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race38 |
Aprilia Dorsoduro 1200 |
10.11.2010 |
Druck
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Was meint Grammer mit der Orgasmusbremse? Sich selbst? Lesen und herausfinden.
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Aprilia Dorsoduro 1200
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„Was heißt Dorsoduro?“
Dorsoduro ist ein im Süden von Venedig gelegener Stadtteil und hat
10.000 Einwohner. Der Name leitet sich vom Zustand des Gebietes vor der
Besiedelung ab. „Dorso duro“ bedeutet „harter Rücken“ und weist auf den
Umstand hin, dass es sich um festen, teilweise felsigen Untergrund
handelte, auf dem der Stadtteil errichtet worden ist. |
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Nachdem jetzt geklärt wäre, was Dorsoduro heißt, stellt
sich als nächstes die Frage:
„Was ist eine Dorsoduro 1200?“
Nun, diese Frage beantwortete uns die Marketing-Abteilung von Aprilia
sehr klar. Sie ist eine Supermoto auf Steroide! 130 PS bei 8700 U/min
und 1200 ccm sind eine echte Ansage für ein Funbike. Obwohl die
Dorsoduro über drei unterschiedliche „Maps“ verfügt, nämlich Sport,
Touring und Rain, will und soll sie kein Tourenbike sein. Dies
verhindert schon der kleine Tank und der große Durst (8,8 l auf 100 km
habe ich sie verbrauchen lassen). |
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Die letzte und entscheidende Frage lautet: „Was kann die Dorsoduro?“
Um es gleich vorweg zu nehmen, sie kann genau das, was sie können muss,
um dem Anspruch eines Funbikes zu genügen. Sie ist hart aber gerecht,
sowohl in der Fahrwerksabstimmung als auch in Bezug auf die
Fahrwerksgeometrie (was nicht jedermann gefallen wird) und setzt daher
jeden Lenkimpuls unmittelbar in ein Fahrmanöver um. Hängt man also wie
ein alter Sack am Lenker und benutzt ihn fälschlicherweise als
Haltegriff, beginnt die Dorsoduro blitzartig auszukeilen. Ganz anders
aber, wenn man seine hoffentlich vorhandenen Bauchmuskeln verwendet, um
den Oberkörper vorne zu halten und den Lenker nur zärtlich berührt.
Dann nämlich fliegt die Aprilia durch das andalusische Kurvengewühl, das
es den überall neben der Straße stehenden Rindern, Eseln, Schweinen und
Pferden die Haare aufstellt. Fast ohne Kraftaufwand zirkelt die 1200er
von einer 2-Gang Kurve in die nächste.
Die ständig blinkende
ATC-Warnlampe ist eine gute Indikation für das hohe Tempo, das in
kurvigen Sektionen gefahren werden kann. Fein dosierbar und mit
brachialer Wirkung versehen, leistet die Vorderbremse ihren Beitrag zum
tatsächlich aufkommenden Supermoto-Feeling. Allerdings offenbart sich
just vor Erreichen des höchsten Fahrgefühls eine Orgasmusbremse. Wie die
Schwiegermutter zum falschen Zeitpunkt – greift plötzlich die WC (Wheelie
Control nicht Water Closet) ein. Diese ist nämlich nicht separat
abschaltbar. Das heißt, nutzt man die Traction Control ist auch die
Wheelie Control aktiv. Dies führt zu einer für Supermoto-Verhältnisse
unrühmlichen Situation: Kein Einradfahren am Kurvenausgang - PUUUHHH!!
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Dilemma: Traction Control nicht
ohne Wheelie Control! |
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Natürlich könnte man auch sämtliche
Hilfsmittel ausschalten, aber die TC habe ich sehr schnell schätzen
gelernt – es ist schwer darauf zu verzichten, wenn man auf die
Elektronik vertrauend in jeder Kurve lässig einen wilden Hund spielen
und das Gas voll aufreißen kann!
Übrigens ist die Aprilia Traction Control dreistufig:
- Stufe 1: für ein hohes Gripniveau und aggressiven Fahrstil.
- Stufe 2: für den normalen Straßengebrauch.
- Stufe 3: für ganz miese Gripverhältnisse wie etwa Nässe, Schnee und
Eis.
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Die gelbe Warnlampe ganz rechts beginnt zu blinken, wenn die TC eingreift
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Etwas kritisch wird die agile Auslegung der Dorsoduro 1200 in schnellen,
mit tückischen Bodenwellen versehenen Kurven. Dort beginnt sie sich
aufzuschaukeln. In solchen Fahrsituationen ist es nicht immer leicht auf
der angepeilten Linie zu bleiben und das Motorrad auf der sicheren
eigenen Fahrspur zu halten. Hier ist etwas Zurückhaltung oder enormes
Fahrkönnen (dies bleibt den sowieso alles „da-quer“ fahrenden Wiener
vorbehalten) geboten. |
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Motor - krasser Gegensatz zum
Fahrwerk. |
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Den 130 PS starken V2 Motor hat Aprilia völlig eigenständig entwickelt
und nicht wie in früheren Zeiten zugekauft – Bravo!
Diese Kraftquelle steht im krassen Gegensatz zum Fahrwerk der Dorsoduro.
Er gibt seine Leistung sanft und gleichmäßig ab, verursacht praktisch
keine spürbaren Vibrationen und zieht in allen Lebenslagen mit
ordentlichem Dampf an der Kette. Sofort waren die vernünftigen Kollegen
zur Stelle und vertraten die Meinung, dass 130 PS und ca. 260 km/h
Top-Speed zu viel seien für eine Supermoto. Darauf achselzuckend ein
Aprilianer: „Es sei ganz einfach besser, ein Löwe als ein Schaf zu
sein!“ Dem kann ich nichts hinzufügen.
Wie bereits erwähnt, verfügt die Dorsoduro über drei unterschiedliche
Maps, mit denen man die Reaktion des Motors auf Gasgriffbewegungen nach
seinem Geschmack beeinflussen kann. Will heißen, ich stelle den Modus
Touring oder Rain (hier wird der Motor auf 100 PS gedrosselt) ein und
der Motor spricht deutlich verzögert auf meinen Gasgriffbefehl an. Jetzt
frag ich mich, was zum Teufel das soll??? Jahrzehntelang haben sich alle
Entwickler dieser Welt bemüht ein möglichst direktes verzögerungsfreies
Ansprechverhalten zu generieren (was im Sportmodus super gelungen ist),
damit der Motor genau jene Leistung bereitstellt die der Fahrer fordert
und dann kommen die Fuzzis vom Marketing und verkaufen uns ein System,
welches eben das wieder verhindert. Verkehrte Welt! Denn meiner Meinung
nach sollte gerade unter schwierigen Bedingungen der Motor genau das tun
was man von ihm verlangt – nicht irgendwie irgendwas verzögern!
Ich empfehle Modus Sport für die Straße und Modus Touring und Rain fürs
Prospekt! |
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Erhältlich wird die Dorsoduro 1200 mit oder ohne ABS und TC sein, wobei
die ersten Modelle angeblich nur mit den elektronischen Fahrhilfen
ausgeliefert werden.
Damit ich es nicht vergesse: Der Windschutz ist schlecht – für die, die’s
interessiert! |
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Technische Daten Aprilia Dorsoduro
1200 |
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Motor |
90° V-Twin, flüssigkeitsgekühlt, DOHC, 4 Ventile pro Zylinder |
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Bohrung x Hub |
106 x
67.8 mm |
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Hubraum |
1197 cc |
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Verdichtung |
12.0 ±
0.5: 1 |
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Leistung |
130 PS
(96 kW) bei 8,700 U/min. |
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Drehmoment |
115 Nm bei 7,200 U/min. |
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Auspuffanlage |
100%
Stahl 2-into-2 |
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Schmierung |
Nasssumpf |
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Getriebe |
6
Gang |
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Kupplung |
Hydraulische Nasskupplung |
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Rahmen |
Stahlrohrrahmen mit Aluminium Heckrahmen |
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Fahrwerk vorne |
43 mm Sachs upside-down voll einstellbar, 160 mm Federweg |
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Fahrwerk hinten |
Sachs Federbein, voll einstellbar, 155 mm Federweg |
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Bremsen vorne |
Zwei
320 mm Scheiben, radiale Brembo 4-Kolben Bremszange |
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Bremsen hinten |
240 mm Scheibe, 1-Kolben Brembo Bremszange |
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Felgen |
Aluminium
vorne:
3.50 X 17" hinten: 6.00 x 17" |
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Reifen |
vorne: 120/70 ZR 17; hinten: 180/55 ZR 17 |
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Dimensions |
Länge 2248 mm
Breite 925 mm
Höhe 1205 mm
Sitzhöhe 870 mm
Radstand 1528 mm
Lenkkopfwinkel 27.3° |
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Tank |
15
Liter |
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| Aktuelle Produktangebote |
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| Gebrauchte Motorräder |
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Interessante Links:
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Text:
Grammer
Fotos:
Aprilia |
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| 1000ps Data Recording |
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online seit : 563 Tagen |
gelesen: 25945 mal |
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| 1000ps Userbewertung für Bike: APRILIA Dorsoduro 1200 |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 21,74 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 33,33 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: Aprilia Dorsoduro 1200 von
race38 |
Photos: |
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Text: |
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