In Bremerhaven war die Hölle los - Alte Eisen und improvisierte Rennstrecke.
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53. Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven |
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Pfingsten, 23.-24.05.2010 |
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Rasen, Schrauben und Schauen war wieder ganz groß angesagt an der
Waterkant. In Bremerhaven fand zu Pfingsten Mitte Mai bereits zum 53.
Mal das legendäre Fischereihafen-Rennen statt – im Volksmund auch gerne
als „Fischkoppraserei“ betitelt. In neun Klassen rauften 385 Teilnehmer
aller Generationen dabei wieder zwischen Strohballen und Umschlaghallen
miteinander, als wäre es die normalste Sache der rennenden Welt, sich
auf einem Hafengelände mit Rennboliden von bis über 1.000 Kubik die
Kante zu geben. Obacht: die schnellst gefahrene Runde des Wochenendes
wurde in der Klasse 1 bei den |
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„Fishtown Super Bike Open“ ermittelt. Didier Grams absolvierte hier auf
einer Suzuki GSX-R1000 den knapp 2.200 m quicken Kurs mit einer 1:11!
Höchste gemessene Geschwindigkeit: 109.292 km/h! Selbst die kleinsten
Rennerle in der Schnapsglasklasse, „Sound of Fifthies“ genannt, mit
ihren fragilen Kreidlers, Zündapps oder Simsons bei schmalen 50
ccm-Hubräumchen zeigten groß auf und brachten beim Motorfestgehen so
manch spektakulären Stunt zustande. Motorsport kann schließlich
gefährlich sein, steht ja schon auf der bunten Broschüre zum Event
geschrieben. |
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Strohballen statt Kiesbetten
Beim Klabautermann, da flogen auch schon mal die Fetzen, Reifen- und
Metallteile, die Strohballen auseinander oder es wurde der Notausgang
rüber in die Makrelenstraße genommen. Ralf Rüdiger, mit seiner Gixer aus
1989 zum ersten Mal hier am Start, berichtet: „Habe dann zu meinen
Entsetzen feststellen müssen - ups, da sind ja auch Kurven - wo ich dann
auch sofort die erste ausgelassen habe.“ An der Kaikante und
zwischen den Lagerhallen, direkt neben dem abgestrohten Kurs, da
versammelten sich die verschiedenen Klassen und Generationen von Krädern
und Kradbetreibern. Neben den Protagonisten der Classic Superbikes und |
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AMA-Legends mit ihren ehrwürdigen Seeleys, Kawasaki GPZ
oder Z1000, Honda Bol d'Or und alten Katanas schraubten die Clubs an
deren sonoren und honorigen MV Agustas und Laverdas, Benellis und Köwes
von Ducati. Edelste Rennpferde, die bei zum Glück zumeist sonnigem
Wetter zur Freude der über 18.000 Besucher im offenen Fahrerlager
bestaunt werden durften, bevor sie schonungslos um den Kurs getrieben
wurden. |
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Ahoi und Petri Heil! |
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Besonders die eher breit auflaufenden Gespanne, international
auch Three-Wheeler und Sidecars genannt, beeindruckten das Publikum bei
Aufsehen erregenden Überholmanöver in den Schikanen, wenn die
Schmiermäxe auf den schmalen Seitenbanketten ihre Turnübungen in wilden
Rechts-Links-Kombinationen zum Besten gaben. Einzigartig und
bewundernswert. Selbst so bekannte Racing-Größen wie Toni Heiler aus
Köln gaben sich die Ehre: mit seiner Moto Morini bei den „Fishtown Twins
und Triples“ in Klasse 2 an den Start gegangen, entschied der mindestens
Endvierziger fast schon erwartungsgemäß beide Rennläufe klar für sich.
Ein Zeichen dessen, dass der Recke, ebenso wie seine Weggefährten in den
anderen Klassen, die legendären Fahrerlagerparties am ganzen Wochenende
gewohnt locker weg steckten. Denn nicht minder heftig heizten die „Sound
of Classics“ in Klasse 4 mit Aggregaten wie Suzuki RGV250 oder Yamaha RD
bis 500 Kubik über den mit Gullideckeln nur so kontaminierten Kurs,
ebenso wie die gerade dafür prädestinierten Super-Motos in Klasse 8.
Zwei Brücken ermöglichten den Zugang zu beiden Seiten des Kurses,
Rundumsicht bis hin zur Wasserkante war angesagt. Die Händlermeile nahe
der ersten Schikane im Kurs, mit namhaften Markengrößen von nah und fern
bestens aufgestellt, lockte die Besucherscharen ebenso in die Reihen der
Professionellen wie rüber zum Kai, wo sich die privaten Werkstätten
neben den Wohnmobilen breit gemacht hatten. So nah dran wie hier beim
Fischereihafenrennen kommen die Besucher und Fans aller Rennklassen wohl
kaum. Rennen hautnah, bis ran an die Schuppen, nächstes Jahr wieder.
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Interessante Links:
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Text: Sabine Welte
Fotos: Sabine Welte |
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