|
|
kot |
Derbi Rambla 250 i.e. |
26.08.2008 08:35:00 |
Druck
|
Dass Derbi flotte Roller baut, braucht einem nicht spanisch vorzukommen. Rambla mit der Kraft des Stiers.
|
Derbi Rambla 250 i.e.
|
 |
|
Kein Rammler, ein Rambla. |
|
Unter dem
Label Derbi kommen längst nicht mehr nur Fuffzger-Mopetten
auf uns zu. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Fesche 125er
gibt’s da schon eine Menge, Roller wie den GP1 (der auch in einer
250er-Version gebaut wird), oder „echte“ Leicht-Motorräder, wie die
hochhaxerte Senda und die Mulhacén. Und sogar eine „Große“ ist im
Vorjahr auf den Markt gekommen - die mit eine Yamaha-Einzylinder motorisierte Mulhacén 659.
Seit die Spanier unter den Fittichen des Piaggio-Konzerns werken,
hört sich auch außerhalb der Iberischen Halbinsel der Exoten-Status der
Derbis langsam auf. Und der Neueste könnte daran kräftig teilhaben.
Denn was man mit dem Rambla auf die Räder gestellt hat, ist
bemerkenswert. Derbi will ihn als sportlichsten Großrad-Scooter auf dem
Markt verstanden wissen. Zielgruppe sind junge und dynamische Stadtindianer. Nun ja. Es gibt ihn in einer Achtel- und einer
Viertelliter-Variante. Nachdem ich gerne Leistung habe – und auch einen
A-Schein – habe ich mir von Importeur Josef Faber
den 250er geholt.
|
 |
 |
|
Sieht auf den ersten Blick nur groß aus |
Platz genug für einen Integralhelm |
|
|
|
Spanische
Kampfstiere sind in der Regel schwarz.
Der Test-Rambla ist blau. Dunkelblau.
Das kommt nicht daher, dass er auf einer der Ramblas von Barcelona zu
viel Rioja oder Sherry getrunken hat. Dunkles Blau ist halt eine
elegante Farbe, die dem Spanier gut steht. Immerhin: Der Sitz ist
schwarz. Mit sportlich roten Stepp-Nähten. Wie wir überhaupt auf den
Stier kommen? Elferfrage: Spanien, Stierkampf. Der Bezug ist ein noch
engerer. Weil nämlich die Rambla abgeht wie ein wilder Stier. Die
Strecke Carlbergergasse in Liesing – Oper in zwölf Minuten hinzulegen
ist eine reife Leistung. Bemerkung am Rande: soundmäßig hört sich die
Stier-Assoziation auf. Er brüllt nicht.
Dampf kommt von Piaggios
Viertelliter-Aggregat namens Quasar,
der von den italienischen Schwestern ja sowieso als ein nicht ganz
schwacher bekannt ist. Immerhin schickt er knapp 22,5 PS ans
Hinterrad. Dazu ist der Rambla nicht allzu gewichtig. Fahrfertig bringt
er 159 Kilo auf die Waage. Das ist vielleicht nicht super-superleicht,
fühlt sich aber so an. Gegen Autos kann man damit 99 Prozent aller
Ampelstarts für sich gewinnen. Tritt man auf einen des Schaltens eher
ohnmächtigen Motorradfahrer, lässt man den auch stehen.
|
 |
 |
|
Wohnzimmer Sofa |
Gute Lösung - Taschenhacken |
|
|
|
Zwar leistet
sich der Test-Rambla eine dezente Anfahrschwäche,
wenn man ihn nicht auf Touren (und dabei an der Bremse) hält. Doch das
kann sich nach der Einfahr-Phase legen. Wenn er aber einmal loslegt,
dann muss man sich auf der Tangente vor den Radarkästen hüten. Das
Front-Schirmchen hält warnenden Winddruck recht effizient ab. Auf der
Autobahn muss man sich weniger vor Blitzern in Acht nehmen, da bleibt
man mit dem gebotenen Top-Speed (der doch ein wenig über den angegebenen
125 km/h liegen dürfte) einigermaßen innerhalb des legalen Limits.
Doch nicht die Autobahn ist
des Rambla Revier, sondern
die Stadt und das Umland. Ziemlich schmal und wendig, wie er ist,
umschifft man Hindernisse aller Art mit links. Vor allem stauende Autos.
Mit wieselflinker Leichtigkeit und ohne drängenden Nachdruck am Lenker
zu verlangen, wieselt er nötigenfalls auch im Kreis.
Das Fahrwerk hält wacker
mit. Wohl hat der eine oder
andere eine gewisse Weichheit der Gabel notiert. Unangenehm aufgefallen
ist das auf der Testrunde nicht - das mag, wieder einmal, am Fahrer(innen)gewicht liegen. Weil: Da war auch eine lange Baustelle mit
Schotter- und Schlagloch-Sektion, die der Spanier ungerührt durchpfeilt
hat. Das ist nicht nur den großen Rädern zu verdanken. Kurven mag er
auch. Langsame und schnelle gleichermaßen. Das Wort „super“ gebührt den
Bremsen. Die sind gerade richtig bissig, zwei Finger genügen, um
ordentliche und punktgenaue Ankerungen hinzulegen. Sehr beruhigend,
angesichts all der sinnesverwirrten und durch Handy, Navi und
Familienstreit abgelenkten Lenkraddreher. |
|
|
 |
 |
|
Fesche Bedienelemente und Mäusekino neben dem Tacho |
|
Bei all der wunderbaren Fahrleistung
ist er zwar von Derbi als praktischer City-Flitzer angelegt, Lade-Wunder
ist er aber keines. Als Leichtgewichtssportler steht das ohnehin nicht
ganz vorne im Aufgabenheft. Unter den Doppelsattel passt immerhin ein
Helm. Ins abschließbare Schürzen-Staufach nur Flachware. Dass die
Abdeckung ein wenig labbrig wirkt und die Spaltmaße über ein gewisses
Maß hinausgehen, kann man hoffentlich unter Kinderkrankheiten abhaken.
Stichwort Sitzbank: Die geht weder mit Schlüsseldreh noch mit
Zündschloss-Druck auf, sondern muss über ein eigenes Schloss in der
linken Seitenverkleidung entriegelt werden. Stichwort Ladung: Die kann
man auf dem Gepäckträger ohne viel Aufwand sicher ver- und festzurren.
Dazu können auch die solide dimensionierten Haltegriffe dienen.
Handtaschen und Einkaufssackerln sind am Gepäckhaken hinter der
Vorderfront gut aufgehoben. Der Tankzugang liegt hinter einer Klappe im
flach gehaltenen Mitteltunnel. Im Optionen-Katalog findet sich ein
Windschild und ein Topcase.
Insgesamt ist das Styling,
abgesehen von der Eleganz der Farbe dunkelblau (schwarz kommt auch gut,
da hätten wir wieder den Kampfstier) fesch, stimmig und sportlich.
Trotz der Glubschaugen sorgen die schwarz vergitterten Lufteinlässe für
eine gewisse frontale Aggressivität. Seitlich betrachtet zeigt er
schlanke Figur. Das Heck ist durchaus schmalhüftig. In luftige Höhen
muss man sich beim Sitzen nicht begeben, 775 mm Sattelhöhe sollte für
alle Körperlängen passen.
Mit vier Tausendern und
einem Hunderter Listenpreis
ist der Rambla kein Diskont-Angebot. Dafür darf man sich – außer derzeit
noch unbestrittener Exklusivität - schon auch Zuverlässigkeit und
Langlebigkeit erwarten. Die muss er erst beweisen. Dass es mächtig Spaß
macht, mit ihm durch das Verkehrsgewühl zu pflügen, das hat er schon
gezeigt. |
|
|
|
Derbi Rambla 250 - technische Daten |
| Motorbauart |
Einzylinder-Viertakt, 4V |
| Hubraum |
244,29 ccm |
| Bohrung x Hub |
72 x 60 mm |
| Leistung (homologiert) |
16,5 kW (22,44 PS) @ 8.000 U/min |
| Max. Drehmoment |
21 Nm @ 6.500 U/min |
| Kompression |
0,459027777777778 |
| Starter / Batterie |
elektrisch |
| Getriebe |
CVT |
| Kupplung |
Zentrifugalkupplung |
| Gemischaufbereitung |
elektronische Einspritzung |
| Kühlung |
Flüssigkeit |
| Rahmen |
Stahlrohr |
| Federung vorne |
Telegabel, Ø 35 mm |
| Federung hinten |
Stereofederbeine, Vorspannung einstellbar |
| Federweg vorne / hinten |
100 / 80 mm |
| Bremse vorne |
2 x 260 mm-Scheiben |
| Bremse hinten |
1 x 220 mm-Scheibe |
| Bereifung vorne / hinten |
120/70 15; 130/80 15 |
| Radstand |
1.360 mm |
| Länge/Breite |
1.985/880 mm |
| Sitzhöhe |
775 mm |
| Tankinhalt |
7,5 Liter / 1,5 Liter Reserve |
| Top-Speed |
125 km/h |
| Gewicht |
159 kg fahrbereit |
|
Unv. empf. Listenpreis Österreich: € 4.100.- | |
|
| Aktuelle Produktangebote |
|
|
| |
| Gebrauchte Motorräder |
|
|
| |
|
|
|
|
|
Text: beatrix keckeis-hiller
Fotos: beatrix keckeis-hiller |
|
|
|
|
| 1000ps Data Recording |
Derbi Rambla 250 i.e. |
|
|
|
|
online seit : 1369 Tagen |
gelesen: 33652 mal |
 |
| |
|
|
|
|
| 1000ps Userbewertung für Bike: DERBI Rambla 250 |
Optischer Eindruck: |
|
Technischer Eindruck: |
|
Gesamteindruck: |
|
| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 42,11 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 26,32 % der Bewerter in Frage
|
| 1000ps Userbewertung: Derbi Rambla 250 i.e. von
kot |
Photos: |
|
Text: |
|
|
|
|