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Die Anreise gestaltete sich bei 15 Grad und strömendem Regen äußerst
einladend, nur die am Strassengraben auf Kundenfang stehenden, komplett
durchnässten Blasroboter taten uns (außer KOT) mehr Leid als wir uns
selbst. Das Legend Hotel (www.legendhotel.sk) ein absoluter Geheimtipp:
Riesige neue Zimmer, unglaubliche Rump Steaks und ein Wellnessbereich
(wer ihn für seine weichen Eier braucht) um 35 Euro pro Mann/Frau und
Nase.
Geheimtipp:
Beim Abendessen dem Kellner einen großzügigeren Tip geben, dies stellt
sicher, dass man am nächsten Tag sein Arbeitsgerät in ganzen Teilen am
Parkplatz wieder vorfindet. Nachdem es mir unter Zuführung von 5
Heineken und diversen Spirituosen gelungen war, zumindest 4 Stunden zu
schlafen, die nächste Überraschung. Ein ausgedehntes Tief hatte sich
über Nacht über den Slovakiaring gelegt, 16 Grad, dazu beißender Wind
und wie in Tom Hanks Forrest Gump abwechselnd Sprüh- und Platzregen
waagrecht, senkrecht als auch von unten nach oben.
Der erste Turn mit dem Instruktor, den angesichts der Wasserfontänen
auf der Strecke und der Unkenntnis von der Strecke jeder Erst-Teilnehmer
bitter notwendig hatte, gestaltete sich wie ein Gänsemarsch bei der Toy
Run. Hinter mir brüllte eine ambitionierte, mit einem Moto GP Exhaust
bestückte Benelli, was aber angesichts der Straßenverhältnisse
vollkommen lächerlich war. Die ersten zwei Turns absolvierte Rabu vom
Gösser Team mit seinem Strassen-Elefanten ohne Ohren als Einziger auf
herkömmlichen, abgefahrenen Straßenreifen, währenddem Kot und ich mit
den Hypersportreifen angefressen in Vollmontur auf der Tribüne
fröstelten.
Im dritten Turn wagte ich mich dann doch auf die Strecke, die ersten
Eindrücke waren überwältigend: Man kommt sich am Slovakiaring bei der
Entjungferung vor wie Winnetou mit seinem Pferd Iltschi in der weiten
Prärie: links und rechts unendlich viel Platz und keine Ahnung wo es
lang geht. Für Leute, die IQ mäßig knapp vor der Besachwalterung stehen,
ist die Strecke ungeeignet, da man sich das Kurvengewinde nach den
ersten drei Kurven keinesfalls merken kann. Sehr ungewohnt sind generell
die recht asymmetrischen Kurven, die teilweise urplötzlich zumachen,
sodass man sich überall vorfindet nur nicht auf der Ideallinie. Guter
leicht gesagter Tipp vom Instruktor: immer in der Mitte bleiben (und
damit unweigerlich den anderen im Zick-Zackkurs im Weg umherstehen).
Nach den ersten zwei Runden begab ich mich mit meinen, 3 Grad über
Speiseeis warmen Pirellis, auf eine für meine Verhältnisse zügige
Durchfahrt, was mein Hinterradl wie mit Gleitgel eingeschmiert zweimal
ohne Vorwarnung mit einem Rutscher quittierte, Die Start-Ziel Gerade ist
dermaßen lang, dass man sich einsam vorkommt wie bei einem Urlaub am
Bauernhof, sodass ich ob meiner bleiernen Müdigkeit und angesichts der
trüben Sichtverhältnisse wie bei „Tod in Venedig“ auf der Geraden
zweimal kurz einnickte. |