgetümmel ausführen durften. Genau dort passt die E-SM auch hervorragend hin. Mit ihren leichten 111 Kilogramm und ihrer schlanken Silhouette interessieren den Fahrer Staus oder andere Verkehrsbehinderungen nur peripher. Durch die, mit 880 Millimeter relativ hohe Sitzposition hat man den Verkehr auch gut im Überblick und wird von anderen Verkehrsteilnehmern auch nicht so leicht übersehen. Die Sitzposition lässt sich übrigens mit einem, von KTM erhältlichen Kit um zwei Zentimeter absenken und erweitert somit das Spektrum der potentiellen Käufer. Apropos Käufer, die werden aufgrund des doch sehr gesalzenen Preises von 11.698€ in Österreich (Deutschland 11.595€) im relativ überschaubaren Rahmen zu finden sein.

Fazit: KTM Freeride E-SM

Die E-SM ist ein richtiges Fun Bike für die Stadt. Klein leicht und agil flutscht sie durch jeden Stau und führt dich von A nach B in Bestzeit. Allerdings ist der Preis für diesen Spaßfaktor sehr hoch. Nicht nur der Anschaffungspreis von über 11.000€ sondern auch die eher begrenzte Reichweite von ca. 35 Kilometern werden die Käuferkreis doch relativ stark minimieren. Immerhin hat dann mit der E-SM ein Bike das nicht jeder hat

1
Vorteile
  • leicht
  • wendig
  • agil
1
Nachteile
  • teure Anschaffung
  • geringe Reichweite

Bericht vom 19.05.2015 | 73.670 Aufrufe

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