Als kot auf's BMW Treffen fuhr, dachte er an einen Ärztekongress. Er wurde eines Besseren belehrt. Ein richtiges Bikertreffen.
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2005.BMW
Motorrad Bikermeeting
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Jahr wurde ich zum BMW Treffen geschickt, weil letztes Jahr der Abgelederte
dort war und man bei BMW seither eine schlechte Meinung von uns hatte. Es
galt die Reputation wieder herzustellen. Ich hielt es für sinnvoll, die
Anreise in zwei Etappen zu teilen. Also orderte ich bei BMW diesmal Auto und
Motorrad. Ich packte Motorradkleidung, 2
Rucksäcke und Freundin ein und visionierte: Eisenstadt Salzburg auf vier Rädern
nebeneinander und mit Dach, bei BMW Austria in Salzburg dann Umstieg auf die
R1200RT und Weiterfahrt hintereinander, ohne Dach. Über die erste Phase der
Tour machte ich mir keine weiteren Gedanken, über die zweite schon, zumal die
Wettervorhersagen "Fahren ohne Dach" als nicht empfehlenswert
einstufte.
In Salzburg angekommen bestätigten sich die
Prognosen, daß es im Westen nicht mehr so stark regnen würde. Sondern
noch stärker.
Das hatte ich mir anders vorgestellt. Im Auto
war's ja noch lustig, aber jetzt wurde es ernst. Weiterfahren auf dem
Bock? Dazu hatte ich klarerweise null Bock. Und meine Begleiterin noch
weniger. Also kurze Absprache, ob ich nicht fragen könnte, daß wir nicht
einfach mit dem Auto weiterfahren könnten. Gute Idee! Aber als Frau
Schmidt mit Schlüssel und Papieren daherkam, wurde es mir
unheimlich peinlich, zu fragen. Auf das Bikermeeting mit dem Auto, weil's
ein bissl waschelt? Ich folgte also der Aufforderung zur Unterschrift
für den R1200RT Mietvertrag und nahm ohne ein Wort den Schlüssel entgegen.
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Ich konnte im Augenwinkel erkennen, wie das
Gesicht meiner Freundin feuerrot und kreidebleich wurde. Gleichzeitig. Ich
hatte so eine körperlich Reaktion noch nie gesehen, aber mir war klar, daß es physisch erkennbar machte, was
im Inneren los war. Entsetzliche Wut, Angst- und was mir am meisten Sorgen
machte- arge, weibliche Angefressenheit. Aber die widrigen Verhältnisse
riefen zu Vernunft, Zusammenhalt und körperlicher Nähe. Das hielt zwar
meinen Körper schön warm, nicht aber meine Hände, die auf die vergessenen
Handschuhe verzichten mußten. Gut, daß der komfortable Tourer eine
Griffheizung hatte, so wurden nur Handrücken und Knöchel blau. Der
hervorragende Windschutz der RT bewahrte uns vor Schlimmerem...vor allem
meinen Unterkörper. Trotz Notsituation fuhr ich schon in Bad Tölz von der
Autobahn ab, um wenigstens noch ein bisschen von der Landschaft zu
sehen.
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Wir wurden mit längerer Fahrzeit und noch
mehr Regen belohnt. Großes Highlight war aber ein grün-blauer Waldsee, wie
ich ihn noch nie gesehen habe.
Bei der Ankunft war ich stolz auf unsere
Härte. Hab mich dann sehr gefreut, als ich von den
anderen hören mußte, daß sie die Autobahn erst bei der letzten Ausfahrt
verlassen haben. Meist noch mit dem Zusatz: "Na bei dem Wetter, i bin
jo net deppat!" Tja, nicht nur die Harten kommen durch, die Weichen
auch - und zwar schneller.
Im Hotel angekommen wurde zunächst mal
ausgiebig entspannt und aufgewärmt. Im Renaissance
Riessersee Hotel in Garmisch bezogen wir ein zweistöckiges Zimmer, unten der Eingang, dann das Bad und ein Wohnzimmer
mit Balkon, über eine Stiege gelangte man zum großzügigen Schlafzimmer,
wieder mit Balkon. Oben wie unten gab es Fernseher und Minibar. Die Minibar
liessen wir in Ruhe, die kleinen Fläschchen sind ja schliesslich nur was für
Kinder. Und nach der Rechnung für eine Mikropackung NicNacs war ich froh,
daß ich auch kein Knabberzeug mehr angefaßt habe.
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Bei "BMW Motorrad Bikermeeting" dachte ich an eine Art Ärztekongress für die
ganze Familie. Doch als wir das Gelände betraten, mußte ich meine
Vorstellungen schlagartig verwerfen. Unter dem erwarteten Publikum fanden sich
vollbärtige Rocker mit MC-Lederkutten oder schmierigen Jeansjacken, Umbauten
und sogar Streetfighter und 1200er GS mit Akrapovic sorgten für die
akustische Untermalung. Ein richtiges Bikertreffen, nur eben etwas
zivilisierter. Statt Aufnäher und Gürtelschnallen Standln gab's halt
Frisör, Juwelier und Optiker.
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Der Abschied von der BMW
Cruiser Serie fällt angesichts dieser AC-Schnitzer Edition schwer |
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Ratbikes aus
Bayern. Sicher nichts für Ärzte und Rechtsanwälte
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Das Festzelt war Freitag wie Samstag gerammelt
voll. Glücklicherweise gab es
für Journalisten und andere ur wichtige Leute einen reservierten Bereich.
Als wir um 20 Uhr unsere Sitzplätze bezogen stand schon ein überladener
Brezlständer sowie eine grosse Holzplatte mit kalten Vorspeisen-Leckereien
am Tisch. Schnell noch ein gepflegtes Bier bei der aufmerksamen Bedienung
bestellt und dann wurde eingeworfen. Während dem Essen gab es eine
Fashionshow, verschiedene Präsentationen und das HP2 Team Kirssi, Lewis und Pfeiffer gab
sich die Ehre. Der Finne Simo Kirssi fiel mir dabei durch sein unglaubliches
Temperament und seine Begeisterungsfähigkeit auf. |
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Vorspeisenbrett |
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Bevor ihm der Moderator die erste Frage gestellt hat, wußte
ich nicht, ob er überhaupt in Betrieb war. Die Antworten konnte dann weder
der Moderator noch das Publikum verstehen, weil er seinen Mund beim Reden
offenbar nicht gerne bewegt. Man muss sich Mika Hakkinen beim Schlafen
vorstellen, das kommt Simo Kirssi ziemlich nahe. Aber am Motorrad ist er ein
gnadenloser Anraucher, sonst hätte er mit der HP2 wohl kaum den Erzberg
Prolog gewonnen. Das ist eines der Dinge, die mich am Motorradfahren so
faszinieren. Du kannst am Erscheinungsbild einer Person nie einschätzen,
welche Fähigkeiten er am Motorrad besitzt. Also am besten man stellt sich
wie ein unterkühlter Finne und murmelt nur unverständliches Zeug, dann wird
man nie überschätzt.
Wie bei jedem Zeltfest war die Musik einfach zu laut,
Unterhaltungen waren nur im Schreimodus möglich, also wechselten wir nach
dem Essen immer das Zelt, oder stellten uns zum Lagerfeuer wo ein Amerikaner
alte hadern spielte. Am Samstag unterhielt uns anfangs
außerdem ein bayrisches Komödiantenduo, das mit
verschiedenen, aus Haushaltsartikeln selbst gebastelten Musikinstrumenten
unsere Nerven strapazierte. Man kann es sich nicht vorstellen! War ein ganz schlimmes Erlebnis.
Das Angebot an Tagesaktivitäten war
vielfältig.
Man konnte den drei Fahrgenies Kirssi, Pfeiffer und Lewis bei den
Show-Races zusehen und die eigenen Fahrkünste verfluchen, oder selbst auf
dem Enduro-Parcours fahren - und genauso fluchen.
Fans der geländegängigen
Zweiräder kamen außerdem bei der Ausstellung 25 Jahre GS und den
zahlreichen Reiseberichten aus aller Weltvoll voll auf ihre Kosten. Auf der
Hauptbühne im Zelt wurde am Abend eine zehnteilige Dokumentation über eine
Tour von Frankreich über Rußland, Alaska und Kanada bis nach New York
präsentiert. Gefahren von Ewan McGregor (spielte u.a. Obi Wan in Star Wars)
und Charley Boorman (auch ein Schauspieler). Ewan war leider nicht da, aber
der andere. Die Serie lief auf BBC und ist nun auf DVD zu haben. Infos unter
http://www.longwayround.com
Über den BMW Power Cup konnte man
persönlich mit einigen Fahrern plaudern, auch ein paar Cup Geräte waren
vor Ort.
Besonders Mutige konnten mit der Gondel auf
den Hausberg fahren und ihn per Paraglider wieder verlassen. Im Tandem,
versteht sich. Wer lieber auf zwei Rädern am Boden unterwegs ist, der
konnte entweder an einer geführten Tour teilnehmen, ein Motorrad aus der
BMW Palette testen oder sich dem riesigen Motorrad-Korso durch die Stadt
anschliessen.
Am Sonntag wurde noch ein Biker-Gottesdienst
abgehalten gefolgt von einem Klassik-Korso
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BMW böse. Die 1200GS mit
Akrapovic erzeugte bei Zuhörern entweder höchsten Genuss oder schlimmste
Schmerzen. Ich bin der Meinung: Ein Boxer mit Sportrohr ist ein Traum! |
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Das stärkste Naked Bike
der Welt: Wir machen es noch stärker. |
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Pfeiffer, Lewis, Kirssi:
Ah das geht auch mit dem Motorrad? |
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Wem das nicht gefällt,
dem fehlt was. |
Auch heuer kamen trotz schlechten
Wetters wieder ca. 30000 BMW-Fans, -Freunde und -Fanatiker aus 45 Ländern in aller
Welt zum 5. Internationalen BMW Motorrad Meeting. Einige sind sogar aus
den USA, Rußland oder Australien angereist. Und ich kam mir nach der
Fahrt von Eisenstadt vor wie Reinhold Messner. Werde das nächste Jahr
sicher mit dem Abgelederten über die Teilnahme am Treffen streiten
müssen.
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