Heimspiel für Rennfahrer
Vor allem die ehemaligen Rennfahrer unter den Testpiloten hatten mit
der Aprilia besonders viel Freude. Sie erinnert einfach an eine echte
Rennmaschine. Sie bietet fertig aus der Kiste die besten Voraussetzungen
für die Rennstrecke und auch ein tolles Setup war schnell gefunden. Auch
das verwundert auf den ersten Blick. Denn ein handliches Motorrad ist
normalerweise schwierig abzustimmen. Die feine Ware aus Italien ist
vollgestopft mit Hightech. V4 Motor, Launch-Control, Wheelie-Control,
Traktionskontrolle, ein toller Schaltautomat aber kein ABS sorgen für
beinahe unbezwingbaren Stoff am Stammtisch.
Den Testbericht könnte man auf mehrere Seiten ausdehnen und immer und
immer wieder über das tolle Fahrverhalten referieren. Doch wir wollen
die Sache abkürzen: Für die Rennstrecke bietet die Aprilia BESTE
Voraussetzungen und schafft sogar den Spagat, auch auf der
Landstraße wunderbar fahrbar zu sein. Doch bei all der Lobhudelei, muss man einen
Punkt ansprechen. All die tollen Dinge über die Aprilia gelten nur dann
uneingeschränkt, wenn man nicht deutlich über 180cm groß ist. Denn dann
geht einem irgendwann der Platz auf der Rennrakete aus und vom Genuss im
Sattel ist dann keine Rede mehr.
Am Ende des Testtages wurde klar, dass Leistung eben doch nicht alles
ist. Denn der Motor der Aprilia ist nirgendwo überragend aber immer gut
genug um richtig schnell fahren zu können. Am Ende der Start-Ziel hatte
sie zum Beispiel ebenso 257 km/h am Datarecording wie die deutlich
stärkere Panigale. Doch die Aprilia bediente beim Test auch gängige
Italiener-Klischees. Eine abgebrochene Haltenase an der Tellerfeder bei
der Kupplung kostete zwar nur wenige Cent, machte aber nervige
Schrauberarbeiten nötig. Insgesamt überwog bei uns allen aber ein
richtig gutes Gefühl welches vermutlich nur durch den Preis etwas
relativiert werden kann.
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