Am Pannoniaring fand das zweite Honda Speedweekend des Jahres statt. Wieder voll ausgebucht. Und diesmal durfte kot sogar auf die Strecke.
Am Wochenende
von 18. bis 19.
Juni fand das zweite Honda Speed Weekend statt. Eins war mir diesmal
erfreulicher Weise schon vorher klar. Es würde keinen Mikromann geben,
der mir den Weg auf die Strecke verweigern würde. Rohr frei für die
Remus Tröte. Ich konnte mich also
höchstens selbst aus dem Rennen nehmen.
Ich kam wie immer in letzter Minute am
Pannoniaring an und
mußte so eine erste Niederlage einstecken. Es waren nur noch Plätze in
der Einsteigergruppe verfügbar und ich wollte so gern in der mittleren
Gruppe mitfahren.
Vor der Streckeneinführung durch Christian
Zwedorn und Leo Schagerl stand der Kurs zum freien Einfahren zur Verfügung.
Ich fuhr also vor zur Streckenauffahrt und war entsetzt. Jede zweite
Maschine zeichnete sich durch Fehlen des Reifenprofils oder sonstiger, im
Strassenverkehr benötiger Einrichtungen, sowie eine offene Auspuffanlage
aus. Das sind nicht die Leute aus der Anfängergruppe, stellte
ich eingeschüchtert fest. Die Auffahrt war gesteckt voll, so dauerte es
einige Zeit, bis ich in der ersten Reihe auf grünes Licht wartete. Und
dann war es soweit. Der Streckenposten winkte mich und zwei neben mir raus
auf den Kurs. Die erste Runde lief ziemlich gemütlich ab, doch dann wurde
losgeballert. Ich dachte sofort an meinen Ausritt am Benelli Weekend in
Misano. Damals mußte ich nach nur 10 Minuten aus einer Kurve eine Gerade
machen, weil ich es nervlich nicht mehr derzahte. Damals war ich zum
ersten Mal mit einem Supersportler am Ring. Ganze 4 Runden lang. Heute war
das zweite Mal. Aber es war anders. Ich kannte mein Motorrad und ich
kannte den Kurs. Angst war zwar da, aber lediglich in einem geringen,
gesundheitlich wertvollen Maße. Ich fühlte mich schnell wohl, war aber
wohl nicht schnell.
Den ersten Turn fuhr ich dann noch in der
Anfänger Gruppe. Dort durfte ich die einzigen Erfolgserlebnisse des Tages
erleben. Ich wurde danach nämlich nach eigenem Wunsch in die mittlere
Gruppe versetzt. Dort kämpfte ich dann fast ausschliesslich gegen mich
selbst.
Ich kann es mir einfach noch immer nicht
vorstellen, obwohl ich nun schon zig Male eingestampft worden bin. Da
fährst du am - nach eigenem Empfinden - letzten Drücker und gibst alles,
beschleunigst früher, bremst später, und als du gerade wieder versuchst,
möglichst weit und möglichst schnell in eine Kurve hineinzufahren,
reißt es neben dir einen Kollegen mit 50 km/h plus vorbei, daß du nur
noch auf einen Abflug wartest. Aber der passiert nicht. (na ja, manchmal schon..) Der Kollege zieht die Kurve ganz normal fließend
durch - ganz ohne Ecken
und Kanten, wie ich das gerne mache - und ist nach der nächsten Kurve
ausser Sichtweite.
|
 |
|
Mein Traum: Fireblade mit
Yoshimura Tröte |
| Ich erkannte
recht bald, daß ich mir meine eigenen Gegner aus dieser übermächtigen
Armee heraussuchen mußte. Sozusagen die Kranken und Schwachen. Ich
müßte sie mir nicht mal raussuchen - früher oder später würde ich
sowieso auf einen auflaufen. Und so passierte es dann auch. Als mich das
Feld zum ersten Mal überrundet hatte und ich mich gerade allein auf
weiter Flur bewegte, erschien ein zweites Freiwild auf der Bildfläche. Er
sah nicht wirklich krank aus, war aber auf alle Fälle schon alt, oder
zumindest älter als ich, was sich als mein einziger Vorteil herausstellen
sollte. |
"Was is da mit dem
Knie....
..das muss doch gehen,
nur noch ein bissl runter..
..wurscht, dann beschneid
ich halt einfach
das Bild" |
|
Denn obwohl seine Bewegungen
nicht mehr so grazil, die Fahrweise nicht mehr so anmutig war, hatte ich
größte Mühe, dranzubleiben. Abgerissen bin ich dann leider meistens,
als wieder eine Armada zum Überholen ansetzte. Die folgende
Reizüberflutung störte mich bei meiner Verfolgungsjagd. Meinem
Konkurrenten ging es da anders. Es kam mir so vor, als wäre er vom Sog
der Gruppe aufgesaugt worden. Nachdem ich meine Gedanken wieder sammeln
konnte, war er weg. Man muss einfach immer dabei bleiben. Bist du einen
Moment lang unkonzentriert und nicht mit allen Sinnen voll auf der
Strecke, sondern denkst über krankes Freiwild und
Auspufflautstärken nach oder zählst vorbeirasende Schäfchen, machst du
unweigerlich sofort einen Fehler. |
|
|
|
Und ich machte einige. Sei es bei 120 den ersten
Ganz einzulegen und dann wie ein Känguruh die Strecke entlang zu hoppeln,
oder auch gar keinen Gang einzulegen und die Kurve sang- und gang-los im
größten Radius auszurollen. Wie schnell eine Unachtsamkeit böse ausgehen
kann verdeutlichte ein anderer Teilnehmer, der mir schon auf der
Strecke durch seine wunderschöne Ducati Monster aufgefallen war. Er schlenderte auf
selbiger an den Boxen vorbei, als ich gerade beim Honda Truck meinen
Eistee schlürfte und ließ uns am wunderschönen Klang ungedämpfter
Töpfe teilhaben. Cool, gelassen, souverän. Nur einige Schlürfer später sah man die Duc am
Fetzenwagerl von vorne um die Ecke biegen. Der Pilot folgte eine halbe
Stunde später, den Arm in Gips gelegt.
|
|
|
|
Mein Ziel, den Kneepads endlich einen
existenziellen Sinn zu geben, konnte ich leider nicht erreichen. Ich war
aber dennoch sehr zufrieden, weil ich mich jetzt viel sicherer fühle und
mehr Gespür für Motorrad und Straße entwickeln konnte. Aber das nächste
Mal ist es dann soweit. Sollte ich scheitern, bitte im Krankenhaus besuchen.
|
|
Alle Termine ausverkauft
Die nächsten beiden Termine finden wieder am
Pannoniaring statt, allerdings erst am 27. und 28. August. Die letzten drei
Tage von 16. bis 18. September geht's dann nach Brünn. Die Termine sind
leider schon lange ausverkauft. Für nächstes Jahr sollte man sich
die Speed Weekends also vormerken und früh....sehr früh reservieren.
Infos: www.honda.at
|
|
|
|
Related Links:
|
|
CBR
Test Grammer Klaus
|
|
Speed
Weekend Salzburg
|
|
CBR
Test NastyNils
|
|
CBR
Remus Montage
|
|