Arlo wird zum Supermoto Trainingslager entsandt, unfreiwillig - jedoch ist
der Chef mächtiger als die Angst auf der Goschn zu liegen.
Supermoto Trainingslager mit
Schruf
Husaberg
bei Hanson.
Oida druck nieder, s'muass schräger werden!
Eigentlich hielt sich die Freude über die Einladung von Husaberg zum Supermoto
Training mit SM Urgestein Hanson Schruf in Grenzen. Die schräge
Fahrerei, das oage derquer Dahindriften und dann noch mit glatzerten
Reifen über den Offroad Parcours - die besten Vorraussetzungen, um
endlich wieder
ordentlich auf die Gosch'n zu fliegen und dabei unseren Dauertester, die
wunderschöne Husaberg FS 570, zu entstellen. Nichtsdestotrotz wurde
mir die Entscheidung von Chef Nasty mit den Worten, "Fix fahrst
hin, schau aber bitte,
dass jemand a Kamera auf Dich hält, wennst detonierst - wir brauchen
wieder leiwandes Material" abgenommen. Also machte ich mich mit der
Husaberg und meiner E-Card auf dem Weg zum Supermoto Trainingslager von
Hanson Schruf.
Vor jedem Sektionstraining wird ausführlich erklärt, danach vorgezeigt und
schließlich selber versucht.
Austragungsort des Supermoto Trainings ist ein aufgelassener
russischer Militärflughafen in Tököl (ca. 10 Km südlich von Budapest).
Auf dem riesigen Areal befindet sich neben der SM Strecke, einem
Paintball Areal, ein Fahrsicherheitszentrum, eine Kunstflugschule sowie
ein ehemaliges (?) Trainingslager des KGB. Das Gelände bietet ausreichend Platz für
einen lässigen Offroad Part, einen schön asphaltierten Onroad Parcours sowie
einen aus Betonplatten bestehenden Platz für Trockenübungen.
Als
Mitarbeiter von 1000PS tut man ja praktisch den ganzen Tag nichts Anderes
als motorradfahren, ergo sind die 1000PS Hackler auch Weltmeister,
wenn's ums Fahren geht. Theoretisch zumindest, praktisch zeigte mir Hanson beim Trainingslager meine Fehler auf und das sind sehr sehr
viele. Kurz gesagt mache ich eigentlich alles falsch. Schon nach den
ersten drei Einführungsrunden winkte mich Hanson raus und erklärte mir, was
die grundlegendsten Fehler sind.
Ready to Race in 5 Minuten - Husaberg FS 570. Auch wenn sie mittlerweile nicht
nur alltagstauglich aussieht, sondern auch tatsächlich zum Wurschtsemmelholen
verwendet werden kann, lediglich Blinker, Spiegel und
Lichtanlage unterscheiden die straßenzugelassene FS 570 von einem Vollblut
Racer. Wer ihr die für die Verkehrstauglichkeit notwendigen Teile abnimmt, der
kann damit sofort an seinen Startplatz rollen. Ideales Gerät für die
Hobbyklassen im Intercup. Im Alltag ununterbrochener Dauerspaß.
Video vom Trainingslager mit
Tipps vom Profi
Fehler #1
Sitzposition zu weit hinten. Damit es jemals
was mit dem Andriften in die Kurve wird, muss das Hinterrad möglichst
entlastet werden, also Arsch nach vorne. Als Hilfe dient hier eine StepUp Sitzbank.
Eine Stufe in der Sitzbank verhindert, dass man während
der Fahrt zu weit nach hinten rutscht.
Fehler #2
Beinschluss
offen. Um eine optimale Verbindung mit dem Motorrad zu bekommen, müssen
die Beine ständig am Tank anliegen. Auch wenn in der Kurve der Fuß
abgestellt wird, muss das Knie ständig am Tank anliegen.
Fehler #3
Andriften mit blockierendem Hinterrad. Andriften
in die Kurve macht nur Sinn, wenn die Geschwindigkeit des Hinterrades am
Kurvenscheitelpunkt die Fahrgeschwindigkeit erreicht hat. Dazu sollte
beim Andriften der Hinterreifen etwa die halbe Fahrgeschwindigkeit
erreicht haben. Das wird durch das richtige Zusammenspiel aus
Betätigung von Vorderradbremse, Hinterradbremse und Kupplung erreicht. Ein
blockierendes Hinterrad sieht zwar fürs Foto lässig aus, bringt aber
nix.
Während des freien Fahrens beobachtet Hanson die einzelnen Teilnehmer, erklärt
ihnen ihre Fehler
und gibt ihnen sinnvolle Tipps, um schneller zu werden.
Damit die richtigen Bewegungen am Motorrad auch in Fleisch und Blut
übergehen, müssen sie einige Male trainiert werden. Bei Hansons
Trainingslager passiert das mit Hilfe von Sektionstrainings. Dabei
werden bei relativ niedriger Geschwindigkeit Bewegungsabläufe immer und
immer wieder trainiert, sozusagen im Drill. Die Abläufe werden somit vertraut und prägen
sich in den Köpfen der Teilnehmer ein.
Ein elementarer Bestandteil der Sektionstrainings ist, Vertrauen in das
Motorrad zu gewinnen. Erreicht wird dieses Vertrauen durch simple
Kreisfahrten - egal ob stehend oder sitzend, schon nach einigen Runden
hört man bei den ersten Teilnehmern das Kratzen der Fußrasten am Boden.
Zusätzlich unterstützt wird das neu gewonnene Vertrauen durch den irren Grip auf der Trainingsstrecke. Schon nach wenigen Minuten krächzt nahezu
jeder Teilnehmer mit den Fußrasten über den Asphalt.
Richtiges Anbremsen.
Falsches Anbremsen.
Ruck zuck Anti Hopping
Einbau - der Chef "Hanson" greift zum Werkzeug und baut
die neue Kupplung in wenigen Minuten ein.
Sektionsübung im Offoad Part - Wofür die Übung aber im Konkreten gut war, kann
ich mir jetzt auch nicht erklären.
Erlkönig in Ungarn - die ersten Fotos einer Yamaha Supermoto im Streetfighter
Trim.
Morgenstund' hat Gold im Mund - was aussieht wie Morgengymnastik fällt laut
Amnesty International unter Folter.
Gegessen wird auf der Strecke - auch wenn's
nicht nach Haubenlokal ausschaut, gschmeckt hat's
sehr leiwand.
Sehr feiner Offroad Part - Table mit abfallender Landerampe, somit kann
fast nix passieren.
Relaxte Atmosphäre im Fahrerlager.
Ausbilder macht vor - Hanson bei der Demonstration der richtigen Fahrtechnik.
Am sichtbarsten wird die korrekte Fahrtechnik jedoch im Offroadpart,
schon kleine Änderungen an der Körperhaltung bewirken den Unterschied
zwischen Sieg und (im wahrsten Sinne) Niederlage. Eigentlich ganz arg
welchen Grip die glatzerten Reifen auf dem losen Untergrund aufbauen
können. Auch hier wieder die wichtigste Aufgabe, vertraue deinem
Motorrad und lerne sein Verhalten kennen. Und wie immer beachten - Druck
auf's Vorderrad und die richtige Haltung am Motorrad.
Das jeweils Gelernte wird dann am Nachmittag beim freien Fahren und
einem Rennen in die Praxis umgesetzt.
Insgesamt besuchten 17 Teilnehmer Hansons Supermoto Training,
vom Neueinsteiger bis zum Intercup Fahrer war alles vertreten. Darunter
auch drei Mädels. Wer nun an tollpatschige und schüchterne Tussis denkt,
irrt gewaltig, die Mädels geben mächtig Gas und ließen einige andere
Teilnehmer während des Rennens ziemlich alt aussehen.
Trotz des Rennens ist die Atmosphäre während des ganzen Trainingslagers
sehr relaxt und kameradschaftlich. Zusätzlich gefördert wird die lockere
Atmosphäre, durch Hanson der stets mit Rat zur
Seite steht und niemanden zwingt über sein/ihr Limit zu fahren.
Das 3tägige Training widmet sich eher den Einsteigern, sinnvoll aber durchaus
auch für ambitionierte Amateure, die selbst beigebrachte Fahrfehler mit diesem Training
wieder ausbügeln wollen. Wichtig während des ganzen Trainings sind vor
allem die Grundlagen, sprich Sitzposition, Knieschluss und Balance aus
Kupplung und Bremse. Diese Grundlagen versucht Hanson mit einfachen
Übungen in die Bewegungsabläufe der Teilnehmer einfließen zu lassen. Vor
allem aber soll auch das Vertrauen in das Motorrad geschaffen
und das richtige Fahrgefühl entwickelt werden.
Das Training ist ein All-Inclusive Training, sprich es ist für
alles gesorgt. Lediglich etwas zu trinken und ein paar Müsli Riegel für
die Strecke sollte man mitnehmen.
Hanson hat für die Saison noch ein paar Termine für Supermoto Trainings
geplant. Leider stehen zur Zeit aber noch keine konkreten Daten
dafür fest. Alle Infos zu den Trainings und die Termine (wenn bestätigt)
findet Ihr auf Hanson's Site www.hanson112.com .
Während des Rennens geben die Mädels ordentlich Gas, traurig für die Jungs, die
sie an sich vorbeiziehen lassen müssen.
Als ich NastyNils wieder im Büro traf, musste ich ihn leider enttäuschen
- keine massive Brezn und somit auch kein Video vom Sturz. Zur Strafe schickt
mich Nasty als Sandsack zum Boxtraining des ansässigen Boxclubs, mal sehen, ob
ich da auch so viel lerne wie bei Hansons Supermoto Training.